Wasserversorgung


Bis zur Inbetriebnahme der Wasserleitung im Jahre 1901, mußte das Trinkwasser für Soldaten und Einrichtungen aus den im Lager vorhandenen 12 Brunnen geholt werden. Küchen, Kantinen, Lazarett und von Offizieren ständig bewohnte Gebäude hatten je einen eigenen Tank für Trink- und Brauchwasser. Die Behälter und Tanks für Brauchwasser wurden durch ein Fuhrunternehmen aufgefüllt.

In der deutschen Garnisons-Gebäudeordnung wurde der tägliche Wasserverbrauch eines Mannes oder eines Pferdes auf 50 Liter festgesetzt und hatte auch annähernde Werte errechnet. In Ansatz kamen für die persönliche Reinigung 18 Liter, Verbrauch in der Küche 5 Liter, allgemeine Reinigung 12 Liter und Wäsche 15 Liter. Dort wo WC's benutzt werden konnten kamen 22 Liter hinzu.

Brauchwasser wurde aus dem Mühlenbach und der Rantzau mit Faßwagen heran transportiert. An zentralen Orten und in der Nähe der Waschplätze standen Wasser­behälter, wo Soldaten und andere Verbraucher benötigtes Brauchwasser holen konnten.

Für die Nutzung der Trinkwasserbrunnen bildete, bis zur Umsetzung der Dungstättenverordnung, der ständige Eintrag von Pferdejauche in das Erdreich eine nicht zu unterschätzende Gefahr. In weit größerem Maße traf dies jedoch auf die Sickergruben zu, in welchen das Wasser der Körperreinigung, der Gebäudereinigung, der Waschkoben und teilweise die Urineimer entsorgt wurden und sich mit dem Grundwasser vermischen konnten. Das Wasser wurde von Zeit zu Zeit von einem Hamburger Institut bakteriologisch untersucht.

Mit dem Anschluß der Gebäude an die Wasserleitung entfiel das mühsame Wassertragen, was die Mannschaften zusätzlich beanspruchte. Es hatte den weiteren Vorteil der ständigen Verfügbarkeit und als Folge eine Steigerung der körperlichen Reinlichkeit, die Klosettspülung wurde möglich und die Bekämpfung von Bränden wurde effektiver und schneller. Zu letzterem Zweck wurden in den Gebäuden Wasserhähne mit eingebaut, an welche Schläuche angeschlossen werden konnten. Für die Latrinen wurde nur zur Reinigung des Tanks nach der Entleerung derselben Wasser eingesetzt.

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