Aquarium Filtertechnik
Bio-Filter
Aquarium Filtertechnik
Bio-Filter

















Hallo,
kommen wir zum Kapitel Bio-Filter.
Viele Hersteller bieten „Bio-Filter“ an. Bio ist heute ein gern umworbenes Wort, aber nicht alles wo Bio draufsteht ist Bio drin.
Jeder Aquarienfilter arbeitet zu einem Teil biologisch, zum anderen mechanisch. Leider arbeiten viele Filter zu einem Großteil mechanisch
und nur zu einem geringen Teil biologisch.
Dies ist relativ einfach und logisch nachvollziehbar zu erklären.
In einem biologisch arbeitenden Filter findet nach einer geringen Einfahrzeit die so genannte Nitrifikation statt. Diese bedingt das
verschiedene Bakterienarten sich im Filter ansiedeln können. Diese arbeiten Hand in Hand. Eine Art baut Ammonium-Verbindungen zu giftigem Nitrit um, die andere Baut aus dem giftigen Nitrit, relativ ungiftiges Nitrat, das Endprodukt der Nitrifikation.
Diese Bakterien bilden sich in jedem normalen Aquarium ebenfalls im Bodengrund und im Wasser. In einem Bio-Filter jedoch können sich diese Bakterien besser festsetzen und finden aufgrund der optimalen Versorgung mit Schadstoffen, einen Idealen Nährboden für ihre Vermehrung.
Nun sind Bakterien recht kleine Organismen, die sich nicht einfach überall festsetzen können.
Ist die Strömungsgeschwindigkeit in einem Filtermedium zu hoch, finden die Bakterien nur wenig Halt. Ein solcher Filter arbeitet daher zum Großteil mechanisch, nur aufgrund der Porengröße der Filtermedien.
Ist die Strömungsgeschwindigkeit dagegen eher gering, so werden die Bakterien nicht mit ihr fortgerissen, sondern können sich zu einem größeren Prozentsatz im Filtermedium festsetzen und ihre Arbeit verrichten. Solche Filter arbeiten also weitgehend biologisch.
Bei biologischen Filtern ist nicht ausschließlich das Volumen des Filters entscheidend, sondern eher das Verhältnis der Anströmoberfläche zum
Pumpvolumen/Zeit. Also die Anströmgeschwindigkeit der Filtermedien.
Berechnungsbeispiele dazu hat übrigens der Olaf Deters auf seine Homepage, wer es ganz genau wissen möchte kann gerne dort nachschauen.
Ein paar Beispiele:
Ein Standard Topffilter, rund mit einem Durchmesser von 20cm
hat eine Anströmoberfläche von Pi * d = 62,8cm².
Bei einer angenommenen Pumpleistung von 1000l/h beträgt die
Anströmgeschwindigkeit: A = ( Q / 60 * 1000) / (A)
In dem Fall kommt man auf 265,4 cm/min Dies ist einextrem hoher Wert. fast sämtliche Bakterien im Filter werden ständig weggeschwemmt.
Bei Mattenfiltern, die eines der besten Bio-Filter darstellen sollte die Strömungsgeschwindigkeit zwischen 5 und 10cm/min liegen.
Bei einer Matte von 50x50cm große liegt die Anströmgeschwindigkeit
bei 1000l/h bei optimalen 6,6cm/min. Nur mal zum Vergleich.
Oben seht ihr Fotos eines Quader-Mattenfilters, je nach Standort wirkt dort die gesamte freie umliegende Fläche des Filters als Anströmoberfläche. Ein zusätzlicher Schnellfilter zur rein mechanischen Reinigung kann aber je nach Beckentyp dennoch empfehlenswert sein.
Siehe andere Filter.
Das rechte Bild zeigt einen älteren Bio-Teichfilter der Fa. Maximal, allerdings leicht modifiziert. Dieser wird z.B. nur mit Luft betrieben
und hat aufgrund seiner hohen Oberfläche (die Säulen) eine sehr geringe Anströmgeschwindigkeit, kann daher über Jahre fast ohne Wartung auskommen.
Nachteil sogenannter Bio-Filter ist die meist mangelhafte mechanische Filterleistung bei einem stark besetztem Becken. De, kann man aber Abhelfen indem man den Filter z.B. Extern legt. denn wird der grobe Schmutz in das Filterbecken geleitet und ist auch aus dem Aquarium verschwunden. Ansonsten empfiehlt sich der Einsatz eines zusätzliche mechanischen Filters.
Als ideales Filtermedium für einen biologisch arbeitenden Filter empfiehlt
sich u.a. Siporax, welches es auch von anderen Herstellern gibt.
Nicht zu verwechseln mit den Tonröllchen, welche nur ein grober mechanischer Filter sind. Siporax besteht aus gesintertem Glas, ist meist weiss und rauh an der Oberfläche. Es gibt von verschiedenen Herstellern
Filtermedien aus diesem Material, eines ist in Rollenform, das andere
sieht aus wie weisse Steine.
Andreas






