Heeresflieger — ihr Ursprung ?

Drachenflieger — Ballonfahrer — Feldluftschiffer — Feldflieger
Luftwaffen   Heeresflieger — Heeresflieger — ?



Wo soll man mit der Auflistung der Entwicklungsstationen beginnen? Bei den ersten chinesi­schen Drachen die als „Mehrzweckwaffe“ verwendet wurden - vom "Feuerdrachen" bis zum Einsatz von Drachen, die mit Beob­achtern zum Auskundschaften feindlicher Befestigungen und Stellungen bemannt waren. Vielleicht bei den einzelnen Stufen der Ballonentwicklung ? Auf die Idee den Ballon für militärische Zwecke zu nutzen kamen einige Offiziere nach den schwärmerischen Erzählungen eines Ballonfahrers. Umgesetzt hat ein Leutnant des französischen Ingenieur Korps die Gedanken und sie zusammen­gefaßt in der Denkschrift mit dem Titel "Über die Verwendung des Ballons zu militä­rischen Zwecken".

Der unterschiedlichen Literatur ist zu entnehmen, daß die französische Revolutionsarmee als erste die Vorteile des Ballons nutzte und eine Art Ballontruppe aufstellte. Die Ergebnisse eines mittels Ballon durchgeführten Aufklä­rungsversuches bei Valenciennes 1793 waren so erfolgversprechend, daß Ballons bei Maubeuge und Charleroi für die Schlachtfeld­beobachtung eingesetzt wurden. Bei der entscheidenden Schlacht am 26.Juni 1794 bei Fleureus wurde nicht nur das Schlachtfeld aus ei­nem Ballon beobachtet, sondern vom Ballon aus auch das eigene Artilleriefeuer geleitet.

1852 am 24.09. erster Flug des Franzosen Henri Giffard mit einem 44 Meter langen Luftschiff, das mit einer 3 PS Dampf­maschine (Propellerdurchmesser 2,5 m) angetrieben wurde.

1859 sollen in der Schlacht von Solfernino vom Ballon aus erste Versuche auf dem Gebiet der Luftbild­photographie durchgeführt worden sein.

Im amerikanischen Bürgerkrieg 1862 bis 1864 verfügten Vorposten der Nordtruppen über eine Ballontele­graphen­station, die mit einem Fesselballon aus 300 m Höhe die Bewegung des Feindes verfolgte. Photo­graphische Gelände­auf­nahmen wurden bereits mit Netzquadraten überzogen, dadurch waren ge­nauere Meldungen über den Feind zu machen.

1869 erster Ballonaufstieg mit 34 Personen an Bord auf eine Höhe von 650 Metern.

Erste Versuche der Gefechtsfeldaufklärung aus dem Ballon wurden 1870 in Deutschland durchge­führt. Eigens hierfür wurden am 31.08.1870 in Köln zwei Luftschiffer-Detachements zu je 20 Solda­ten aufgestellt. Die Detachements verlegten nach ersten Probeflügen mit zwei Kugel­ballonen engli­scher Bauart nach Straßburg und Metz. Die Einsätze an der Front waren nicht zufriedenstellend, die Truppe am 10.10.1870 wieder aufgelöst.

Im deutsch-französischen Krieg 1870-1871 setzten die Franzosen während der Belagerung von Paris mit großem Erfolg den Fesselballon zur Beobachtung des Feindes und den Freiballon zum Transport von Personal und Material ein.

Als Stiftungstag der deutschen Luftschiffertruppe wird der 09.05.1884 genannt. Aus dem damals auf dem alten Ost-Bahnhof in Berlin ins Leben gerufenen, 33 Mann starken „Ballon-Detachement zur Anstellung von Versuchen mit Kaptiv-Ballons für Zwecke der Fußartillerie“ entstand im Jahre 1887 eine Luftschiffer-Abteilung und zwar in der Kaserne auf dem Tempelhofer Feld, dorthin hatte das alte Ballondetachement verlegt. 1894 trat die auf­gestellte Luftschiffer-Lehranstalt hinzu. 1901 wurde das I.Luftschiffer-Bataillon mit 2 Kompanien und einer Bespannungs-Abteilung in Reinickendorf etatisiert. Am 01.06.1902 traten alle Bespannungsabteilungen der Fußartillerie zum Luftschiffer-Bataillon über. Die später bis zum Krieg aufgestellten Bataillone 2-5 dienten Luftschiffzwecken.

31.01.1885 erster Aufstieg eines deutschen Fesselballons.

Ab 1894 wurden jährlich 10 Offiziere aller Waffengattungen zu einem einjährigen Ausbildungs­kurs zur Luftschif­fer-Lehranstalt kommandiert. Die hier ausgebildeten Beobachter wurden nach dem Lehrgang auf Truppenübungsplatzaufent­halten überprüft.

Der ursprünglich genutzte Kugelballon wurde mehr und mehr vom Drachenballon vom Typ Parse­val-Sigsfeld verdrängt, der letztendlich 1896 nach eingehenden Versuchen im Heer eingeführt wurde. Vom Ballon aus war bei gutem Wetter eine Schrägeinsicht in das Gelände von mehr als 7 km möglich.

Am 02.07.1900 startet das erste deutsche Starrluftschiff der Zeppelin LZ-1 Das deutsche Heer kaufte LZ 3, taufte es um in Z-I Der Jungfernflug war am 09.10.1906, Z-II folgte am 26.05.1909, Z-III am 25.04.1912

Im Jahre 1914 war die Abneigung gegen die Fesselballon-Einsätze so groß, daß die Mehrzahl der General­kommandos den weiteren Einsatz ablehnte. Eine Kriegsverwendungsfähigkeit war bis 1914 nicht nachgewiesen. Man hatte fahrlässig versäumt die Ballons beim Boxeraufstand in China und Herero Aufstand in Deutsch-Südwest-Afrika zu erproben.

1915 wurde beim großen Hauptquartier die Stelle des Chefs des Feldflugwesens geschaffen.

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1916 erlitten die Feldluftschiffer große Verluste an der Somme. Der Feind beschoß die Ballons mit Brandmunition. Die Beobachtungsballons wurden durch die Angriffe feindlicher Flugzeuge bedroht. Reaktion darauf war, Schutz der Ballone so oft wie möglich durch Jagdflugzeuge.

1916 Schaffung der Stelle StOLuft (Stabsoffizier der Luftschiff­truppen) bei einer Heeres­gruppe.

1916/1917 Umorganisation der Feldluftschiffertruppe in Abteilungsstäbe und Ballonzüge. 2-5 Ballonzüge waren unter einem Abteilungsstab zusammengefaßt. Einrichtung einer Luftschiffer­schule in Jüterbog.

1917 Abschluß der Umorganisation, Schaffung der Stelle KoLuft (Komman­deur der Luftschiff­truppen) bei den AOK's, die Stelle StOLuft wurde gestrichen. Ausrüstung der Beobachter mit neuen Kameras. Brennweiten 70 und 120 cm, üblich war vorher 30 cm Brennweite.

1918 Bei Kriegsende bestanden 56 Abteilungsstäbe und 184 Ballonzüge.

Flugzeuge

17.12.1903 gilt als Beginn der Aera des motorgetriebenen Flugzeuges.

1906 wurde eine Versuchskompanie für Motorluftschiffahrt beim Luftschifferbataillon in Reinickendorf aufgestellt, die am 01.04.1907 den Dienstbetrieb aufnahm.

1910 gründet das Kriegsministerium die Militärfliegerschule in Döberitz. Der zivile Pilot der Firma Albatros bildete 4 Offiziere als Piloten aus. Als Hilfspersonal hatte der Ausbilder 1 Unteroffizier und 6 Mannschaften zur Seite. Die Schule unterstand der Inspektion der Verkehrstruppen. 1911 Umwandlung der Militärfliegerschule in ein Fliegerkommando und dann in eine Lehr- und Versuchsanstalt für das Militär­flugwesen. „In richtiger Erkenntnis, daß neben dem Flugzeugfüh­rer auch der taktisch gebildete Beobachter für den Erfolg der hauptsächlichen Aufgabe des Flugzeuges nämlich der Er­kundung stehen müsse, hatte man von vornherein auch auf die Ausbildung von Beobachtungsoffi­zieren Bedacht genommen und mit der technischen Ausbildung die Weiterbildung in allen Zweigen der Tak­tik eingeleitet.“

Im Mai 1911 führte die Besatzung Unteroffizier Reichardt (Flugzeug­führer) und Leutnant Heyne (Beob­achter) im Rahmen eines Manövers den ersten Aufklärungsflug durch. Sie erkundeten die gesam­te Stellung des Manövergegners zwischen Darmstadt und dem Rhein. Aus verschiedenen Armeeteilen wurden danach 22 Offiziere zur Ausbildung zum Piloten zur LuV - Anstalt kommandiert. Personalstärke der Anstalt 11 Unteroffiziere und 62 Mannschaften. Die Luftfahr­zeuge waren als Zweisitzer eingerichtet, für den Führer und den Beobachter.

01.April 1912, die Lehr- und Versuchsanstalt für das Militä­rische Flugwesen wurde zu einem provisori­schen Flieger-Bataillon mit 3 Kompanien erweitert. Etatisiert wurde die Königlich Preußische Flieger­truppe am 01.Oktober 1912. Stärke der Truppe 21 Offiziere und 306 Mann. Rumpler-Tauben und Doppeldecker wurden beschafft. Gesamtbestand am Jahresende 153 Luft­fahrzeuge.

Ab September 1913 begann eine weitere Umorganisation. Waren bisher die Flugzeuge der mobilen Flieger­abteilungen eingefügt, so hatte sich nach einem Manöver die Erkenntnis durchgesetzt, daß die abgerüsteten Flugzeuge den Landmarsch behinderten und daß sie für die Dauer des Marsches nicht einsetzbar waren. Die Abteilung bildete ab sofort Vor- und Nachkommandos für die Betreuung und Versor­gung von Flugzeugen und Personal; und langsam begann sich die Meinung zu festigen, daß die flie­genden Einheiten einen aufwendigeren Material-, Personal- und Platzbedarf als andere Heereseinheiten hat­ten und die Bezeichnungen Kompanie und Bataillon irreführend waren. Dazu kam weiter, daß man erkannte, daß die Rumpler-Taube für eine Kriegsverwendung nur einen Notbehelf darstellte. Der steigende Bedarf an Piloten konnte nicht mehr allein durch Offiziere gedeckt werden. Ab 1914 wurden vermehrt Unteroffiziere und Mannschaften ausgebildet.

01.10.1913 Bildung der Inspektion Luftschiffertruppen und Flieger­truppen. Die Fliegertruppe wurde auf 4 Bataillone vermehrt. Ihnen unterstanden 11 Fliegerstationen mit 12 Kompanien. Durch Mobilmachungsbestim­mungen wurden 33 Feldfliegerabteilungen aufgestellt.

Die technische Entwicklung der Flugzeugtypen wurde durch den Übergang des Bewegungskrieges zum Graben­krieg maßgeblich beeinflußt. Aus dem unbewaffneten A + B Luftfahrzeugen mit denen die Fliegertruppe ins Feld zog, hatten sich für die Zwecke der Erkundung/Aufklärung und des Artillerie­schießens be­waffnete C-Flugzeuge entwickelt.

Im Oktober 1915 waren 80 Feldfliegerabteilungen und 8 Artillerie-Fliegerabteilungen aufge­stellt. Die neu aufgestellten Artillerieflieger-Abteilungen ähnelten in Ausrüstung und Zusammen­setzung den Feldfliegerabteilungen, hatten jedoch zunächst nur 4 statt 6 C-Flug­zeuge. Als Flugzeugführer waren aus­schließlich Mannschaftsflieger tätig. Die Flugzeuge hatten FT an Bord, jede Fliegerabteilung 2 FT-Empfangs­stationen.

Im Juni 1915 waren erstmals FT-Gespräche zwischen zwei feindwärts fliegenden Flugzeugen und der Bodenstation durchgeführt worden.

Im Oktober bestanden 4 Beobachter-Schulen bei Ersatzabteilungen. In Jüterbog fand die Ausbildung von Artillerie-Offizieren in Zielerkundung und Feuerbeobachtung vom Flugzeug aus statt.

Bis April 1916 sind 81 Feldfliegerabteilungen und 27 Artillerie­fliegerab­teilungen aufgestellt, es zeich­nete sich eine Spezialisierung (in Luft­waffe und Heeresflieger) ab.

08.10.1916 Einsetzung eines Kommandierenden Generals Luftstreitkräfte.

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Winter 1916/1917 Motoren mit Leistung von 200 - 260 PS wurden zugewiesen.

Kampfgeschwader mußten den Schutz der Artillerieflieger übernehmen.

Die Bezeichnung Artillerieflieger entfiel. Feldfliegerabteilungen und Artillerie-Fliegerabteilungen wur­den als Fliegerabteilung bezeichnet, für Artillerie-Einsätze ausgebildete und ausgestattete Abtei­lungen fügten an die Bezeichnung der Einheit ein -A-.

Bis März 1917 wurde durch Umwandlung und durch Neuaufstellung die Zahl von 48 Fliegerabtei­lungen und 96 Fliegerabteilungen –A– erreicht.

1914 – 1918

Die Anforderungen an Material und Mensch wurden immer vielfältiger, die Bedrohung der Pilo­ten während des Fluges wuchs. Es kristallisierten sich zwei große Forderungen an die Flieger heraus, die an die Fliegerwaffe gestellt wurden, nämlich Aufklärung und Kampf. Dies führte dazu, daß zwei Gruppen von Fliegerverbänden heranwuchsen. Aufklärungs- oder Beob­achtungsverbände und Kampffliegerverbände.

Aufklärungsfliegerverbände waren einzelne Staffeln mit 6-9 Flugzeugen. Sie wurden unterteilt in Artil­lerie-, Nah-, Fern- und Nachtaufklä­rungsverbände sowie Divisionsstaffeln. Diese Staffeln konnten den Divisionen, Generalkommandos oder AOK's direkt oder bei Bedarf unter­stellt werden.

Aufklärung:
operative Aufklärung dient ausschließlich den Zwecken der obersten Führung, Eindringtiefe kann bis 600 km betragen.

taktische Luftaufklärung ist räumlich beschränkt. Eindringtiefe 2-3 Tagesmärsche, feststellen des feind­lichen Aufmarsches, Entfaltung, Schwerpunktbildung, Reserven, leichte und schwere Artillerie­stellungen. Bewegung und Verbleib motorisierter Verbände, feststellen von neuen und eingerichteten Flugplätzen.

Gefechtsluftaufklärung steht in engem Zusammenhang mit der taktischen Luftaufklärung, die Luftaufklärung überdeckt sich häufig. Ständige Über­wachung des Gefechtsfeldes, Eindringtiefe etwa soweit wie die Artillerie reicht. Feststellung von Einzelheiten für die mittlere und untere Führung nach erfolgter Kampfberührung.

Gefechtsfeldluftaufklärung war Aufgabe der Divisionsfliegerstaffeln.


Die Aufklärer hatten während des ersten Weltkrieges hohe Verluste.

Reichswehr

Nach dem Vertrag von Versailles war es dem Deutschen Reich gemäß Artikel 198 verboten Flugzeuge für andere als zivile Zwecke zu nutzen.

Artikel 198

Die bewaffnete Macht Deutschlands darf keine Land- oder Marine-Luftstreitkräfte umfassen.

Deutschland darf während einer nicht über den 01.Oktober 1919 hinausgehenden Frist eine Höchstzahl von einhundert Seeflugzeugen oder Flugbooten unterhalten, die ausschließlich zum Suchen von Unterseeminen verwendet werden und mit der hierzu nötigen Ausrüstung versehen sein dürfen, aber keinesfalls mit Waffen, Munition oder Bomben irgendwelcher Art.

Außer den in den obigen Seeflugzeugen oder Flugbooten eingebauten Motoren darf je ein Reservemotor für jedes dieser Fahrzeuge vorhanden sein.

Kein Lenkluftschiff darf unterhalten werden.

Artikel 199

Innerhalb zweier Monate nach dem Inkrafttreten dieses Vertrages ist das Personal der Luftstreitkräfte, das jetzt in den Listen der deutschen Land- und Seestreitkräfte aufgeführt ist, zu demobilisieren. Bis zum 01.Oktober 1919 jedoch darf Deutschland eine Gesamtzahl von eintausend Mann einschließlich Offiziere für die gesamten Stäbe und das fliegende und nicht fliegende Personal aller Formationen und Einrichtungen behalten und unterhalten.

Stärke der Fliegertruppe zum 08.Mai 1920 gemäß Befehl vom 06.Mai 1920 - 120 Flie­geroffiziere und 20 ehemalige Marineflieger verblieben in der Reichswehr.

Leistungsgrenzen - Begrenzung für den Bau von Flugzeugen vom 14.April 1922

Maximalleistungen:
170 km/h Geschwindigkeit, Reichweite 300 km, Flugzeit 02:30 Std, Gipfelhöhe 4000 m und Nutzlast 600kg.


Außerkraftsetzung des Vertrages Mai 1926

Das Deutsche Reich schloß am 06.Mai 1921 ein Handelsabkommen mit Rußland. In der Folgezeit wurden wirtschaftliche und militäri­sche Gespräche geführt. Die militärischen Verhandlungen leitete General von Seeckt.

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Vertrag von Rapallo. Verhandlungen zwischen deutscher und russischer Delegation führten am 16.April 1922 zu einem Sondervertrag. Rußland gestattete Deutschland die Benutzung von Gelände zu militärischen Zwecken, unter anderem bei Lipezk.

Aus getarnten Angehörigen der Fliegerstäbe der Heeres- und Marineleitung wurde eine Kommis­sion gebildet und nach Moskau entsandt. (Offiziell waren die Mitglieder als krank gemeldet und erhielten andere Namen)

Wegen der Ruhrkrise wurden 1923 bei der holländischen Firma Fokker 100 Jagd­flugzeuge bestellt. 50 der Fokker D-XIII wurden zur tak­tischen Ausbildung der Jagdfliegeroffiziers­anwärter und Offizier­anwärter der Reichswehr an der gerade im Entstehen begriffenen deutschen Militärfliegerschule in Lipezk/ Rußland umgeleitet.
Quelle des Modells: Blue Rider Publishing


Der erste Fliegerlehrgang begann in Lipezk im Frühsommer 1925. Transport von Fokker D-XIII am 28.Mai 1925 mit der "Edmund Hugo Stinnes 4" von Stettin aus. Die restlichen Luftfahrzeuge waren zur Tarnung an andere Länder verkauft worden.

Im Jahre 1923 nahm der damalige Major Student, unabhängig von der Fokker-Beschaffung, Verbindung mit Ernst Heinkel in Warnemünde auf und erteilte ihm unter strengster Geheimhaltung einen Entwick­lungsauftrag zum Bau eines Land-Doppeldeckers, der als Nahaufklärer eingesetzt werden sollte. Ernst Heinkel betrieb nach Inkrafttreten der "Begriffsbestimmungen" in bescheidenem Umfange wieder Flugzeugbau. Über den Auftrag Students äußerte sich Heinkel später: "Mit der Entwicklung des ersten für die Reichs­wehr bestimmten Flugzeuges, der HD-17, begann in der Tat ein recht abenteuerliches Spiel mit der Überwachungs­kommission der Entente. Ich bin ehrlich genug zu gestehen, daß es ein Spiel war, das einen wagemutigen Mann außerordentlich reizen mußte". In der Tat steht diese Aussage für die vielen anderen Unternehmer der deutschen Luft­fahrtindustrie, die - um den Anschluß an den Stand der technischen Entwicklung des Auslandes nicht zu verlieren - teils im Ausland zur Umgehung der Baubeschränkung, teils im Inland wieder anfingen Flugzeuge zu bauen.

Heinkel, der nur eine einzige Halle für seinen Flugzeugbetrieb besaß, hatte eine wei­tere Halle gemietet, in der seine - wie er sagte - "delikaten Mustermaschinen" baute. Diese Halle bekam die Entente-Kommission nur im ausgeräumten Zustand zu sehen. Schon Stunden vor dem Eintreffen der Kommission wurden alle halb und ganz fertigen Flugzeuge, Bauteile, Vorrichtungen und Motoren auf Lastautos verladen und verschwan­den in der Heide oder zwischen den Dünen. Sie tauchten erst wieder auf, wenn die Luft rein war.

Die für die Reichswehr entwickelten und gebauten Heinkel-Flugzeuge waren die HD-17 und HD-21. Die HD-17 wurde nur in geringer Stückzahl gebaut und zusammen mit der HD-21 in Lipezk eingesetzt.

Jährlich wurden 40 Offiziersanwärter vor dem Eintritt in die Reichswehr fliegerisch ausgebildet. Sie sollten zum personellen Grundstock für die Wiederaufrüstung der "Luftwaffe", die es noch nicht gab, werden.

Die Fliegerrüstung wurde fester Bestandteil der allgemeinen Heeres­rüstung, die stu­fenweise die Aufstellung von Jagd-, Aufklärungs- und Kurierstaffeln vorsah.

Erwerb des Flugscheines auch außerhalb der Reichswehr an Flieger­schulen, einheitliche Ausbildung bis B2-Schein. Danach Besuch von Flugwettbewerben um Inübung zu bleiben.

Abschluß der Ausbildung und Schulung auf Einsatzmustern war nur im Ausland möglich.

Lipezk diente der Erprobung der deutschen Flugzeuge, die nach Einbau der militäri­schen Ausstattung taktisch-technisch erprobt wurden.

Lipezk hieß zur Verschleierung auch Fliegerschule Stahr, nach dem ersten Kommandeur des Flugzentrums (1925-1929). Neben Lipezk konnte die Reichswehr den Fliegerübungsplatz Woronesch nutzen.

Dem Kommandeur Lipezk unterstand die Beobachterstaffel mit zwei Heinkel HD-17 und der Beob­achterlehrgang mit vier Heinkel HD-17.

Der gesamte Komplex war als 4.Eskadrille eines russischen Flieger­verbandes getarnt.

Altmärker und Jungmärker

Altmärker wurden alle Offiziere des Reichsheeres genannt, die in Lipezk eine fliegerische Ausbildung erhielten. Jungmärker dagegen waren die Fliegeroffiziersanwärter.

Die Ausbildung zum Flugzeugbeobachter betrug ein Jahr. Bei der halbjährigen Voraus­bildung in Berlin lag der Schwerpunkt auf der Theorie der Lufttaktik und auf einer praktischen Funk­ausbildung. Ihr folgte die ebenso lange praktische fliegerische Aus­bildung in Lipezk; hier wurde vor allem Navigation, Luftbildaufnahme und Auswertung sowie Luftschießausbildung betrieben. Auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe von Woronesch wurde in enger Zusammenarbeit mit russischer Artillerie und Bodentruppen taktisches Fliegen durchge­führt und zwar unter primitivsten Verhält­nissen. Insbesondere aber wurde das Ein­schießen der Artillerie geübt, wobei neue Einschießverfahren für Artillerieflieger ausge­arbeitet und praktisch erprobt wurden. In der Zeit von 1928-1930 konnten etwa 100 Offiziere zum Flugzeug-Beobachter ausgebildet werden.

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Der Nahaufklärer Focke-Wulf FW-39 schied 1931 aufgrund der Erprobungsergebnisse aus dem Rüstungsprogramm der Reichswehr aus.

1929 Ausschreibung an die Luftfahrtindustrie zur Konstruktion eines Nahaufklärers.

Das in Lipezk erprobte Nahaufklärungsflugzeug war die Heinkel HD-17. Es wurde eine Albatros L-76/77 später L-78 als "Erkudista" (Erkundungsflugzeug für die Divisionsnahaufklärer­staffeln). Weiter sollten entwickelt werden: Najaku = Nachtjagd und Erkundungsflugzeug, Erkunigros = Erkundungsflugzeug für mittlere und große Entfernung sowie mittlerer Bomber und Heitag = Heimatjagdeinsitzer

1930 Zurückverlegung der Beobachterausbildung nach Deutschland, die Piloten wurden an der D.V.S. Deutsche Verkehrsfliegerschule G.m.b.H. Braunschweig, Anfänger in Schleißheim ausgebildet.

Am 19.Mai 1930 wurde vom Chef der Heeresleitung Oberstleutnant Felmy das Rüstungs­vorhaben der Periode von 1931-1937 befohlen. Dabei wurde unter anderem auch festgelegt, daß im Mobilmachungsfall (A-Fall) für den Chef der Heeresleitung, für jedes Armeeoberkomman­do (AOK) und General­kommando (GenKdo) eine Aufklärungsstaffel, zwei Jagdgeschwader und ein Nachtbomber­geschwader bereitzustellen wären. Dabei wurden die Begriffe "Luft­streitkräfte" bzw. "Luftschutzkräfte" dahingehend definiert, daß sie Hilfswaffen von Heer bzw Marine seien und sich ihre Kampfhandlungen in den Land- oder Seekrieg einzufügen hätten.

Die Firma Heinkel entwickelte in den Jahren 1930-1931 die He-46, ein Nahaufklärungs- und Artilleriebeobachtungsflugzeug.

Als Ergebnis der ab 1932 für die geplante Aufstellung der Heeres­fliegerverbände durchgeführten Erpro­bungen wurden der Fernaufklärer He-45 und der Nahaufklärer He-46, die Jagdflugzeuge Ar-64 und He-51 sowie das Bombenflugzeug Do-11 ausgewählt und für die Serienfertigung vorgesehen. Gemessen an der Rüstungsentwicklung anderer Staa­ten, waren alle Flugzeugmuster den entsprechenden Konstruktionen des Auslandes eben­bürtig.

Mitte der zwanziger und zu Beginn der dreißiger Jahre wurden Reklamestaffeln aufgestellt und Flieger­schulen aufgebaut. Die Reklamestaffeln waren die ersten wirklich fliegenden Verbände der Reichsheeres. Ihre Aufgabe war es, in den Manövern der Reichswehr die Fliegerzieldar­stellung durchzuführen, und darüber hinaus den Aufklärungs- und Verbindungsdienst für die Truppen­führung sicherzustellen. Die Bezeichnung war eine Folge der Tarnmaßnahmen, wonach die Flugzeuge zu Reklame- und Werbezwecken der Industrie eingesetzt wären. Die Standorte waren Berlin-Staaken, Königsberg i.Pr. und Fürth bei Nürnberg. Die Fliegerschulen, die über nach außen hin getarnte militärische Ausbildungseinrichtungen verfügten, lagen in Braunschweig, Jüterbog, Schleißheim bei München, Würzburg und Warne­münde, letztere diente der Seeflieger­ausbildung. Ferner wurden zwei in Rendsburg liegende Schwadronen einer Heeresfahrabteilung in eine Kadereinheit für die Fliegertruppe umgewandelt, aus der Unteroffiziere und Mannschaften für die Laufbahnzweige der Bordfunker, Bordmechaniker, Fliegerschützen und des Bodenpersonals hervorgingen.

Am 24.Januar 1933 erfolgt die Trennung der "Inspektion der Flieger" von der "Inspektion der Waffen­schulen".

Aus Hermann Görings "Reichskommissariat für Luftfahrt" entstand am 27.April 1933 das "Reichs­luftfahrtministerium". Mit Wirkung vom 15.Mai 1933 wurde dann der gesamte Kom­plex der geheimen Reichs­fliegerei, das sogenannte "Luftschutzamt" in das "RLM" über­führt und unterstand von nun an dem Reichs­luftfahrtminister.

August 1933, Einstellung der Ausbildung in Lipezk, Übergabe der Flugzeuge an Rußland Ende 1933.

01.September 1933, Hermann Göring hat am Tage vorher die Urkunde für seine Beförderung zum "General der Infanterie" mit Wirkung vom 01.09. bekommen, eine Umglie­derung des "RLM" wurde in den folgenden Monaten durchgeführt.

Nach dem 01.April 1934 wurden unter anderen auch 5 Aufklärungsstaffeln aufgestellt.

Im März 1935 waren die 5 Aufklärungsstaffeln einsatzmäßig als Fronttruppenteile aufgestellt.

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Bis zum 30.September 1935 sollten
320 Fernaufklärer (F) He-45
270 Nahaufklärer (H) He-46
72 Aufklärer (K) He-70

beschafft werden. Von dem Gesamtsoll hatte die Luftfahrtindustrie bis zum Jahresende die Hälfte ausge­liefert.

Im gleichen Jahr wurden die Aufklärungsstaffeln in Fernaufklärer (F) und Nahaufklärer (H) untergliedert. Aufgabe der Fernaufklärer war die Durchführung der operativen Luftaufklärung für die höhere Führung, die Nahaufklärung diente im allgemeinen den Zwecken des Heeres.

Die Zahl der Einsatzgruppen stieg 1938 auf 20 Aufklärungsstaffeln (H).

Umrüstung der Staffeln auf Hs-126 wurde 1937 eingeleitet.

Einsatz der Aufklärer am 12.März 1938 beim Einmarsch in Österreich.

In der Zeit vom 01.-10.Oktober 1938 Einmarsch ins Sudetenland mit 30 Aufklärern.

Planung:1938-1942 Aufstellung von 10 Gruppen Nahaufklärer (H) mit Hs-126 und Fw-189
  10 Staffeln Fernaufklärer (F) mit Do-17 P und Z und Fw-189

In der Soll-Bedarfs-Berechnung war ein Soll-Bestand von 12 Flugzeugen je Staffel vor­gesehen.

Am 01.Juli 1939 waren 55 Aufklärungsstaffeln aufgestellt.

Zu diesem Zeitpunkt waren vorhanden:
Fernaufklärungsflugzeuge Do-17 257
Nahaufklärungsflugzeuge He-45 14
Nahaufklärungsflugzeuge He-45 14
He-46 67
Hs-126 275

Die Ausbildung der Flugzeugführer erfolgte an A/B- und C-Schulen. Auf den A/B-Schulen wurden Flugzeuge verwendet bis zu einem höchst­ zulässigen Abfluggewicht von 5000 Kg, und auf den C-Schulen Flugzeuge mit einem entsprechenden Gewicht über 5000 Kg.

Bevor ein Flugzeugführer in einem fliegenden Verband eingesetzt werden konnte, mußte er den Luftwaffenflugzeugführerschein erworben haben. Dieser Schein schloß Tag-, Nacht- und Kunst­flüge sowie navigatorisches Können insoweit ein, daß kleine Schlechtwettergebiete durch­flogen werden konnten und der Heimatflugplatz nach einem Dreiecks­flug unter Sicht­flugwetterbedingungen wieder erreicht wurde. Flugzeugführer mit diesen Qualifikationen wurden dann den Waffenschulen der Verbände zugeführt, die mit einmotorigen Flugzeugen ausgerüstet waren, nämlich den Aufklärungs-, Sturzkampf- und Jagdgeschwadern. Erst die absolvierte Waffenschulausbildung qualifizierte einen Flug­zeugführer für den Einsatz auf diesen K-Typen (K-Typen = Kriegsflugzeugmuster).

Die Flugzeugführer von mehrmotorigen Flugzeugen gingen nach der A/B Schulung zunächst auf die C-Schule und erwarben hier den "erweiterten Luftwaffenflugzeugfüh­rerschein" (ELF), der sie zum Fliegen von Flugzeugen mit einem maximalen Abflugge­wicht von mehr als 5000 Kg berechtigte. Danach mußten sie zum Erwerb des "ELF-2 Scheines" eine Blindflugschulung durchlaufen, wobei mindestens 20.000 km Überlandflü­ge nachgewiesen werden mußten, davon 8000 km als Flugzeugführer auf B-2 Flugzeugen, der Rest auf C-Flugzeugen als 2.Flugzeugführer. Daneben erfolgte intensive Navigati­onsausbildung, die Langstreckenflüge nach Funk- und astronomischer Navigation ein­schlossen. "Die Ausbildung zum blindflugfähigen Flugzeugführer >C< war die zeitläng­ste, materiell und finanziell die teuerste, ausbildungsmäßig die kompli­zierteste, und für den Einsatz im Krieg der bedeutendste Prozeß in der gesamten Aus­bildung über­haupt."

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Die Ausbildung der übrigen Besatzungsmitglieder, der Beobachter, Bordfunker und Bord­mechaniker, erfolgte an entsprechenden Spezialschulen. Die Ausbildung der Beobachter dauerte ein halbes Jahr, die der Bordfunker ein Jahr.

Die Aufklärer wurden speziell dahingehend geschult, um bei jeder Wetterlage gute Auf­klärungsergebnisse für die Truppenführung zu erzielen.

Aufklärer hatten die Aufgabe, der Führung so schnell wie möglich ein zuverlässiges Bild der Lage zu erbringen, dies erfolgte in der Regel durch Luftbildaufklärung. Über dem Gefechtsfeld wurden hierfür Nahaufklärer eingesetzt. Erstes Nahaufklärungsflug­zeug der Luftwaffe war die in Lipezk erprobte He-46, ein zweisitziger abgestrebter Hochdecker, dessen Abwehrbewaffnung aus einem MG im Drehkranz für den Beobachter bestand und der als Ausrüstung ein Funk- und Lichtbildgerät mitführte. Verwendet wurde u.a. eine Zeiß Fliegerhandkammer C/5a, mit der sowohl Senkrecht- als auch Schrägaufnahmen im Luftstrom gemacht werden konnten. Bei Senkrechtaufnahmen mußte sich der Beobachter weit über das Außenbord legen um die Fliegerkammer zu bedienen. Ein Kradfahrer überbrachte dem Personal des Bildwagens in den meisten Fällen die vom Aufklärer abgeworfene Bildkassette. In der motorisierten Bildstelle wurde der Film in kurzer Zeit entwickelt und kopiert.
Dokumente von 1924 - 1939

Im Nachfolgenden liste ich Aufbau, Umbau, Einsatzgebiete und andere Details der Aufklärungsgruppe 13 auf. Die Gruppe deshalb, weil in ihr zum ersten Mal das Wappen mit der Eule gezeigt wurde.

Aufklärungsgeschwader 13:

FStO Göppingen (Württemberg)(Lfl.3) mit nachfolgender Gruppe; wurde 1939 Stab KoLuft "H", HGr Nord im Polenfeldzug. Dann 1940 im Westfeldzug KoLuft HGr B. 1941 KoLuft Heeresgruppe Nord; Winter 1942/43 in der FpÜ gelöscht.

Aufklärungsgeschwader 13:

[wurde ab 10.39 - 03.42 KoLuft, erst bei HGr Nord, dann HGr B, danach HGr Mitte]
1939 mit den Aufklärungsgruppen Gruppen 13 und 23

Kommodore

01.09.39-26.10.39   Oberst Kieffer, Maximilian

Aufklärungsgruppe 13:

FStO Göppingen (Lfl.3). Der Stab wurde bei Mobilmachung KoLuft 18 (im Westen) und 1941 KoLuft 9 (im Osten). Er bildete 1941 den Stab der Nahaufklärungs Gruppe 5 Ein 1942 gebildeter Gruppenfliegerstab 13 wurde 1942 Stab Nahaufklärungs Gruppe 2

Die 5 "H"-Staffeln bei Kriegsausbruch und die später hinzugekommenen „H"-Staffeln 6 und 7 wurden 1942 Nahaufklärungsstaffeln; l./13 und 2./13 wurden 1943 in 11./13 und 12./13 umbenannt; die 3./13 wurde 2./4, die 4./13wurde 2./13, die 7./13 wurde 3./12; 5./13 und 6./13 wurden aufge­löst (6./13 nach Einsatz in Stalingrad).

Gruppenkommandeure: ? ? ?

Stab:


Aufgestellt 01.10.37 in Brieg aus Stab/AufklGruppe 113, am 01.11.38 umbenannt in Stab/AufklGruppe 31
Wurde neu aufgestellt 01.39 in Göppingen. Am 26.08.39 umbenannt in KoLuft 5
Gruppenfliegerstab 13 wurde aufgestellt 04.41 und wurde 01.42 Stab/NAG 2

Aufklärungsgruppe 13 (4 E + )

Aufgestellt am 01.Oktober 1935 als Fliegergruppe (H) Göppingen. Am 01.10.1936 in Aufklärungsgruppe 115, am 01.10.1937 in Aufklärungsgruppe 15 und am 01.11.1938 in Aufklärungsgruppe 13 umbenannt.

Stab 1./-5.(H)/13 Standort Göppingen.

(Nach Schmitz,P. unterstand die AufklGruppe 13 am 01.02.1945 dem LwKdo West und war in Ödheim (bei Neckarsulm)stationiert)

Stab:
Stellte 1939 KoLuft AOK 1* auf (am Westwall). 1940 Westfeldzug. 1941 Rußlandfeldzug, KoLuft AOK 9, im Februar 1942 aufgelöst.

* nach Schmitz/Thies bei 18.Armee

1.(H)/13:

Aufgestellt 01.10.37 in Brieg aus 1./AufklGruppe 113, am 01.11.38 umbenannt in 1./AufklGruppe 31

Wurde neu aufgestellt ab 01.11.38 in Göppingen aus Teilen 1./AufklGruppe 15   10.42 umbenannt in 11.(H)/13

1.(H)/13 untersteht am 01.09.1939 dem IX.AK. Luftfahrzeug Soll 11 / Ist 11 Hs-126 Standort Worms.

1939 am Westwall Aufklärung für XXX.AK (Hs-126). 1940 Westfeldzug für XXX. und XXXVII.AK am Oberrhein (Hs-126, Do-17 M und Me-109). Bei der Schlacht um England vorgesehen als Nebelstaffel mit Hs-126, 1941 umbenannt in 1.(H)/13(Pz), im Rußlandfeldzug Auf­klärung für 20.PzDiv im Mittelabschnitt (Hs-126). 1942 wieder umbenannt in 1.(H)/13, eingesetzt bei NAG 11 im Mittelabschnitt. Umbenannt in 11./13 (Hs-126), 1943 seit Sommer bei NAG 8, 1944 im Februar umbenannt in 2./NAG 8, umgerüstet auf Me-109, eingesetzt im Mittelabschnitt. Am 26.03.1945 bei NAG 8 in Fürstenwalde.

2.(H)/13:

Aufgestellt 01.10.37 in Brieg aus 2./AufklGruppe 113 am 01.11.38 umbenannt in 2./AufklGruppe 31

Wurde neu aufgestellt ab 01.11.38 in Göppingen aus Teilen 2./AufklGruppe 15.10.42 umbenannt in 12.(H)/13

2.(H)/13 unterstand am 01.09.1939 dem GenKdo Oberrhein. Luftfahrzeug Soll 12/ Ist 4 Hs-126, Standort Huchenfeld/Malmsheim.

1939 Polenfeldzug, Aufklärung für VII.AK in Mittelpolen (Hs-126). 1940 Westfeldzug für VII.AK über Luxemburg, Frankreich (Hs-126 und Do-17 M). Bei der Schlacht um England bei Lfl.2, II.Fliegerkorps. Bei neuer AufklGruppe (H)/41 als Nebelstaffel vorgesehen (Hs-126). 1941 Rußlandfeldzug, Aufklärung II.AK im Nordabschnitt (Hs-126). 02.42 bei NAG 15 im Mittelabschnitt (FW-189). 07.42-10.42 bei NAG 13, im Herbst umbenannt in 12./13, 1943/44 im Mittelabschnitt. Von Oktober 1943 bis Februar 1945 bei NAG 10, am 26.03.1945 als 12./13 beim NAG 15 in Bautzen.

3.(H)/13:

Aufgestellt 01.10.37 in Brieg aus 3./AufklGruppe 113 (als Fernaufklärungsstaffel). Am 01.11.38 umbenannt in 3.(H)/AufklGruppe 31, wurde neu aufgestellt ab 01.11.38 in Göppingen aus 3./AufklGruppe 15, aufgelöst 01.43 nach schweren Verlusten in Stalingrad 02.43 neu aufgestellt als 3.(H)/13, wurde 04.43 2./NAG 4

3.(H)/13 unterstand am 01.09.1939 dem V.AK. Luftfahrzeuge Soll 12 / Ist 8 Hs-126, Standort Villingen bei Gießen.

1939 Westwall, Aufklärung für V.AK über Nordfrankreich (Hs-126). 1940 Westfeldzug für V.AK über Durchbruchstelle. Bei der Schlacht um England vorgesehen als Nebel­staffel (dafür Hs-126, für Aufklärung sechs Me-109). Ende 1940 zur Lehrtruppe nach Rumänien (Hs-126). 1941 im Balkanfeldzug Aufklärung für XLIX.,LI.,LII.AK, im Ruß­landfeldzug für LIV.AK im Südabschnitt (Hs-126). 1942 bei NAG 8 im Süden der Ost­front, flog Aufklärung beim Kampf um Sewastopol im Juni 1942. Verbleib unbekannt, vermutlich in Stalingrad geblieben.

(Schmitz/Thies, Die 3.Staffel wurde im Sommer 1943 als 2.Staffel zur NAG 4 versetzt.)

4.(H)/13:

Aufgestellt 01.11.38 in Göppingen aus 4./AufklGruppe 15 01.43 umbenannt in 1./NAG 13

4.(H)/13 unterstand am 01.09.1939 der 4.PzDiv. Luftfahrzeug Soll 12 / Ist 9 Hs-126/He-46, Standort Kreuzburg Süd / Nord-Schlesien)

1939 Polenfeldzug, Aufklärung in Mittelpolen für 4.PzDiv (9 Hs- 126 und 3 He-46). Ende 1939 4.(H)/13(Pz). 1940 Westfeldzug für 4.PzDiv über der Durchbruchstelle (Hs-126). In der Schlacht um England für Aufklärung sechs Me-109, für Vernebelung Hs-126, verlegt Ende 1940 zur Lehrtruppe nach Rumänien (Hs-126). 1941 im Balkanfeldzug Aufklä­rung für XLI.AK, im Rußlandfeldzug für 14.PzDiv im Südabschnitt (Hs-126). 1942 wie­der 4.(H)/13, bis Mai im Osteinsatz. Nach Westen verlegt, umbenannt in 14./13 und umgerüstet auf FW-190, Aufklärung über England 1943-45 Am 26.03.1945 in Gochsen/ Württemberg.

(1941 in Rumänien vor "Barbarossa" Aufklärung über Constanza)

5.(H)/13:

Aufgestellt 01.39 in Göppingen. Aufgelöst 03.42

April 1940 in Trier-Euren, Verlegung ab 10.05.40 nach Luxemburg

5.(H)/13 unterstand am 01.09.1939 dem XIII.AK. Luftfahrzeug Soll 12 / Ist 11 He-46/He-45 Standort Juliusburg Süd / Nord-Schlesien.

1939 Polenfeldzug, Aufklärung für XIII.AK über Mittelpolen (He-45 und He-46). Zum Jahresende umgerüstet auf Hs-126, 1940 Westfeldzug, Aufklärung für XIII.AK über Luxemburg und Frankreich. In der Schlacht um England vorgesehen als Nebelstaffel (Hs-126). 1941 Balkanfeldzug und Rußlandfeldzug, Südabschnitt. Aufklärung für XXX.AK (Hs-126). Einsatz bis März 1942 dann aufgelöst.

(Wappenursprung: „Das sind doch kleine Fische“ (für Dummheiten)

6.(H)/13:


1940 im Westen von 1.(H)/13(Pz) aufgestellt (Hs 126). 1941 Rußlandfeldzug, Aufklärung für 18.PzDiv im Mittelabschnitt bis November. 1942 als 6.(H)/13 mit FW-189 bei NAG 4 im Südabschnitt. In Stalingrad geblieben. März 1943 als 1./NAG 4 neu aufgestellt mit Me-109 Einsatz im Mittelabschnitt. Ende 1943 bei NAG 15, im April 1944 bei NAG 10, am 26.03.1945 bei NAG 4 in Danzig-Langfuhr. (Die Staffel befand sich aller Wahrscheinlichkeit nach am 12.Juni 1943 unter dem VIII.Fliegerkorps mit 2 Me-109 und 5 FW-189 in Charkow-Ost)

7.(H)/13


1940 im Westen von 2.(H)/13 aufgestellt (Hs-126). 1941 Rußlandfeldzug, Aufklärung für LVII.Panzerkorps im Mittelabschnitt. 1942 bei NAG 6 im Südabschnitt (Hs-126). Mit Teilen in Stalingrad geblieben. 1943 in Elbing Neuaufstellung mit Me-110 und Umbenennung in 3./NAG 12, im August 1943 als 2./ZG.76 zur Luftflotte Reich für die Heimatluftverteidigung.

11.(H)/13:

Umbenannt 10.42 in Rußland von 1.(H)/13 in 11.(H)/13 und 02.44 umbenannt in 2./NAG 8

12.(H)/13:

Umbenannt 10.42 in Rußland von 2.(H)/13 in 12.(H)/13


Flugzeugbestand und Bewegungsmeldungen
2.(H)/Aufklärungsgruppe 13 (später 12./13)


  Istbestand Monatserster Zugang Abgang Istbestand Monatsletzer    
Datum Anzahl Muster Insgesamt Neufertigung Reparatur von anderen Verbänden Insgesamt durch Feindeinw. ohne Feindeinw. Überholung an andere Verbände Anzahl
3.42 3 Fw 189A-1 7 7 - - - - - - - 10
4.42 10 Fw 189A-1 - - - - 1 - - - 1 9
5.42 9 Fw 189A-1 - - -> - - - - - - 9
6.42 9 Fw 189A-1 - - - - 2 2 - - - 7
  0 Fw 189A-2 1 1 - - - - - - - 1
7.42 7
1
Fw 189A-1
Fw 189A-2
- - - - 3 - - 3 - 4
1
8.42 4 Fw 189A-1 2 2 - - 3 3 - - - 3
  1 Fw 189A-2 - - - - - - - - - 1
9.42 3 Fw 189A-1 1 1 - - - - - - - 4
  1 Fw 189A-2 2 - - 2 - - - - - 3
  0 Fw 189A-3 2 2 - - - - - - - 2
10.42 4 Fw 189A-1 - - - - 2 - - 2 - 2
  3 Fw 189A-2 - - - - - - - - - 3
  2 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 2
11.42 2 Fw 189A-1 - - - - - - - - - 2
  3 Fw 189A-2 - - - - - - - - - 3
  2 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 2
12.42 2 Fw 189A-1 - - - - 1 - - 1 - 1
  3 Fw 189A-2 - - - - 1 - - 1 - 2
  2 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 2
1.43 1 Fw 189A-1 3 - 3 - - - - - - 4
  2 Fw 189A-2 1 - 1 - 1 - - 1 - 2
  2 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 2
2.43 4 Fw 189A-1 1 - 1 - 1 - - 1 - 4
  2 Fw 189A-2 - - - - - - - - - 2
  2 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 2
3.43 4 Fw 189A-1 - - - - 1 1 - - - 3
  2 Fw 189A-2 4 3 1 - 1 1 - - - 5
  2 Fw 189A-3 - - - - 1 - - 1 - 1
4.43 3 Fw 189A-1 1 - 1 - - - - - - 4
  5 Fw 189A-2 - - - - 1 - - 1 - 4
  1 Fw 189A-3 1 1 - - - - - - - 2
5.43 4 Fw 189A-1 1 - - 1 2 - - 1 1 3
  4 Fw 189A-2 2 1 1 - 1 - - - 1 5
  2 Fw 189A-3 - - - - 2 1 - 1 - 0
6.43 3 Fw 189A-1 1 - 1 - 2 - - 1 1 2
  5 Fw 189A-2 1 - 1 - 1 - - 1 - 5
  0 Fw 189A-3 1 - 1 - - - - - - 1
7.43 2 Fw 189A-1 - - - - 1 - - 1 - 1
  5 Fw 189A-2 3 1 1 1 2 2 - - - 6
  1 Fw 189A-3 1 - - 1 - - - - - 2
8.43 1 Fw 189A-1 - - - - - - - - - 1
  6 Fw 189A-2 1 - 1 - 1 - 1 - - 6
  2 Fw 189A-3 1 1 - - 1 - - - 1 2
9.43 1 Fw 189A-1 1 - 1 - 1 - 1 - - 1
  6 Fw 189A-2 2 - 2 - 7 3 1 2 1 1
  2 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 2
10.43 1 Fw 189A-1 1 - - 1 - - - - - 2
  1 Fw 189A-2 5 - 3 2 - - - - - 6
  2 Fw 189A-3 2 1 1 - 1 - 1 - - 3
11.43 2 Fw 189A-1 - - - - 1 - - - 1 1
  6 Fw 189A-2 - - - - 2 - 1 - 1 4
  3 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 3
12.43 1 Fw 189A-1 - - - - - - - - - 1
  4 Fw 189A-2 - - - - 1 - - 1 - 3
  3 Fw 189A-3 1 - 1 - - - - - - 4
1.44 1 Fw 189A-1 - - - - 1 - - - 1 0
  3 Fw 189A-2 3 - 3 - 4 1 - 1 2 2
  4 Fw 189A-3 3 - - 3 - - - - - 7
2.44 2 Fw 189A-2 - - - - 2 - - - 2 0
  7 Fw 189A-3 3 - 2 1 2 - - - 2 8
3.44 8 Fw 189A-3 - - - - 2 - 1 - 1 6
  0 Fw 189A-2 2 2 - - 1 - - - 1 1
4.44 6 Fw 189A-3 - - - - 3 1 1 - 1 3
  1 Fw 189A-2 3 2 - 1 1 1 - - - 3
5.44 3 Fw 189A-2 - - - - - - - - - 2
  3 Fw 189A-3 - - - - 1 1 - - - 2
6.44 0 Hs 126B-1 1 - - 1 - - - - - 1
  3 Fw 189A-2 3 - 2 1 2 1 1 - - 4
  2 Fw 189A-3 1 - 1 - - - - - - 3
7.44 4 Fw 189A-2 3 - 3 - 4 3 1 - - 3
  0 Fw 189A-1 1 - 1 - - - - - - 1
  3 Fw 189A-3 2 - 2 - 2 2 - - - 3
  1 Hs 126B-1 - - - - 1 - - - 1 0
8.44 1 Fw 189A-1 - - - - 1 - - 1 - 0
  3 Fw 189A-2 - - - - - - - - - 3
  3 Fw 189A-3 1 - 1 - 1 - - 1 - 3
9.44 3 Fw 189A-2 - - - - 1 - 1 - - 2
  3 Fw 189A-3 1 - 1 - 1 - - - 1 3
  0 Bf 110G-2 1 - - 1 - - - - - 1
  0 Bf 110G-3 4 - - 4 - - - - - 4
10.44 2 Fw 189A-2 4 - - 4 4 1 1 1 1 2
  3 Fw 189A-3 2 - 1 1 - - - - - 5
  1 Bf 110G-2 - - - - 1 - - - 1 0
  4 Bf 110G-3 - - - - 4 - - - 4 0
11.44 2 Fw 189A-2 2 - 2 - - - - - - 4
  5 Fw 189A-3 - - - - 1 - 1 - - 4
12.44 4 Fw 189A-2 - - - - 2 - 2 - - 2
  4 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 4
Eingesetzt unter Stab/NAG 15 (05.42 - 08.43, 07.44 - 10.44), Stab/NAG 10 (09.43 - 05.44) und Stab/NAG 4 (06.44) Seit 10.42 umbenannt in 12./13,

Flugzeugbestand und Bewegungsmeldungen
Nachtkette 12./13


  Istbestand Monatserster Zugang Abgang Istbestand Monatsletzer  
Datum Anzahl Muster Insgesamt Neufer­tigung Reparatur von anderen Verbänden Insgesamt durch Feind­einw. ohne Feind­einw. Überholung an andere Verbände Anzahl
7.44 0 Fw 189A-2 3 - - 3 - - - - - 3
  0 Fw 189A-3 1 - - 1 - - - - - 1
  0 Ju 87D-3 2 - - 2 1 - 1 - - 1
8.44 3 Fw 189A-2 1 - 1 - 1 - 1 - - 3
  1 Fw 189A-3 - - - - - - - - - 1
  1 Ju 87D-3 - - - - 1 - - 1 - 0

Teile der 12./13 (ex. 2.(H)/13) 09.44 umbenannt in Nachtkette/NAG 4, eingesetzt bei Stab/NAG 15 im Zeitraum 07.44 - 08.44

Einsatzbereitschaft im Bereich Luftflotte 6
Stand: 01.04.45, abends
VIII.Fliegerkorps


Flugzeuge Besatzungen
Verband Flgz. Muster Soll Ist Eins. Soll Ist Eins. Notes
Unmittelbar unterstellt
12./13 Me 110
Fw 189
Si 204
7 5
7
3
4
7
1
10 10 10 -


6

Einsatzorte der 4.(H)/13 bei der 4.Panzerdivision

Die 4.(H)/13 wurde am 28.08.1939 der 4.PzDiv unterstellt. Die Staffel lag in Kreuzburg / Schlesien auf dem dortigen Flugplatz in Bereitstellung.

Am 30.08.1939 verlegte die Staffel zwei Hs-126 zum Artillerie-Regiment 103 dicht an die polnische Grenze vor Starohrzepice.

01.09.1939
Sonnenaufgang 0455. Die Luftfahrzeuge starteten vor Sonnenaufgang und leiteten das Artillerie-Feuer. Am Tage klärte die Staffel bis Radomsko auf. Schwerpunkt lag bei Miedzno. Beobachter meldete, daß eine Panzerkompanie den Wald bei M. durchstoßen habe, eine entsprechende Meldung der davorliegenden Panzerbrigade blieb jedoch aus.

02.09.
Staffel klärte auf und erkundete in Richtung Petrikau. Überprüfte die vermutete Sehnenstellung im Warthe-Bogen nördlich von Tschenstochau.

06.09.
0800 Uhr Aufklärung im Raum Petrikau-Lodsch. Luftfahrzeug meldete an Division, daß kein stärkerer Feind festgestellt wurde.

1200 Uhr Luftfahrzeug klärte auf, daß eine feindliche Marschkolonne aller Waffen im Anmarsch auf Petrikau wäre.

07.09.
1050 Uhr Staffel flog Luftaufklärung gegen die auf Rawa zuführenden Straßen. 1315 war Rawa genommen. Staffel klärte jetzt entlang der Weichsel gegen Warschau auf und stellte starke Teile des polnischen Heeres fest, die sich noch westlich der Weichsel befanden.

08.09.
1200 Uhr Flieger meldete, daß der Stoß auf Warschau weit vor der Armeefront wäre, Skierniewice Sochaczew und Tarczyn waren neue Aufklärungsziele. Aufklärer meldete motorisierten Feind im Westen auf der Straße von Sochaczew nach Warschau.

Nachmittag.
Der Oberbefehlshaber der 10.Armee General v.Reichenau und KG General Hoeppner erreichten den DivGefStd mit dem Fieseler Storch der Staffel. Gegen 1700 Uhr begann der Kampf um den Flugplatz Warschau-Mokotow.

09.09.
Kurz nach Sonnenaufgang warf der Aufklärungsflieger eine Meldung ab, daß ganz Warschau voll von Barrikaden wäre.

- Artillerieflieger leitete das Artillerie-Feuer auf Warschau.
- Um 1540 erneute Meldung beim XIV.AK, daß feindliche Marschkolonnen aller Waffen sich
- von Sochaczew in Richtung Warschau bewegten und jetzt vor Blonie wären.

10.09.
Flieger meldeten im Westen um Oltarzew immer stärker werdenden Feind, der auf mehreren Straßen gegen die Division drängte oder versuchte, nördlich an ihr vorbei nach Warschau zu kommen. Die Staffel klärte auf im Raum Warschau - Mszczonow - Oltarzew - Skierniewice - Sochaczew.

12.09.
Der Luftaufklärung gelang es nicht, den stark geschwächten Feind, der die Nacht, die Wälder und Ortschaften um Sochaczew und Mszczonow zum Schutz ausnutzte, aufzuklären. Der Feind griff am Morgen überraschend Teile der Division bei Tarczyn an.

13.09.
Staffel klärte Feindansammlungen in den Wäldern nördlich der Division und vor der Front auf und stellte Verschiebungen in nördlicher Richtung auf Zaborow und Brzecin Duzy fest.

14.09.
Luftaufklärung meldete, starke Feindbewegungen beiderseits der Bzurra nördlich von Brochow. Gegenüber der Division lägen Teile der 26. und 27.Polnischen Division.

15.09.
Gegen 1000 Uhr meldete ein Flieger, westlich von Konary von der Bzura zurückgehender Feind in Bewegung nach Norden, so daß hier auf die Absicht, die Bzura nördlich zu überschreiten, geschlossen werden konnte.

16.09.
Um 0700 Uhr meldete die Staffel, daß starker Feind im Westen auf Sochaczew marschierte, das er am Vormittag erreichen würde.

Um 1100 Uhr meldete der Flieger, Feind zwischen Biala Gora und Juljopol.

Um 1200 Uhr wurde gemeldet, daß westlich von Biala Gora und Ruzki Artillerie aufgeklärt wurde und daß sich Feind von Norden nähere in Richtung Brochow.

17.09.
Weiter Aufklärung im Bereich der Weichsel und südlich davon. Bei Sochaczew wurden Teile der 25.Polnischen Division festgestellt. Bei Biala Gora und Brochow hielt sich immer noch Feind. Es wurde festgestellt, daß Feindkolonnen von Westen anmarschieren oder nach Osten flüchteten.

18.09.
Weiter Aufklärung südlich der Weichsel. Staffel meldete, daß der Feind sich in ostwärtiger Richtung über die Bzurra abgesetzt hätte. Flieger meldete um 1200 Uhr, daß deutsche Truppen am Nordufer der Weichsel bei Wyszogrod ständen. Seit 1400 Uhr wäre starker Feind nicht mehr westlich der Bzurra festzustellen.

10.10.1939
Rückverlegung in den Friedensstandort.

10.05.1940.
Auftrag: Die 4.(H)/13(Pz) hat westlich des Albertkanals aufzuklären und vor allem zu melden, ob die Brücken unversehrt sind und bleiben.

14.05.
Auftrag Dyle-Stellung: Aufklärung im Bereich der Dyle-Stellung bei Gembloux-Ernage, im Bereich des 3.Französischen Armeekorps und 1.Marokanischen Division. Gefechtsstand 4.PzDiv Romillies-Offus. Ergebnis der Aufklärung: Dyle-Stellung war nicht besetzt. Hier entging der Luftaufklärung der geschickte Ausbau und Bezug der Stellung durch die Franzosen. Erst durch den Panzeraufprall wurde die Lage und Verteidigungsbereitschaft erkannt. Artillerie Regiment 69 wurde vom Artillerieflieger auf den Feindstützpunkt Perwez eingeschossen um feindliche Batterien zu vernichten.

15.05.
Gegen 1700 Uhr Artillerie einschießen.
Artillerieflieger und Ballonbatterie 101 leiteten das Artillerie-Feuer. Artilleristische Überlegenheit wurde erkämpft.

18.05.
Staffel klärte auf gegen Maubeuge und Beaumont entlang der Sambre, überwachte das Gebiet zwischen Gosselies und Charleroi.

21.05.
Abwurf von Flugblättern über dem Mormalwald bei Le Quesnoy und über dem Frontabschnitt der 4.Panzerdivision, die zur Übergabe aufforderten auffordern.

25.05.
Mit Fliegerbeobachtung und Feuerleitung wurde feindliche Artillerie am La Bassèe-Kanal bei Bethune/Lille niedergekämpft.

26.05.
Keine fliegerische Aktivität wegen starker Regenfälle.

28.05.
Auftrag der Staffel: Aufklären im Gebiet Quesnoy - Lille - Armentieres.

03.06.
Herauslösung der 4.(H)/13(Pz) aus dem Unterstellungsverhältnis der 4.Panzer Division.

07.06.
Luftaufklärung für das XVI. Armeekorps bei Armancourt, Lancourt an der Avre. Flieger klärte feindliche Staffelung auf.

14.06.
0700 Uhr, Feuerleitung der Artillerie auf nach Süden abziehende Feindkolonnen durch fremden Artillerieflieger. Auf Flughafen Romilly 33 Luftfahrzeuge erbeutet. Auf dem Feldflugplatz Echemines bei Romilly werden englische Luftfahrzeuge erbeutet.

22.06.
Die 4.(H)/13(Pz) wurde wieder der 4.Panzer Division unterstellt. Staffel klärte auf gegen und über die Isere. Brückenerkundung wurde angesetzt und durchgeführt.

23.06.
Staffel stellte starke Feindkräfte südlich der Isere, besonders zwischen St.Nazaire en Royans und der Isere Mündung fest.

25.06.
Im Erfahrungsbericht des Korps wurden die unermüdlichen Einsätze der 4.(H)/13 (Pz) hervorgehoben. Das Unterstellungsverhältnis zur 4.PzDiv endete in diesem Zeitraum.

8

Träger des Deutschen Kreuzes in Gold

Deutsches Kreuz in Gold in der Form in der es ab 1957 getragen werden durfte. Das Hakenkreuz wurde durch das Eiserne Kreuz ausgetauscht.

Baptistella, Helmut Oblt 11.(H)/13 31.08.1943
Becker, Bruno Uffz 12.(H)/13 16.08.1943
Becker, Ludwig OFw 7.(H)/13 17.05.1943
Berndt, Fritz Oblt 1.(H)/13 02.07.1943
Brendel, Hubert Oblt 3.(H)/13 05.11.1942
Brummer, Josef Lt 11.(H)/13 31.03.1943
Dietzsch, Erich OFw 12.(H)/13 12.07.1943
Eichorn, Thomas Fw 7.(H)/13 17.05.1943
Fauth, Wilhelm OFw 11.(H)/13 24.02.1944
Greve, Fritz OFw 7.(H)/13 29.04.1943
Grün, Friedrich Fw 12.(H)/13 17.10.1943
Haehnke, Hans Oblt 7.(H)/13 04.06.1943
Hahn, Fritz Oblt 12.(H)/13 29.04.1943
Helmbold, Reinhard Lt 12.(H)/13 20.03.1943
Henniger, Karl Lt 11.(H)/13 25.03.1943
Hirsch, Fridl Oblt 12.(H)/13 26.12.1943
Kaeber, Hellmut Oblt 12.(H)/13 12.07.1943
Klie, Hermann Oblt 11.(H)/13 16.081943
Kowatsch, David Fw 11.(H)/13 31.08.1943
Lindig, Hans OFw 11.(H)/13 12.07.1943
Lorenzen, Heinz OFw 11.(H)/13 27.10.1943
Mayer, Herwig Oblt 11.(H)/13 29.03.1944
Müller, Emanuel OFw 7.(H)/13 17.05.1943
Parisius, Heinrich Uffz 12.(H)/13 31.03.1943
Perignon, Theodor Hptm 1.(H)/13 11.05.1942
Preussner, Paul OFw 7.(H)/13 17.05.1943
Pörsch, Walter Oblt 7.(H)/13 17.05.1943
Reinwald, Otto OFw 7.(H)/13 17.05.1943
Richter, Hans-Günther Hptm 12.(H)/13 31.08.1943
Rzepka, Siegfried Uffz 12.(H)/13 17.10.1943
Samwes, Kurt-Viktor Oblt 12.(H)/13 12.07.1943
Schillinger, Otto Fw 11.(H)/13 26.11.1943
Schlüter, F.-Wilhelm Lt 1.(H)/13 17.10.1943
Schreibmüller,Hans Oblt 12.(H)/13 17.10.1943
Schröder, Heinrich Oblt 6.(H)/13 24.02.1944
Schröder, Herbert OFw 7.(H)/13 31.03.1943
Schröder, Herbert Uffz 12.(H)/13 12.12.1943
Schütz, Rudolf Oblt 11.(H)/13 25.03.1943
Schulz, Werner OFw 7.(H)/13 17.05.1943
Smola, Rudolf Oblt 12.(H)/13 31.03.1943
Stegmeier, Karl OFw 11.(H)/13 29.03.1943
Töpfer, Werner OFw 11.(H)/13 12.07.1943
Tränker, Albert StFw 7.(H)/13 04.06.1943
Uebele, Friedrich Oblt 12.(H)/13 12.07.1943
Wahl, Karl Oblt 11.(H)/13 02.11.1943
Werner, Heinz Oblt 11.(H)/13 31.03.1943
Wulff, Karl Oblt 12.(H)/13 31.08.1943
Zywietz, Helmut Oblt 11.(H)/13 14.11.1943


Verluste der Nahaufklärer an Luftfahrzeugen im zweiten Weltkrieg: 3.301
Verluste der Fernaufklärer an Luftfahrzeugen im zweiten Weltkrieg: 3.059

Mit der Kapitulation der Wehrmacht am 08.Mai 1945 endet die Geschichte der Nahaufklärer. Die Geschichte der Heeres(aufklärungs)flieger beginnt wieder in den 50ern.

Quelle der Träger Deutsches Kreuz: Die Deutschen Divisionen 1939-45, P.Schmitz
Band 1
Die Divisionen 1-5,
Seite 409 und 179

Quelle Flugzeugbestand: Michael Holm www.ww2.dk

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