|
Auf der letzten Sitzung des Norddeutschen Männer- und Jünglingsbundes im Jahre 1904 wurde der Beschluß gefaßt, zu prüfen, ob sich beim Truppenübungsplatz Lockstedter Lager der Bau eines Soldatenheimes, vergleichbar dem des in Sonderburg errichteten, verwirklichen lasse. In einer weiteren Beratung wurden die Personen, die sachdienliche Erkundigungen einziehen sollten ausgewählt und beauftragt. In der ersten Märzwoche des Jahres 1905 waren drei Herren aus Hamburg zum Lockstedter Lager gekommen, um sich für die Norddeutsche Missionsgesellschaft nach einem Grundstück von der Größe von 1 Hektar umzuschauen und bei der Gemeinde zu erfragen ob es Vorbehalte gegen den Bau eines größeren Gebäudes geben würde. Die Kommission sollte durchblicken lassen, daß die Missionsgesellschaft beabsichtigte auf dem Grundstück ein Soldatenheim zu bauen, in dem unter anderem auch eine Lesehalle eingerichtet und den Soldaten durch Gesellschaftsspiele Unterhaltung geboten würde. Im diesem Soldatenheim würden nur alkoholfreie Getränke ausgegeben werden. Nach mehrmaligen Gesprächen und Verhandlungen konnte die Kommission 1906 ein in der Nähe des Bahnhofs gelegenes 46 Ar großes Grundstück vom Besitzer Schaller erwerben. Der Kaufpreis betrug 7.500 Mark (der Betrag wurde von einem Spender, s.u. übernommen). Der Gemeinde Lohbarbek wurde mitgeteilt, daß man beabsichtige den Bau möglichst bald in Angriff zu nehmen.
Die Pläne für den Neubau des Soldatenheimes waren von dem Architekten Petersen aus Altona noch 1906 gefertigt und sollten wie vorgelegt umgesetzt werden. Der Bau war als stattlich zu bezeichnen. Im Kellergeschoß waren die Küche, der Speiseraum für das Personal, der Heizungsraum, die Baderäume sowie verschiedene Vorratsräume. Im Erdgeschoß befanden sich zwei Unterhaltungszimmer, (je 70 Quadratmeter für je 70 Besucher), zwei Schreibzimmer (je 40 Quadratmeter für je 40 bis 50 Personen) und ein großer Mannschaftssaal (15 x 25 Meter), an Tischen mindestens 375 Personen Platz bietend. Der Saal war mit den Unterhaltungsräumen zu verbinden. Im Obergeschoß befand sich die Wohnung für den Hausvater und die Gehilfen, einige Gästezimmer und eine für Offiziere und Gäste bestimmte Galerie des Saales, sowie 10 einfache, Reserveoffizieren, Chargen und Einjährigen zur Verfügung stehende Zimmer. Für den Bau waren 100.000 Mark veranschlagt worden, 40.000 Mark waren zum Zeitpunkt der Planvorstellung vorhanden. Im Mai des Jahres 1907 wollte die Öffentlichkeit vom Norddeutschen Männer- und Jünglingsbund wissen, wann denn Baubeginn für das Soldatenheim wäre. Der Grund für die Verzögerung, so stellte sich heraus, war finanzieller Art. Da der Bund für das Bauvorhaben wenigstens 100.000 Mark Eigenkapital haben mußte, um das Soldatenheim schuldenfrei fertigzustellen, verzögerte sich der Baubeginn. Von Fürstlichkeiten, Vereinen, Privatpersonen, Kriegerverbänden, Behörden, Sparkassen usw. waren für den Bau kleinere und größere Beiträge gespendet worden, darunter ein Betrag von 12.500 Mark. Die vom Konsistorium in Kiel bewilligte landesweite Kirchenkollekte hatte dem Soldatenheimfond über 3.000 Mark zugeführt, so daß die Gesamteinnahme Ende März des Jahres 1907 49.520 Mark betrug. Weil der Bund nicht damit rechnete, daß die Einnahmen aus dem Wirtschaftsbetrieb auch zur Zahlung von Hypotheken ausreichen würden, wollte er das Gebäude schuldenfrei erstellen. Der Bund mußte also noch weiter die Hilfe aller Freunde der militärischen Jugend in Anspruch nehmen. Sammlungen in Bremen und anderen Orten waren eingeleitet worden und man hoffte, daß es vielleicht innerhalb eines Jahres gelingen würde, die erforderlichen Mittel aufzubringen. Von vielen Seiten und aus allen gesellschaftlichen Kreisen, so auch vom Reichskanzler und militärischen Behörden wurde die Notwendigkeit eines Soldatenheims anerkannt und der Bau eines solchen begrüßt. Es waren zwei weitere Jahre vergangen und nichts hatte sich auf dem Baugrundstück getan. Der Architekt Petersen aus Altona hatte den Vertrag gekündigt, der Bund mußte sich nach einem anderen Architekten umsehen. In der Norddeutschen Missionsgesellschaft drückte man die Hoffnung aus, daß mit dem Bau trotzdem bald begonnen werden könnte und man gern die Einweihung des Soldatenheims mit dem nächsten schleswig-holsteinischen Posaunenfest im Jahre 1910 verbinden würde. Eine Meldung im November bezüglich des Soldatenheims erregte wenig Aufmerksamkeit. Der Jünglingsverein teilte mit, daß die Einweihung des Soldatenheims, die mit dem nächsten schleswig-holsteinischen Posaunenfest verbunden werden sollte, nicht im Jahre 1910 erfolgen würde. Im Jahre 1910 wurde vom Bund der Architekt Fritz Höger für das Bauprojekt gewonnen. Nach eingehender Besichtigung der Lokalitäten stellte dieser fest, daß das "große Haus" an der Ecke zur Bahnhofstraße - Kieler Landstraße ein Schandfleck sei und die Kulisse des Soldatenheims stören würde. Besagtes Gebäude war von Herrn Böge im März 1910 vom Besitzer Herrn Schaller, der in erheblicher Geldnot war, gekauft worden. Da sich aber abzeichnete, daß Herr Böge das Haus mit den heruntergekommenen Wohnungen ebenfalls nicht halten konnte, wurde dem Bund geraten mit Herrn Böge in Verkaufsverhandlungen einzutreten. Der Verkauf wurde im September perfekt und kostete den Bund inklusive der Abrißkosten 20.000 Mark. Es dauerte noch bis Ende Oktober bis die neun im Hause wohnenden Familien sich eine andere Bleibe gesucht hatten. Gleich nachdem das Haus leer stand, begann der Abriß des Geweses. Es fügte sich gut, daß gerade zu dieser Zeit ein Einwohner des Lagers nach gebrauchten Baumaterialien suchte, dieser übernahm kostenlos den Abtransport der Ziegelsteine und des Dachstuhlholzes. Anfang April 1911 war die Entscheidung für den Bau des Soldatenheims entgültig gefallen, mit dem Bau sollte in der letzten Aprilwoche begonnen werden. Wie allgemein bekannt wurde, waren die Bauarbeiten dem Zimmermeister Wrigg aus Itzehoe übertragen worden. Die Norddeutschen Männer- und Jünglingsvereine sowie die Kriegervereine der Provinz wurden zu Beginn des September über das künftige Soldatenheim mit der Absicht informiert, zu weiteren Spenden aufzufordern: "Der Bau des Soldatenheims am Truppenübungsplatz Lockstedter Lager, der im Laufe des Jahres von sämtlichen Truppen des IX.Armeekorps besucht wird, geht seiner Vollendung entgegen. Die Außenarchitektur wird der Landschaft und dem Zweck des Hauses angepaßt, schlicht, aber doch würdig und schön. Die Innenanlage zweckentsprechend. Das vom Norddeutschen Männer- und Jünglingsbund erbaute Heim bietet in den Flügelbauten des Erdgeschosses Unteroffizieren und Mannschaften große Schreib- und Lesezimmer sowie Unterhaltungsräume. Im Ober- und Dachgeschoß sind außer der Wohnung des Hausvaters und den Räumen des Personals eine Anzahl Fremdenzimmer untergebracht. Der Keller enthält neben der geräumigen Küchenanlage und den erforderlichen Nebenräumen zwei Wannen- und sechs Brausebäder. Ferner befindet sich unter dem Saal eine Doppelkegelbahn. Der das Haus umgebende Garten dessen Herrichtung von einem Freund der Sache übernommen wird, bringt den Bau noch vorteilhafter zur Geltung. Der sich dem Garten anschließende große Spielplatz soll allen, die Neigung zu körperlichen Übungen und zum Spiel haben, gute Gelegenheit dazu bieten. Für die Einrichtung einer guten Bibliothek wird Sorge getragen, Tageszeitungen und gute Zeitschriften werden ausliegen und für die Veranstaltung von Vorträgen erbaulicher, belehrender und unterhaltender Art wird ein 500 Personen fassender Saal zur Verfügung stehen, eine Pflegestätte für Gottesfurcht und Königstreue, für Vaterlandsliebe und gute Kameradschaft sein und das sittliche und leibliche Wohl unserer Soldaten in uneigennütziger Weise fördern. Zweifellos wird die Einrichtung des von großem Garten und Spielplatz umgebenen Soldatenheims gerade am Truppenübungsplatz willkommen sein und bei den beengten Unterkunftsverhältnissen und größeren dienstlichen Anstrengungen doppelt wohltuend empfunden werden. Der Bau ist nach den Plänen des Herrn Architekten Höger aus Hamburg ausgeführt und macht den Eindruck der Behaglichkeit und Wohnlichkeit. Die Architektur ist die heimische niedersächsische, schlicht und würdig, dem Zweck entsprechend und der Landschaft angepaßt. Die gesamten Kosten des Heims sind auf 130.000 Mark veranschlagt, von denen 100.000 Mark durch unermüdliche Sammelarbeit zusammen gekommen sind. Der Bauplatz für das Heim wurde von Herrn Großkaufmann R.Donner geschenkt. Zur schuldenfreien Eröffnung des Heims, die durchaus notwendig erscheinen - ein Zwang etwas verzehren zu müssen soll nicht bestehen, wenn auch Speisen und Getränke zu Kantinenpreisen zu haben sein werden, fehlen noch 30.000 Mark. Der Bund wendet sich an alle, die unser Vaterland und seine ruhmreiche Armee lieb haben und die wünschen, daß in unserem Heer ein scharfes Schwert erhalten bleibe, mit der herzlichen Bitte, ihm durch weitere Darreichung von Mitteln die schuldenfreie Eröffnung des Heims für die Söhne unserer engeren Heimat zu ermöglichen. Etwaige Gaben für diesen Zweck sind an die Geschäftsstelle des Bundes (Hamburg 5, Brennerstraße 17) oder per Bank (Bankkonto: Vereinsbank, Hamburg), erbeten." Januar 1912, der Bau des Soldatenheims näherte sich seinem Ende. Zum 01.Januar hatte das Heim einen Hausvater bekommen und vor der ersten größeren Belegung des Lagers mit Soldaten sollte es seiner Bestimmung übergeben werden. Wie aus dem vorhergehenden Bericht hervorgeht, hatten freiwillige Spenden und Sammlungen es ermöglicht, den Rohbau schuldenfrei herzustellen; das noch fehlende Geld für die Innenausstattung hoffte man durch großzügige Mäzene zu erhalten. Das Feldartillerieregiment Nr.9 hatte auf einen erneut ergangenen Spendenaufruf reagiert und sich spontan zu einem Benefizkonzert, dessen Ertrag ohne Abzüge dem Soldatenheimfonds zugute kommen sollte, entschlossen. Das einmalige Konzert fand in Itzehoe im Kaisersaal statt. Leider war der Zuspruch der Bevölkerung nicht besonders groß, es wurden 760 Mark an den Jünglingsbund überwiesen. Während des Konzertes wurde den Besuchern mitgeteilt, daß die Einweihung des Soldatenheims am 06.März, vormittags 10:30 Uhr stattfinden würde. Hauptredner wäre der Generalsuperintendent D.Kaftan aus Kiel. Die Feier sei öffentlich, jedoch wäre der Zutritt nur mit Eintrittskarten gestattet, die bis zum 04.März kostenlos bei der Geschäftsstelle des Jünglingsbundes in Hamburg, durch die Verwaltung des Soldatenheims im Lockstedter Lager und bei dem Bauunternehmer Wrigg in Itzehoe in der Bahnhofstraße, zu bekommen wären. Wenige Tage vor der Einweihung traf eine 15 Mann starke Gärtnerkolonne aus Pinneberg ein, diese stellte unter der Leitung eines Obergärtners die Außenanlagen fertig. Die Mannschaft hatte sämtliches Werkzeug, das benötigte Material und die gespendeten Pflanzen mitgebracht. Für die Dauer der Arbeiten wohnten sie in den Kellerräumen des Soldatenheimes. Bericht über den Tag der Einweihung."Am 06.März fand die Einweihung des Soldatenheims unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern staatlicher und kirchlicher Behörden, sowie vieler Freunde und Förderer der Soldatenfürsorge in feierlicher Weise statt. Unter den Erschienenen waren der Kommandeur des IX.Armeekorps Exzellenz von Plettenberg, Kommandant des Truppenübungsplatzes General von Dömming, Regierungspräsident Uckert aus Schleswig, Konsistorialpräsident D.Müller aus Kiel, Generalsuperintendent D.Kaftan aus Kiel, Oberst von Ditfurth aus Itzehoe und Oberst von Falkenstein aus Neumünster. Die Feier wurde mit der von der Kapelle des Feldartillerieregiments Nr.9 vorgetragenen Hymne "Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", von Beethoven, eröffnet, worauf der Ehrenpräses des Norddeutschen Männer und Jünglings-Bundes, Rechnungsrat Reineke, die Begrüßungsansprache hielt, in derselben betonend, daß die Quellen der besten Mannes- und Soldatentugenden im lebendigen Christenglauben lägen, der die tatkräftigste Triebfeder zu treuer Pflichterfüllung, der beste Sporn zu entschlossener Tat und die Grundlage der edelsten Kameradschaft sei. Deshalb sei auch das vom Nordbund der Jünglingsvereine mit einem Kostenaufwand von 150.000 Mark erbaute Heim, das durch seine mancherlei Einrichtungen und Darbietungen der waffenpflichtigen Jugend in leiblicher und geistiger Beziehung dienen solle auf eine christliche Grundlage gestellt und Gottes Wort solle allzeit eine Stätte in diesem Hause finden. Nach dem gemeinsamen Liede "Lobe den Herren, o meine Seele" hielt Generalsuperintendent Kaftan die Weiherede im Anschluß an 1.Petri 2,17: "Tut Ehre jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehret den König", in derselben wünschend, daß dieser Spruch nicht nur als jeden Besucher grüßendes Losungswort über der Tür des Heims in Stein gehauen sein möge, daß er vielmehr allem, was im Heim und durch das Heim geschehen würde, sein Gepräge und seinen Inhalt geben solle. Bundessekretär Schröder erstattete darauf den Bericht über die Geschichte des Heims, das zu bauen anläßlich des Jubiläums des Bundes 1905 beschlossen worden sei. Das nunmehr vollendete Haus, das neben dem Marineheim des Bundes in Sonderburg das zweite Soldatenheim sei, dürfe als ein Zeichen von der dem Evangelischen Jünglingsvereinswerk innewohnenden Lebenskraft angesehen werden, es bringe aber auch im Blick auf die von Staats- und Kirchenbehörden, Sparkassen und Vereinen, von arm und reich, vornehm und gering beigesteuerten Gaben einen hocherfreulichen Tatbeweis für das allgemeine Interesse, das unser Volk seinem Heer und die seinem Wohle geltenden Bestrebungen entgegenbringe. Der Redner dankte allen, die an der Verwirklichung des Planes tatkräftig teilgenommen hätten: den Gliedern der mecklenburgischen Fürstenhäuser, der Militärbehörde, den Staats- und Kirchenbehörden in den Freien und Hansestädten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg und allen, welche sonst große und kleine Gaben für das Werk bereitgestellt hätten.Nach einem weiteren Musikvortrag der Kapelle nahm der Vertreter der zehn evangelischen Jünglingsbündnisse Deutschlands das Wort; er konnte als Befürworter und Unterstützer der neueren Soldatenfürsorgebestrebungen mitteilen, daß innerhalb der letzten 15 Jahre von den Jünglingsbündnissen zehn Soldatenheime mit einem Kostenaufwand von 1.800.000 Mark erbaut worden seien, außerdem seien 60 Soldatenheime in zum Teil recht umfangreichen Mieträumen untergebracht und würden von den Bündnissen oder Vereinen unterhalten. Das Schlußwort sprach Pastor Bahnsen, der Vorsitzende des Bundes, der dem Werk einen fröhlichen Anfang und gesegneten Fortgang mit dem Ziele wünschte, daß dadurch das Reich Gottes unter der waffenpflichtigen Jugend gebaut werden möge. Mit dem altniederländischen Dankgebet schloß die eindrucksvolle Feier, der ein Rundgang durch das Haus folgte. Nach einstimmigem Urteil war alles ebenso praktisch wie gediegen eingerichtet. - Während des sich anschließenden Frühstücks nahm der Kommandierende General, General von Plettenberg das Wort, um in anerkennenden Worten den Gründern und Erbauern des Heims den Dank für das große Geschenk auszusprechen, das sie mit diesem Heim dem IX.Armeekorps gemacht hätten. Der General schloß seine Ansprache mit einem Kaiserhoch. Zahlreiche telegraphische Grüße von einzelnen Regimentern und von Freunden der Arbeit des Bundes bezeugten, daß dessen Bestrebungen eine große Würdigung gefunden haben. - Abends versammelten sich etwa 500 Unteroffiziere und Mannschaften zu einem Teeabend im neueröffneten Heim. Pastor Bahnsen begrüßte die Erschienenen und sprach von der bleibenden Freude, die durch das Heim geweckt und gemehrt werden solle. Bundessekretär Schröder sprach über die Bedeutung der Jünglingsvereine und ihre Beziehungen zum Heer. Eine Anzahl Lichtbilder dienten zu Erläuterung des Vortrages. Musikalische Vorträge bereicherten das Programm des Abends. Lebhafte Begeisterung löste die Antwort auf ein Huldigungstelegramm an den Kaiser aus Cuxhaven aus: "Er danke dem Vorstande des Norddeutschen Männer- und Jünglingsbundes für seine patriotische Huldigung und freue sich über die Einweihung des Soldatenheimes, dessen Bestand für die Truppen im Lager ein Segen sein möge! Wilhelm J.R." Abschließend dankte der Bundesvorstand noch einmal allen, die zur Ausführung dieses christlich-nationalen Werkes, das dem Wohle der waffenfähigen Jugend unserer engeren Heimat dienen soll, beigetragen haben, und glaubt hoffen zu dürfen, daß die an der schuldenfreien Eröffnung des Hauses noch fehlende Summe von 16.000 Mark von Freunden unseres Heeres dargereicht werde." Am Tage nach der Einweihung war das Gerücht ausgestreut worden, daß ein unbekannter Gönner das letzte Baugeld noch am Tag der Einweihung gestiftet hätte. Bezüglich des Gerüchts machte daraufhin der Vorstand des Norddeutschen Männer- und Jünglingsbundes bekannt, daß die durch die Presse gehende Nachricht von der Deckung der auf dem Hause ruhenden Schuld von 16.000 Mark auf einem Irrtum beruhe und nicht den Tatsachen entspräche. Ein großes Jugend- und Posaunenfest veranstaltete am 2.Pfingsttag (27.05.1912) der Provinzialverband der ev.luth. Jünglings- und Männervereine in Schleswig-Holstein in Verbindung mit dem Norddeutschen Männer- und Jünglingsbund im Soldatenheim. Trotz des ungünstigen Wetters hatten sich zahlreiche Gäste aus den Vereinen Schleswig-Holsteins, Mecklenburg - Schwerin und des Kreises Steinburg eingefunden. Die vereinigten Posaunenchöre entboten am Vormittag dem Platzkommandanten vor dessen Dienstgebäude einen musikalischen Gruß. Um 14:00 Uhr begann dann die eigentliche Feier. Der geräumige Versammlungssaal des Soldatenheims platzte fast aus allen Nähten, er vermochte kaum die Festbesucher zu fassen. Der Posaunenchor, der inzwischen zu der stattlichen Anzahl von zirka 100 Bläsern angewachsen war, bot ein gelungenes Konzert. In einer Pause, gegen 15:00 Uhr ergriff Generalmajor z.D. Klingender aus Groß Flottbeck das Wort und führte in ernster, mitreißender und rhetorisch geschliffener Rede aus, wie es in der derzeitigen Zeit mehr denn je gelten müsse "In Treue fest zu werden im Dienste am Menschen, gegen das Vaterland und gegen Gott." Nach einem gemeinschaftlichen Lied hieß Pastor Bahnsen die erschienenen Gäste und Bundesbrüder herzlich willkommen und sprach dann über "In Liebe reich." Er ging in seiner Ansprache davon aus, daß die Jünglingsvereine versucht hätten dieses Wort in die Tat umzusetzen, in dem sie dieses Soldatenheim geschaffen hätten, "das in gleicher Weise für Leib und Gemüt den jungen Männern in des Königs Rock Gutes und Gediegenes biete, käme es nun darauf an, in diesem Sinne weiter zu arbeiten". Als weitere Redner sprachen noch Pastor Voigt aus Rickling und der Bundessekretär Schröder aus Hamburg. Beide wiesen in ihrem Vortrag darauf hin, wie man die Arbeit des Nordbundes, der die Soldatenheime in Lockstedter Lager und Sonderburg erhalte, tatkräftig fördern könne. Da für das Soldatenheim Lockstedter Lager noch 10.000 Mark aufzubringen seien, würden Beihilfen zur Deckung dieser Summe noch von der Verwaltung des Soldatenheims bzw. der Geschäftsstelle des Nordbundes dankbar entgegengenommen. Gegen 17:00 Uhr schloß die Versammlung mit dem mit Begeisterung gesungenen Lutherliede "Eine feste Burg ist unser Gott". Im Anschluß an die Feierlichkeiten bestand für die Gäste die Möglichkeit der Besichtigung des Soldatenheims und des Truppenübungsplatzes. Ende September 1912 berichtete der norddeutsche Männer- und Jünglingsbund den angeschlossenen Vereinen über den Betrieb des Soldatenheims, das in diesem Jahr zum erstenmal den Truppen des IX.Armeekorps zur Verfügung stand, daß sich die an das Heim geknüpften Erwartungen erfüllt und die Einrichtungen des Hauses als zweckentsprechend bewährt hätten. Der Wirtschaftsbetrieb sei alkoholfrei, dadurch würde erreicht, daß der Ton im Heim auch bei starkem Besuch angenehme und ruhige bliebe. Der Durchschnittsbesuch würde in den wenigen dienstfreien Stunden des mit Dienst ausgefüllten Wochentages 300 betragen, für den Sonntag wäre er mit 1.800 nicht zu hoch beziffert. Besonders stark würden die Schreib- und Lesezimmer von Unteroffizieren und Mannschaften benutzt. Jedes Zimmer biete Raum für etwa 50 Soldaten, an den Abenden und Sonntags könne man aber wiederholt 60 und mehr Besucher zählen. Die Vorträge, die an den Sonntagnachmittagen den Soldaten geboten würden und religiöse oder vaterländische Themen behandelten, fänden seitens der Soldaten, die den großen Mannschaftssaal mit Empore bis auf den letzten Platz füllten, reges Interesse. Der große Mannschaftssaal, als der größte vorhandene Saal auf dem Übungsplatz, wäre schon mehrfach zur Durchführung der Militärgottesdienste zur Verfügung gestellt worden. Der Verbreitung guter Literatur werde durch das Haus weiterhin besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So wäre im Mannschaftssaal ein Bücherautomat aufgestellt, durch den Hefte der Reclamsammlung in großer Zahl verbreitet würden. Gute "Mäßigkeits- und Sittlichkeitsschriften" und solche mit allgemein ergötzlichem Inhalt würden durch das Heim in der Weise verbreitet, daß in den Lesezimmern und im Mannschaftssaal Schriftentische mit der Überschrift "Zum kostenlosen Mitnehmen" aufgestellt seien. Weiter wirke das Heim durch seine Bibliotheken, die für Mannschaften, Unteroffiziere und für Offiziere vorhanden wären und fleißig benutzt würden einen guten Einfluß auf die Leser aus. Die im Heim durch acht Brause- und zwei Wannenbäder gebotene Badegelegenheit würde stark genutzt, dasselbe gelte auch für die beiden Kegelbahnen. Die in den Obergeschossen des Heims vorhandenen Zimmer erwiesen sich als zweckentsprechend und seien ständig ausgebucht. Eine besondere Aufgabe würde das Heim in diesem Winter zu erfüllen haben, weil das Lockstedter Lager dem neu aufgestellten Fußartillerieregiment Nr.20 und dem III.Bataillon des Infanterieregiments Nr.163 bis zur Fertigstellung der neuen Kasernen als Garnison diene. Eine Unterbrechung des Betriebes fände daher nicht statt, vielmehr wären die Gedanken auf den weiteren Ausbau gerichtet. Die Annahme der Initiatoren des Heims, daß es schuldenfrei eröffnet werden müsse, weil ein Zwang etwas verzehren zu müssen, nicht bestehen sollte, hätte sich als richtig erwiesen. Es sei deshalb dem Vorstand des Nordbundes ein ernstes Anliegen, daß die auf dem Heim noch ruhende Schuldenlast von rund 8.000 Mark durch Freunde des Heeres aufgebracht werden möge. Um die Lesezimmer des Vereins dauernd mit Lesestoff versorgen zu können, wäre die Verwaltung des Heims für die Zusendung guter Bücher und für Jahrgänge von guten illustrierten Zeitschriften usw. dankbar. Das Heim würde häufig von Offizieren besichtigt, die allgemein die Zweckmäßigkeit der Anlage und die Behaglichkeit der Einrichtung des Hauses lobend anerkannten. Häufiger Gastredner im Soldatenheim war in dieser Zeit der Lehrer Schuldt aus Meldorf, der im Jahre 1912 bereits fünf Vorträge gehalten hatte. Im Jahr 1913 hielt er unter anderem die Festrede zu Kaisers Geburtstag. Die Themen seiner drei Vorträge lauteten: "Vor 100 Jahren", "Was nützt der Wetterdienst dem Militär" und "Unsere Soldaten, unsere besten Kräfte". Die Vorträge, die während der Hauptbelegungszeit gehalten wurden, garantierten eine große Zuhörerschar. In diesem Jahr sprach er Ende Mai über "Friedrich Friesen, der Größte unter den Gefallenen aus Deutschlands Jugend vor 100 Jahren". Am 10. hielt er einen Vortrag über "Bilder aus Dithmarschen". Ein weiteres Thema: "Ein Liebling des deutschen Volkes, ein Dulder im schweren Leiden, Friedrich III." Als Vergütung erhielt Herr Schuldt pro Vortrag 20 Mark und freie Kost und Getränke.
Ende Juni wurde im Soldatenheim ein Vortragsnachmittag und Unterhaltungsabend veranstaltet an dem zirka 250 Unteroffiziere und verschiedene Gäste teilnahmen. Eine Militärkapelle sorgte am Abend für die musikalische Unterhaltung. Oberpfarrer Ferling eröffnete am späten Nachmittag die Feier durch herzliche Begrüßungsworte. Lehrer Schuldt hielt im Anschluß an die Rede einen zweistündigen Vortrag über den Wetterdienst und zeigte die Notwendigkeit, den Nutzen und das Wesen desselben. Die Sternwarte Hamburg und das Königliche Meteorologische Institut hatten Karten und Anschauungsmaterial zur Verfügung gestellt. Am 19.Juli referierte Lehrer Schuldt über das Thema: "Warum können wir auf unser deutsches Vaterland stolz sein und welchen Gefahren müssen wir vorbeugen?" Das Soldatenheim war seit Jahresbeginn sehr gut besucht. Der Andrang für die Fremdenzimmer war zeitweilig so groß, daß bis zu 92 Absagen in einer Woche erfolgen mußten. Mit Kriegsbeginn änderte sich manches, auch für das Soldatenheim. Im Lager kursieren unterschiedliche Meinungen bezüglich des Heimes. Erst hieß es, das Heim wäre vom Norddeutschen Jünglingsbund angeboten worden, um daraus ein Lazarett zu machen, dann wurde erzählt, daß in einer ersten Reaktion des Militärs das Heim geschlossen und zum Reservelazarett erklärt worden wäre aber auf Intervention des Bundes und mit dem Hinweis darauf, daß das Heim in der jetzigen Zeit mehr denn je für die Soldatenfürsorge gebraucht werden würde, wäre die Verfügung aufgehoben und der weitere Betrieb genehmigt worden. Das Heim hatte jetzt wie alle anderen Geschäfte und Privatpersonen auch dafür zu kämpfen, daß sie Versorgungsgüter in ausreichender Menge beschaffen konnten. Ein weiterer Schlag für das Heim war die frühe Einberufung des Hausverwalters E.Rachow, er war einer der ersten Reservisten, die beim Reserve Infanterieregiment Nr.84 eingezogen und im Westen eingesetzt wurden. Nach schweren Kämpfen in Nordfrankreich wurde er im September zum Unteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Anfang 1916 erhielt er den Auftrag, in Lens in Nordfrankreich ein Soldatenheim♦ einzurichten, wozu ihm das ehemalige Postgebäude zugewiesen wurde. Bei der Auswahl der im Feindesland zu requirierenden Gegenstände kamen ihm seine, während der Einrichtung des Lockstedter Heimes gemachten Erfahrungen zugute. Das Soldatenheim hatte er im März eröffnet, für seine Leistung wurde er mit dem Mecklenburger Verdienstkreuz ausgezeichnet. Mitte Februar 1915 wurde eine Wirtschaflichkeitsberechnung für das Soldatenheim vorgelegt, so hatte das Heim auch im 3.Betriebsjahr eine steigende Benutzung zu verzeichnen. Der Gesamtumsatz betrug in den Monaten von März 1914 bis Februar 1915: 54.579 Mark. Es waren bisher für den laufenden Betrieb aus der Bundeskasse jährlich 3.309 Mark zugeschossen worden. Der Bund sah die Aufnahme einer Hypothek von 5.000 Mark für die Erweiterung der Badeanlagen als notwendig an. Mit der Erweiterung der Anlagen sollte bald möglichst begonnen werden. In der Folgezeit wurden sehr häufig Gottesdienste im Soldatenheim durch Pastor Bahnsen abgehalten. Pastor Bahnsen war zuständig für die Missionsarbeit in der Provinz, er war häufig Redner bei den Missionsfesten, die bei Julius Hauschildt in Winseldorf abgehalten wurden. Auch am Himmelfahrtstag hielt der Missionsinspektor Pastor Bahnsen im Soldatenheim einen öffentlichen Gottesdienst ab, wobei einige Posaunenchöre aus dem Kreis mitwirkten. Die Chöre gaben zur Mittagszeit bei den Lazaretten ein Konzert, nachmittags waren sie wieder im Soldatenheim. Der Besuch der Veranstaltung war nur sehr mäßig.
Das Soldatenheim, das nun seit fast vier Jahren bestand, ward immer noch gern von Soldaten besucht und es erwies sich in dieser Zeit oft als zu klein. Die vor einiger Zeit erweiterte Badeanlage hatte sich bewährt und ermöglichte die Bereitstellung der gewünschten Bäder. Ein noch zu bauendes Stallgebäude, verbunden mit Wasch- und Kühlraum war auf 5.000 Mark Baukosten veranschlagt worden und sollte nach dem Friedensschluß gebaut werden.
Professor Marcell Salzer muß zu der berichteten Zeit ein sehr bekannter Künstler gewesen sein, da sein Vortrag im Soldatenheim mit einigem Aufwand angekündigt worden war. Wie nicht anders zu erwarten, war der Vortrag des Vortragskünstlers trotz der ungünstigen Zeit, wie es ein Sonnabendnachmittag nun einmal war, sehr gut besucht. Salzer bewegte sich situationsbedingt in anderen Gebieten, wie in Friedenszeiten, die Vorträge waren sehr stark der Kriegszeit angepaßt. Aber deshalb fehlte der Humor nicht, hatte sogar Vorrang und Salzer schaffte es seine Zuhörer vortrefflich zu unterhalten. Die ernsteren Themen wurden mit tiefem, innerlichen Ernst vorgetragen und erzielten besonderen Beifall. Da Salzer neben seiner Rezitationskunst die Mimik kommödiantisch beherrschte, gestaltete sich der Vortrag zu einem außerordentlich abwechslungsreichen. Die vom Norddeutschen Frauenverein veranstalteten Vorträge des Professors Marcell Salzer haben dem Verein einen Reingewinn von 1.412 Mark eingebracht. Veranstaltet wurde der Vortrag durch eine nicht genannte Wohltäterin, die auch sämtliche Kosten trug. Dem ehemaligen Verwalter des hiesigen Soldatenheims, Emil Rachow, der im Westen das Eiserne Kreuz erhalten hatte, wurde im März 1916 auch das Mecklenburger Verdienstkreuz verliehen. Rachow hat in Lens auf dem westlichen Kriegsschauplatz ein erfolgreich wirtschaftendes Soldatenheim eingerichtet. Nach einem Bericht über die am 22.05.1917 in Neumünster abgehaltene Kriegstagung des Provinzialverbandes ev.luth. Männer- und Jünglingsvereine war der Besuch des mit einem Kostenaufwand von 160.000 Mark erbauten Soldatenheims im auch im vergangenen Jahr sehr gut; in den dienstfreien Stunden betrug die Zahl der Besucher an Wochentagen 300 - 400 Personen, an Sonntagen dagegen waren es 2.000 Gäste und mehr. An einem anderen Sonnabend, dem 30.Juni 1918 hielt der Polizeimeister Soelle aus Hamburg einen Vortrag über die Südseekolonien und seine Erlebnisse auf dem Archipel. Der Krieg hatte auch bis in diese Region seine Auswirkungen, so flocht er einige Kriegserlebnisse mit ein. Seinen Vortrag hörten etwa 350 Männer, die für den um 15:00 Uhr beginnenden Vortrag, der nur 10 Pfennig Eintritt kostete, ausnahmsweise freigestellt wurden. Auch Zivilisten durften den Vortrag anhören. Ende Juni fanden im Soldatenheim mehrere Unterhaltungsabende statt. Den Anfang machte ein vaterländischer Unterhaltungsabend, wozu auch die Verwundeten der Lazarette eingeladen waren. Herr Wurm aus Itzehoe hielt einen Vortrag über die Ukraine, Land und Volk, mit klaren Worten beschrieb er dieses Land und schilderte einige Eigenheiten der Bewohner. Zwei Tage später konzertierte wieder einmal das Quartett Westermann die Darbietungen fanden wie immer großen Beifall. Am Samstagabend bot Fitty Ripke, Provinzialinspektor im Lager, eine schwungvolle Unterhaltung durch seine interessanten und verblüffenden Zauberkünste, bei denen er wie immer donnernden Beifall erntete. Herr Ripke versprach am Ende seiner Darbietung den Anwesenden, daß er zum Zweck der Wohltätigkeit hier mit seiner Truppe im Laufe des Sommers eine größere Veranstaltung, verbunden mit einem Gartenkonzert und verschiedenen humoristischen Vorträgen, geben würde. Erste Künstler seien bereits engagiert worden. Der Militäroberpfarrer des IX.Armeekorps, Konsistorialrat Ferling, hielt am Sonntag, den 7.Juli 10:00 Uhr vormittags, im Soldatenheim einen evangelischen Gottesdienst ab. Diesem Gottesdienst folgte am 30.Juli und 01.September eine heilige Messe, gehalten von Pfarrer Jansen, der die Möglichkeit anbot, vor Messebeginn die heilige Beichte abzulegen. Der katholische Pfarrer Jansen hielt im Soldatenheim am Dienstag, dem 30.Juli, zur ungewöhnlichen Zeit um 07:00 Uhr vormittags heilige Beichte und um 08:00 Uhr feierte er die heilige Messe. Meist wurden solch ungewöhnliche Termine immer im Zusammenhang mit der Verabschiedung von Einheiten auf den Kriegsschauplatz geplant. Ein weiterer Gottesdienst fand am 03.Oktober statt, die Zeiten für die Beichtabnahme und Gottesdienst waren die gleichen wie im Juli, diesmal war das Angebot an die Soldaten der I.Ersatzabteilung des Feldartillerieregiments Nr.9 gerichtet. Am nächsten Donnerstag, 8 Uhr vormittags, ist im hiesigen Soldatenheim katholischer Gottesdienst, um 07:00 Uhr vormittags Gelegenheit zur heiligen Beichte. Professor Dr. Eduard Engel, Verfasser von vortrefflicher Literaturgeschichte, bedeutender Werke über Goethe, Stilkunst, deutsche Sprache usw., hielt am Dienstag, den 13. und Mittwoch, den 14.August im Soldatenheim einmal einen Vortrag über die schöne und reiche Muttersprache, das andere Mal über Kunst. Der Beginn des Vortrages war jedesmal 20:15 Uhr abends, um allen die Möglichkeit zu geben den Vortrag zu besuchen. Der Vortrages sei geeignet, den geistigen Schwung zu heben und das Deutschtum zu fördern.
Das Rote Kreuz kaufte im September 1920 das Soldatenheim vom Norddeutschen Jünglingsbund und errichtete darin ein Heim für "Alte und Gebrechliche". Nach dem Erwerb der Immobilie stellte das Rote Kreuz der Ortschaft Lockstedter Lager die Spitze des Grundstückes an der Bahnhofstraße - Kieler Landstraße kostenlos zur Verfügung. Das Rote Kreuz hatte erfahren, daß die Bevölkerung des Ortes just an dieser Stelle ein Ehrenmal für die aus der Ortschaft stammenden Gefallenen errichten wollte. Alle Anträge in diese Richtung waren von dem früheren Besitzer, dem Norddeutschen Männer- und Jünglingsverein abgelehnt worden. (Das Denkmal stand bis zur Errichtung des Ehrenhains an der Finnischen Allee an dieser Stelle.) ♦ Anmerkung: Soldatenheime! Vor dem Kriege waren sie wenig bekannt, nur vereinzelt gab es solche. Die Zeiten änderten sich. Als im Herbst 1914 der Bewegungskrieg in Frankreich und Belgien in den Stellungskrieg überging, gründete die Nationalvereinigung der evangelischen Jünglingsbündnisse in Deutschland die ersten Soldatenheime im besetzten Gebiet und in der Etappe. Ihre Zahl war bis Herbst 1916 auf 300 gestiegen. ![]() Soldaten- / Marineheim in Sonderburg, ehemaliges Gaswerk, herrliche Sicht über die Sonderburger Bucht. An der Einweihung 1911 nahm der Bruder des Kaisers Prinz Heinrich teil. Prinz Heinrich hielt die Eröffnungsrede. |