Technische Daten des Wasserturmes

und Wasserversorgung des Lagers


Entwurf und Planung Oberbaurat Schmidt, Darmstadt
Bauaufsicht Garnisons Bauinspektor Hagemann, Altona
Baubeginn Dezember 1900
Inbetriebnahme und Teilversorgung des Lagers Juli 1901
Bauabnahme und Versorgung aller mil. Gebäude 1902
In Betrieb bis August 1984
Unter Denkmalschutz seit 23.August 1983
Mauerwerk roter Klinker aus Hademarschen
Tankraumauskragung Beton 1.10 m ausladend
Tankraum außen verkleidet mit Eternit-Glasal Segmente 1.05 m
Dach mit Doppellage Dachpappe belegt  
Dachfläche 27 Quadratmeter
Turmfuß 19.65 m ü.NN
Wasserturmhöhe über alles 37.20 m
Wasserturmhöhe über Grund 33.60 m
gemauerter sichtbarer Teil 14.85 m
Tankraumhöhe 9.25 m
Signalmasthöhe mit Kausch und Bügel 9.50 m
Außendurchmesser am untersten Sockel 8.25 m
Außendurchmesser an der Bodenplatte 10.00 m
Innendurchmesser an der Bodenplatte 6.70 m
Außendurchmesser am 1.Wulst 6.90 m
Innendurchmesser am 1.Wulst 5.55 m
Außendurchmesser oben am Kragen 5.58 m
Innendurchmesser oben am Kragen 4.45 m
Wassertank Fassungsvermögen 130 Kubikmeter
Steig-, Fall- und Überlaufleitungsrohre 150 mm Durchmesser
   
Wasserstandsanzeige außen am Turm, gesteuert über eine mit dem Schwimmer im Tank verbundene Kette. Zur Führung des Signalkorbes wurde ein 25 mm starkes und 12 m langes Drahtseil am Kausch vom Signalmast und an einem Bügelkausch mit Spannschloß auf dem Dach befestigt. Im Signalkorb war ein 2 m langes Rohr, durch welches das Führungsdrahtseil lief, befestigt.

Der Signalkorb wurde mit einem Drahtseil-Spill, das in der Bodenplatte des Turmes verankert worden war aufgezogen und abgelassen.

Eine Wendeltreppe führt von der Bodenplatte bis zum zweiten Wulst, ein Podest ist beim Eingang eingebaut.

In der Mitte des Wassertanks ist eine innere rohrartige Aussparung, dadurch ist das Signalkorb-Drahtseil geführt. Eine Leiter führt zur oberen Tankabdeckung und zur Tankinspektionsleiter im Tank.

Die Signalmastdurchführung wurde mit Walzblei abgedichtet.

Die Turmentlüftung wurde über Lamellenglascheiben gesteuert, die Lüftungsöffnungen waren gegen Ungeziefer- und Schmutzeintrag durch Fliegengitter gesichert.

Dachrinnen waren aus Kupfer gefertigt.

Im Pumpenhaus standen zwei Pumpen. Eine Saug- und Druckpumpe Modell 1900 und eine etwas ältere Doppeldruckpumpe Modell 1896. Beide Pumpen wurden durch einen Deutzer Dieselmotor mit 16 PS Leistung angetrieben. Das Dieselöl wurde in einem kleinen Gebäude beim Pumpenhaus gelagert und mittels Kupferleitungen zum Motor gebracht. Mit Kriegsbeginn 1914 wurde der Antrieb auf ein kohlebefeuertes Lokomobil umgestellt. Seit 1923 stand Elektrizität für den Pumpenbetrieb zur Verfügung.

Anmerkung:
Der Pumpenmotor war nicht ständig in Betrieb. Wenn die Wasserstandsanzeige außen am Turm den Wert von 20 cbm anzeigte, wurde der Motor gestartet und der Vorratsbehälter wieder aufgefüllt. Dies war in Zeiten mit starker militärischer Auslastung, Pferdebestand mitgerechnet, häufiger notwendig als in den übungsschwachen Monaten.

Um das auf der Lockstedter Heide geplante Lager mit sauberem und ausreichender Menge Wasser zu versorgen, hatte das Altonaer Garnisonsbauamt auf dem Gebiet des künftigen Artillerieschießplatzes Bohrungen niedergebracht. Insgesamt 16 Bohrungen zwischen 8 und 80 m Tiefe. Es wurden 10 Bohrungen in 16.00 m bis 21.50 m über NN angesetzt. 7 Bohrungen mußten abgebrochen werden, weil sie auf mächtigen gelben Lehm stießen. 2 Bohrungen durchstießen Lehmschichten, die zwischen 8.00 m und 20.00 m mehrfach auftraten, auch wurde durch unterschiedliche Sandschichten gebohrt, mit Mächtigkeiten von 9.20 m, 9.50 m und 11.30 m. 6 weitere Bohrungen wurden durchgeführt, von denen 3 in 34.00 m, 38.00 m und 42.00 m Tiefe auf einen großen Stein stießen und abgebrochen wurden.

Aufzeichnung über die Bohrung römisch I b.
Beginn der Bohrung auf 16.046 m über Meeresspiegel, zu erreichende Brunnentiefe 80.00 m. Erst 0.50 m aufgefüllter Boden, 5.50 m gelber Sand, 6.40 m feiner weißer Sand, 4.10 m feiner weißer Sandmergel, 1.50 m blauer Ton, 3.00 m feiner Sandmergel, 7.00 m steiniger fetter Mergel, 2.40 m steiniger Sandmergel, 0.20 m feiner Sandmergel, 0.60 m fetter Mergel, 1.80 m steiniger Sandmergel, 4.20 m feiner weißer Sand, 4.90 m Sandmergel, 2.50 m blauer Ton, 0.30 m steiniger Sandmergel, 1.70 m blauer Ton, 4.40 m schwarzgrauer Sand, 5.00 m feiner grauer Sand, 3.20 m feiner Sandmergel, 0.10 m grauer Ton, 0.20 m grober Sand, 5.30 m feiner Sandmergel, 15.20 m brauner Schlammsand.
Ende der Bohrung 63.954 m unter Meeresspiegel.


Aus den ersten geschlagenen Brunnen im Jahre 1872 konnten mit einer Handpumpe zwischen 16 und 18 Kubikmeter Wasser gefördert werden.

Von der Königlichen Garnisonsbauverwaltung in Altona wurde 1875, in Gemeinschaft mit der Lagerverwaltung des Lockstedter Lagers, die Neuanlage von 9 Stück Brunnen sowie die Vertiefung von zwei bereits vorhandenen Brunnen im Barackenlager auf der Lockstedter Haide ausgeschrieben. Von der Verwaltung war ein Höchstpreis für die Bauarbeiten von 1.709 Courant vorgegeben. Die Entscheidung, so hieß es, wer den Zuschlag erhalten würde, träfe der Garnisonsbaumeister Gätje in einer öffentlichen Sitzung.

Die Planung für die Wasserversorgung des Truppenübungsplatzes hatte eine entscheidende Phase erreicht. Die Gelder für den Bau waren im Haushalt eingeplant und bereitgestellt. Die öffentliche Ausschreibung war veröffentlicht worden und die Firmen hatten Gelegenheit bis zum 25.Oktober 1900 ihre Angebote abzugeben. Der Fiskus hatte die Bauarbeiten in drei Lose aufgeteilt und für die Brunnenarbeiten 9.000 Mark, die Rohrleitungen 100.000 Mark sowie für den Bau des Wasserturmes und die Beschaffung der Maschinen 17.000 Mark veranschlagt. Die benötigten Unterlagen konnten gegen Gebühr in Altona-Ottensen beim Garnisonsbauinspektor bezogen werden.

Am 04.Januar 1901 war der erste Spatenstich für den Bau der Wasserversorgung im Lager.

Am 06.03.1901 war die Anlage von vier Brunnen für die im Bau begriffene Wasserleitung dem Fabrikanten Herrn Wessel aus Itzehoe übertragen worden. Nachdem Herr Wessel bereits einige Wochen zuvor einen Probebrunnen hatte bauen lassen fand in den folgenden 14 Tagen nach Erhalt des Auftrages sowohl am Tage als auch in der Nacht ein Probepumpen statt, welches zur vollen Zufriedenheit ausfiel. Die stündliche Leistung lag bei 25 Kubikmetern also insgesamt 600 Kubikmeter in 24 Stunden. Aufgrund dieses Ergebnisses wurde unverzüglich mit dem Bau der restlichen drei Brunnen begonnen.

Das Wasser wurde schließlich aus vier tiefen Brunnen gefördert. Ein Brunnen war beim Leszczynskistein, einer beim Erdpilz 3, ein weiterer beim Gut Springhoe und der vierte nördlich des Knispel Holzes. Von dort wurde das Wasser, durch nicht geglättete 200er gußeiserne Rohre, die im Laufe der Jahre einen steigenden Wartungsaufwand benötigten, zum Wasserturm gesaugt. Ein weiterer Brunnen im Hohen Fierth war wenig ergiebig und wurde nicht genutzt. Die Brunnen versandeten mit der Zeit, es war notwendig südlich des Gutes Springhoe neue Brunnen zu bauen, doch auch diese versandeten und bereiteten ab 1947 zunehmend Probleme. Die Heeresmunitionsanstalt wurde nicht über den Wasserturm versorgt. Für die Muna war ein eigenes Wasserwerk, in der heutigen Kolberger Straße, das sich aus Tiefbrunnen versorgte, gebaut worden.

Das Pumpenwärterhaus konnte vom ersten Pumpenwärter und seiner Familie im Jahre 1902 bezogen werden.
Das ehemalige Pumpenhaus ist heute Museum.

Der Turm wurde erstmals im Juli 1985 saniert.

2004 wurde festgestellt, daß der Wasserturm erneut saniert werden müsse, jedoch fehlten die notwendigen Geldmittel.



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