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"Die Geschichte(n) der Heeresflieger am Hungrigen
Wolf" wurden von mir aus einem persönlichen Bedürfnis
heraus aufgeschrieben. Ich wollte als Angehöriger der
Heeresfliegertruppe mehr über die Vergangenheit des
Standortes "Hungriger Wolf" und der hier stationierten Einheiten
wissen. Die Unterlagen, die mir seinerzeit auf wiederholtes
Bitten vom Heeresfliegerregiment 6 als Chronik zugänglich
gemacht wurden, waren lückenhaft, ungenau, wenig geordnet
und beschränkten sich fast ausschließlich auf
Zeitungsausschnitte. Diese mich nicht befriedigende Auskunft
betrachte ich als Initialzündung für diese
Geschichte(n)-Sammlung. Im Laufe der Zeit ist es mir gelungen Daten zu beschaffen, in Archiven authentische Zeitdokumente einzusehen und für die Geschichte(n) zu bearbeiten. Durch Befragung von aktiven und ehemaligen Soldaten sowie Pensionären erfuhr ich nach und nach von Geschichten und Sprüchen aus deren Dienstzeit, die es mir Wert erschienen, notiert zu werden. Durch die Nachforschungen war es mir möglich, eine aus meiner Sicht chronologische Darstellung über das Gebiet "Hungriger Wolf" zusammenzustellen. Chroniken sind im Allgemeinen, durch die Aufzählung und Aneinanderreihung von Daten und Begebenheiten, eine trockene Angelegenheit. So kam mir der Gedanke, Eindrücke vom Leben und Arbeiten der Menschen am Hungrigen Wolf, natürlich fast ausschließlich Soldaten der Heeresflieger, zu sammeln. Vielleicht können die Geschichten auch einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Heeresfliegertruppe, von Innen heraus, besser kennenzulernen. Die Geschichte(n) und Sprüche, die mir persönlich erzählt wurden oder die ich in einer Tresenrunde gehört habe, habe ich so wortgetreu wie möglich wiedergegeben. Hier wird die Problematik der Wiedergabe von erzählter Geschichte sichtbar. Es lag und liegt mir fern jemanden durch die Bekanntmachung der Geschichten zu beleidigen oder zu kränken. Ich verfolgte nie die Absicht eine bestimmte Personengruppe darzustellen. Leider sind die gesammelten Eindrücke gegen Ende der Sammlung in Bezug auf das Verhalten Einzelner eher negativ ausgefallen. Die Ursachen hierfür zu Ergründen ist und kann nicht Aufgabe meiner Darstellung sein, vielmehr könnte die Bewertung der Fakten als Anregung für die Auseinandersetzung mit vorhandenen Schwierigkeiten dienen. Kritiker unter den Lesern könnten mit Recht das Fehlen von ihnen persönlich bekannten Geschichten, die sich gut in die Sammlung einfügen würden monieren aber es hindert sie niemand mir ihre Geschichte zu erzählen oder für mich aufzuschreiben oder eine, ihrer Meinung nach, nicht richtig wiedergegebene Geschichte zu berichtigen. Ein grundsätzliches Wort zum Wert der Geschichte(n). Die Sammlung ist nicht aus einer "Fünf-vor-Zwölf-Mentalität" entstanden, sondern anfangs ganz allein aus dem Blickwinkel "für mich persönlich". Deshalb erhebt diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Zuverlässigkeit der eingebrachten Daten wird aber meines Wissens derzeit von keiner anderen Publikation, die sich mit Heeresfliegern am Hungrigen Wolf befaßt, erreicht. Diese Arbeit, so sie öffentlich wird, sollte auch ein Spiegel für verantwortlich führende Vorgesetzte sein und sie erneut daran erinnern, daß sie verpflichtet sind Tagebücher führen zu lassen. Tagebücher erleichtern später das Klären von Fragen. Erstmals wurde 1984 die Führung eines Tagebuches angeregt aber die Einhaltung der Anweisung wurde nicht kontrolliert. Das hier zusammengetragene Material spiegelt teilweise die Entwicklung der Truppengattung und der Einheiten wider und kann eventuell Antwort auf die Frage geben, ob es früher in der Bundeswehr wirklich besser war im Hinblick auf Menschenführung, Fachkompetenz, Fürsorge und Kameradschaft und nicht zu vergessen Standhaftigkeit von Vorgesetzten. Die Aufzeichnungen enden mit meinem Eintreten in den Ruhestand am 31.03.1994. Sie werden im Laufe der Zeit noch ergänzt bzw. berichtigt Manchmal wird der Leser befremdet oder erstaunt sein über den benutzten militärischen Sprachgebrauch. Dies ist in einigen Fällen nicht anders darzustellen beziehungsweise vom Verfasser des privat geführten Staffeltagebuchs ausdrücklich so gewollt. Siegfried Schäfer 1995 |