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Warum Heeresflieger auf dem heutigen Heeresflugplatz
"Hungriger Wolf" stationiert wurden, wird nie ganz geklärt werden können. Neben den
Vorbehalten der damaligen Besatzungsmächte, welche die Auswahl der Flugplätze für die
aufzustellenden Streitkräfte einschränkten, spielte wohl auch der Zufall eine Rolle. So ist die
Einheit am Hungrigen Wolf der am weitesten im Norden der Bundesrepublik Deutschland verankerte
Heeresfliegerverband der Bundeswehr. Gliederungen und STAN der hier stationierten Heeresflieger
waren lange Zeit einmalig für die gesamte Heeresfliegertruppe. Die Stammeinheit dieses
Verbandes war, wie die von vielen anderen im westlichen Teil der Bundesrepublik
aufgestellten Verbänden auch, eine kleine aber sehr selbständige Staffel. Aufbau und
Umgliederungen der hier beschriebenen Einheiten erfolgte in vielen Schritten. Mit dem Wachsen der
Einheiten waren ständiger Aus- und Umbau des Flugplatzes und Verbesserungen der Anlagen auf dem
"Hungriger Wolf" erforderlich.
Wenn Soldaten, die zu uns zu Lehrgängen zum Heeresflieger-Ausbildungs-Bataillon nach Zweibrücken kamen, sagten, daß sie am „Hungrigen Wolf" stationiert seien, dachten wir sofort, daß wieder einmal ein Spaßvogel unter den Lehrgangsteilnehmern war, denn für uns gab es in Schleswig-Holstein nur den Heeresfliegerstandort Itzehoe. Wir stellten dann Vermutungen an, was es mit dem Namen auf sich haben könnte und hatten dann sehr schnell die in Itzehoe stationierten Soldaten im Visier. Soldaten haben immer Hunger war die These, also ist der „Hungrige Wolf“ keine Ortsbezeichnung sondern ein Scherzname für eine Kaserne, der durch den großen Appetit der Soldaten geprägt wurde. Diesen oberflächlichen Betrachtungen wurde von den Soldaten immer energisch widersprochen. Keiner der "Flieger" mußte hungern und es gab wirklich Zeiten, da wurde die Truppenküche am Hungrigen Wolf von Soldaten als die beste der von ihnen besuchten Truppenküchen gelobt - daher kann also die Bezeichnung nicht stammen. Es war mir bis jetzt nicht möglich, den Ursprung des Namens Hungriger Wolf ganz zu klären. Der Landstrich gehörte seit der Schlacht bei Stellau im Jahre 1201 faktisch zu Dänemark. Das Gebiet, um das es hier geht, gehörte teilweise zum Kloster Itzehoe und teilweise zur Herrschaft Breitenburg. In den Publikationen, die sich mit der Topographie des Herzogtums Holstein befassen, ist gelistet unter dem Jahre 1803 auf Seite 158: Luchtenhusen, bei Itzehoe und auf Seite 181: Lochtenhusen (hungriger Wolf) ein Haus in der Herrschaft Breitenburg vor Itzehoe. Vom gleichen Autor erscheint 1807 eine Topographie darin steht auf Seite 163: Hungrig Wolf, siehe Lochtenhusen und Mönkhagen. Unter Mönkhagen steht: Der alte und der neue Hof, (letzterer auch hungriger Wolf genannt), sind Erbpachtstellen. 1841 wurde von Johannes Schröder auf Seite 89 aufgeschrieben: Schlotfeld mit Amönenwarte, Klotzen, Neuenkrug (Hungriger Wolf). Friedrich Kratzsch vermerkt auf Seite 201: Neuenkrug bei Itzehoe; (siehe Schlotfeld - Königreich Dänemark. Herzogthum Holstein) und auf Seite 512: Das Dorf Schlotfeld .... Zubehörungen sind die ausgebauten Stellen Neuenkrug (auch Hungriger Wolf, Luddenhusen und Lochtenhusen genannt) eine Land- und Krugstelle an der Rendsburger Straße. 1856 findet man bei Johann Schröder auf Seite 403: Schlotfeld ...... Von obigen Stellen sind außer einer Vollhufe und 2 Kathen ausgebaut: nördlich Lochten (Luchten, Neuenkrug, vorm(als) Hungrigen Wolf, Lochtenhusen, Luddenhusen), eine Vollhufe (Wirtsh.) an derselben Chaussee. Henning Oldekop schreibt 1908 (Seite 102) Hungriger Wolf, an der Rendsburger Chaussee im sw. Platzgebiet, war vor der Enteignung Beuernhof, bestehend aus 1 Wohn- und Wirtschaftsgebäude 2 Scheunen, ist vemietet und auf Seite 133: .. daß hier noch neben Schlotfeld ein vergangenes Klein Slotfeld gelegen habe. Im Jahre 1617 war bei Lochten eine Pulvermühle, welche später abgebrochen ist. Meine Überlegungen: Im Bereich von Itzehoe trat seit 1350 ein Geschlecht mit Namen Pogwisch in Erscheinung. Die Männer führten im Wappenschild ihres Siegels einen Wolf mit der Umschrift Pogwisch. Urkundlich wird am 05.12.1533 ein Ritter Wulf Pogwisch erwähnt, 1542 findet dieser in den Urkunden erneut Erwähnung als Interims Amtmann zu Steinburg, er übernahm das Amt von Joachim Rantzow (1536-1542). Wulf Pogwisch hatte 1544 dem König die Gefolgschaft gekündigt. 1546 zwang der Statthalter Johann Rantzau den unbequemen Wulf Pogwisch unter Todesdrohung die Stadt und das Land zu verlassen. Wulf Pogwisch kehrte erst wieder zurück nachdem ihm Karl V. dies wieder möglich gemacht hatte. 1556 verdrängte Heinrich Rantzau als Statthalter des dänischen Königs Christian III. alle anderen Ritter, auch Wulf Pogwisch. Die mögliche Schwester des Wulf Pogwisch, Katharina Pogwisch, führte ab 1547 das Kloster Itzehoe und hatte einen ausgeprägten Geschäftssinn, der ihr hin und wieder Ärger mit den Obrigkeiten, insbesondere mit der Breitenburger Herrschaft, wegen ungesetzlicher Benutzung von Ländereien oder sonstiger Dinge, einbrachte. Wulf Pogwisch hatte augenscheinlich eine wenig ertragreiche Heidelandschaft gepachtet. War dies so, dann haben die Menschen seit dieser Zeit mit Recht vom "hungrigen Wulf" im Sinne von "armseligem und / oder geizigen Wulf" gesprochen.(1) Untermauert wird die Annahme vom verarmten Wolf dadurch, daß der Witwe des Wulf Pogwisch später in Itzehoe ein Hof zur Miete überlassen wurde. Ein weiterer Hinweis, daß der Gebietsname auf eine Person bezogen ist. Selbst für die Heere, Haufen und Marodeure des Dreißigjährigen Krieges scheint das armselige Gebiet nicht interessant gewesen zu sein, denn es ist nicht von gravierenden Vorfällen in dieser Gemarkung berichtet worden. Der Begriff „hungriger Wulf“ war dennoch schlummernd in der Bevölkerung des Gebietes vorhanden. 1718 hieß der Bezirk nordostwärts von Itzehoe und Tegelhörn in der Bevölkerung wieder "beym verhungerten Wulf". Bei der erneuten Bewirtschaftung des Gebietes offenbarte der Name seinen versteckten Sinn. Daß es sich um hungrigen oder mageren Boden handelte, geht noch aus dem Text hervor. Die Spekulation, daß sich der Name auf hungrige Wölfe bezieht, schließe ich aus. Von Wolfsplagen wurden viele Landstriche heimgesucht, aber es gibt meines Wissens in Deutschland nur wenige Stellen, wo die Bezeichnung "Hungriger Wolf" gebraucht wurde, meist in Verbindung mit kargem Ertrag (z.B. Weinberge). Ein mir bekannt gemachter "Hungriger Wolf" war eine vier Kilometer südlich des über 700jährigen Städtchens Märkisch Buchholz um 1725 an einem Handelsweg erbaute Schenke. Heute erinnert nur noch ein Gedenkstein mit Inschrift an diese Raststätte, die in den Räubergeschichten der Gegend oft genannt wurde. Eine andere Stelle war ein Sommerlager in Bayern, das vom ehemaligen Leiter des JAW Herrn Schaper durchgeführt und so benannt worden war. 1973 erzählte uns der ehemalige Bürgermeister von Hohenlockstedt, Herr Georg Köthe, anläßlich einer Zusammenkunft auf dem Hungrigen Wolf, eine tolle Geschichte. Diese Geschichte vom "hungrigen Wulf", bekräftigt meine Vermutung bezüglich des hungrigen Bodens und des armen / geizigen Grundbesitzers, der seinen Hof ebensogut in Itzehoe gehabt haben könnte.
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„Vor Zeiten, nicht weit vom heutigen Flugplatz entfernt, hatte ein Bauer namens Wulf sein Anwesen. Offensichtlich hatte seine Speisekammer und Küche nichts Besonderes zu bieten, denn nötigte ein Gastgeber die Familie des Bauern, seine Mägde oder Knechte zum Essen, legten diese einen so außergewöhnlichen und respektablen Appetit an den Tag, daß im Kreis der Bekannten nur noch über die vom "hungrigen Wulf" gesprochen wurde. Diesen, eigentlich nur der Familie Wulf zugedachten Namen, nutzte später die Bevölkerung der näheren Umgebung, wenn vom "Wulf sien Anwesen" oder den dazu gehörenden Ländereien die Rede war. Im Laufe der Jahre bürgerte sich der inzwischen zu "Hungriger Wolf" veränderte Begriff so allgemein ein, daß dieser Name auch amtlicherseits in die Register, Karten und Kataster übernommen wurde.“ Anmerkung
Bis fast 1900 sind in Zeitungsanzeigen die unterschiedlichen Ortsbezeichnungen: Neuenkrug, Wolf, Wulf pr. Itzehoe, Wolf bei Bücken oder auch Hungriger Wolf zu lesen.
Der Heeresflugplatz "Hungriger Wolf" wurde durch seine geographische Lage zu einem exklusiven Flecken Erde. Das Gelände liegt an einem ehemaligen Handelsweg, der in Büchern oder auf Landkarten je nach Bedarf als Ochsenweg, Stutenweg(2) oder auch als Heerweg bezeichnet wird. Bereits im Jahre 1155 beschrieb der isländische Abt Nikolaus (Niels Sæmundarson) diesen Weg für jütische, norwegische und isländische Pilger. Aus seiner Beschreibung ging hervor, daß der „Weg des wahren Herrn“ wie er den Handelsweg nannte, für Pilger, die nach Rom, nach Santiago de Compostella oder in das heilige Land wollten, obligatorisch war. Auf der ältesten Straßenkarte des christlichen Europas, die Romweg-Karte zum Heiligen Jahr 1500, von dem Nürnberger Erhard Etzlaub, erkennt man den Verlauf des Ochsenweges als Pilgerstraße wieder. Auf dem Ochsen- oder Heerweg sind ungezählte Menschen über das heutige Flugplatzgelände gezogen, meist in friedlicher aber auch oft in kriegerischer Absicht. Der Ochsenweg war die Auswirkung einer über mehrere Generationen dauernden und sich um das Jahr 1450 zuspitzenden Landwirtschaftskrise in Dänemark, welche die finanziell geschwächten Großbauern zwang, auf Tierzucht umzustellen. Hauptsächlich waren an der Krise aber die immer wieder auftretenden Pestepedemien schuld, die den gravierenden Mangel an verfügbaren Landarbeitern hervorrief und schließlich viele Grundbesitzer zur Aufgabe des Getreideanbaues zwang. Der hier angesprochene Weg, eigentlich kein Weg, sondern eine Route, die durch Radspuren und niedergetrampelte Vegetation markiert war, verlief auf dem jütländischen Höhenrücken von Viborg mit Passage im Verteidigungswerk Danevirke bei Schleswig. Treibermannschaften trieben das in ihrer Heimat gesammelte Vieh z.B. auf dem östlichen Ochsenweg, von Mitteljütland kommend, Apenrade und Flensburg im Westen passierend, durch das Danevirke bei Schleswig in Richtung Rendsburg und von dort (eine Möglichkeit) an Hohenwestedt vorbei auf Itzehoe zu. Die Weiterbeförderung der Tiere erfolgte wenn notwendig ab Itzehoe oder Hamburg auf dem Wasserweg. Tiere, die von Wedel aus weiter nach Süden getrieben werden sollten, trieb man zur Elbfähre Eßlingen (Zollnspieker). Dort gab es nicht nur für Reisende Übersetzmöglichkeiten über die Elbe, sondern auch für die getriebenen Rinder und Pferde. Ab 1640 nutzten Viehhändler auch die im dänischen Altona angebotenen Übersetzmöglichkeiten. Eine Ochsenherde von etwa 1.000 Stück(3) Rindvieh legte pro Tag 3-4 Meilen zurück (1 Meile=7,5 km). Während der Drift waren für größere Herden mindestens zwei Futterbeschaffer und 36 Treiber nötig, um die Herde mit Peitschenknallen und Geschrei in Gang zu halten. Daß der Ochsenweg den heutigen Flugplatz streifte, ist auf einem Luftbild aus den zwanziger Jahren deutlich zu erkennen. Auch eine der wichtigsten dänischen Postrouten führte seit 1624 am Hungrigen Wolf vorbei. Die Strecke Hamburg - Kolding wurde in 3 bis 5 Tagen zurückgelegt. Ab 1653 verkehrten die Kutschen und Fuhrwerke regelmäßig zwischen Kopenhagen und Hamburg. Von 1694 an fuhren die Kutschen am Dienstag und Samstag von Kopenhagen nach Hamburg und von dort am Dienstag und Freitag nach Kopenhagen. Auf der schlechten Strecke verkehrten im Laufe der Zeit die "Hamburgerdilligencen", die ordinäre Post, die Extrapost, Kuriere und Estafetten. (Fahrpreis einer Estafettenbeförderung: pro Pferd und Meile 2 Mark und 2 Schillinge. Eine Mark (23 Gramm Silber) hatte 16 Schillinge oder 192 Penninge. Die Fahrzeit der Strecke von ungefähr 60 Meilen (450 km) betrug mit Übernachtungen sechs bis sieben Tage.) Die Gemarkung Hungriger Wolf bis 1923Für Verwirrung sorgte bei verschiedenen Chronisten die Eintragung auf den alten Karten, welche die Bezeichnung „Niekroeg“ trägt. Hierbei handelt es sich um die später in "Amönenhöhe" umbenannte Ansiedlung und nicht um das später eingetragene "Neuenkrug".
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Der nördliche Teil des heutigen Flugplatzes gehörte unter der Dänenherrschaft zum Gut Drage. Nachdem das Gut Drage mit dem Schloß Friedrichsruhe noch etliche Jahre in den Händen der dänischen Krone verblieben war, wurde das Gut infolge Königlicher Resolution vom 05.September 1787 und nach bereits verfügungsgemäß unterm 02.August 1787 abgehaltener öffentlicher Licitation von Christian VII., König von Dänemark, in 30 Parcellen höchstbietend verkauft. Nur die Königlichen Forste verblieben dem Reichsfiskus. 1787 ersteigerte der Gemeindevorsteher von Drage, Johannes Hilbert, einen Teil des Heidelandes auf dem Lohfiert. Die Parzelle Nummer 4 war 80 Tonnen, 6 Scheffel, 15 Quadratruten und 6 Quadratfuß groß. Alle vier Parzellen des Heidelandes hatten die Größe von 594 Tonnen, 2 Scheffel, 35 Quadratruten und 9 Quadratfuß.(5) Am 06.Juli 1830 erschien im Itzehoer Wochenblatt folgender amtlicher Aufruf: "Die unbekannten Erben der unlängst zu Hungrigen-Wulf in der Herrschaft Breitenburg, verstorbenen Witwe Anna Schmidt, geb. Kröger sowie die Erben des vor mehreren Jahren verstorbenen Ehemannes derselben, werden hiermit von Gerichts wegen aufgefordert und befehligt, sich, bei Strafe des Ausschlusses von dieser Erbmasse, binnen 12 Wochen, vom Tage der letzten Bekanntmachung dieses Proklams an, zu melden..." Die Landkarte von 1832 zeigt im Herrschaftsgebiet Breitenburg erstmals andere Begriffe. Das erwähnte "Niekroeg", das jetzt Amönenhöhe heißt und einige hundert Meter südlich davon die Bezeichnung "Hungerigen Wulf". Beim Hungerigen Wulf handelt sich um die Bezeichnung einer Gemarkung, die auf der Karte von 1794 noch nicht vorhanden ist, wogegen der Hof Neu Schmalbeck von der neueren Karte entfernt wurde. Diese Tatsache schwächt das Argument, daß der "Hungrige Gastwirt" Namensgeber sei, stärkt hingegen die Theorie, daß das Gebiet nach einem verarmten Grundbesitzer bezeichnet wurde. Daneben ist in die Manöverkarte von 1870 südostwärts vom Hohenfiert die Bezeichnung Hungerkuhl eingetragen, ein Hinweis auf mageren Boden. Wichtig erscheint mir der Hinweis, daß die angesprochene namenlose Ansiedlung jetzt Neuenkrug heißt. Anmerkung zur Karte des Leutnant Justi.
In dieser Karte, Topographisch Militairische Chart des Herzogthums Holstein 1789-1796, ist in der Nähe des heutigen Flugplatzes, bei der Ansiedlung Neuenkrug, der Begriff: "Luchten-Teich" eingetragen. Hier soll es eine Ansiedlung mit Namen "Luchtenhusen" gegeben haben. Aus der Vorsilbe "Luchten" leiten Chronisten das lateinische Wort "Lupus" (Wolf) ab, ein anderes Mal wird "Luchten" als "leuchten" gedeutet. Meine Nachforschungen ergeben folgende Möglichkeiten:- der von mir befragte Heimatverein Luchtenberg erklärt gleichlautend mit anderen Befragten "luchten" mit klein oder niedrig, was im Bezug auf die hiesigen Geländegegebenheiten einen Sinn ergäbe, - im alt- und mittelhochdeutschen heißt "lucht" = luftig = luchtige Side - luftige Seite / Wetterseite, - im plattdeutschen bedeutet "lucht" = links, - Architektur bezeichnet "Lucht" als Speicher- oder Stauraum, was bedeuten würde, daß es sich bei Luchtenhusen um Scheunen und beim Luchten-Teich, um einen aufgestauten Bach handelt. Die Erklärung des Luchtenberger Heimatvereins dürfte die richtige sein. Wird der Luchten-Teich später höher aufgestaut, ergibt die Umbenennung in "Wolfsteich", weil beim Hungrigen Wolf belegen, einen Sinn. Land und Kreis ließen 1846 den am Hungriger Wolf vorbeiführenden Weg, die Rendsburger Chaussee, als Schotterstraße ausbauen. Diese Verkehrsverbindung nach Norden sollte 1899 im Zuge der Truppenübungsplatzerweiterung, etwa ab Amönenhöhe, weiter nach Westen, bis fast an Hohenaspe heran, verschwenkt werden. Bericht im Itzehoer Wochenblatt Ausgabe Nr.31 vom 30.Juli 1846 "Gesetzgebung und Verwaltung Zufolge Bekanntmachung der Königl. Schleswig-Holsteinischen Regierung vom 21.Juli ist der Chausseebau auf der Hauptlandstraße von Itzehoe nach Rendsburg nunmehr soweit vollendet, daß der südliche Theil von Peissenpohl bis Itzehoe, vom 1sten August d.J. an, unter Beobachtung der chausseepolizeilichen Anordnungen in den §§.85 bis 91 der Wegeordnung, allgemein zu benutzen ist, und gleichzeitig die Hebung des Chausseegeldes an den beiden Hebestellen, bei Peissen und beim „blauen Lappen“ nach dem durch das Patent vom 19ten Jan. 1844 für eine Meile bestimmten Tarifsatze beginnen wird. Ferner kommen vom gedachten Tage an die im §.92 der Wegeverordnung gegebenen besonderen Vorschriften für das Frachtfuhrwerk, namentlich also, daß solches Fuhrwerk mit einem Radfelgenbeschlag von mindestens 4 Zoll Breite versehen sein soll, auf den Chausseen von Itzehoe nach Rendsburg und von Rendsburg nach Schleswig, zur Anwendung." Während des deutsch-dänischen Krieges von 1848 war die Landstraße eine der Marschstraßen für die Einheiten, die ins Kampfgebiet verlegt wurden: am - 27.März 1848 verlegte das Dragonerregiment von Itzehoe nach Rendsburg - 23.April 1848 zwei Hannoversche Dragonerregimenter nach Rendsburg ohne Quartier in Itzehoe - 25.Mai Hamburger Dragoner passieren den Hungrigen Wolf - 25.Juli Reste des v.d.Thannschen Freicorps nach Itzehoe, sie werden hier zum Schleswig-Holsteinischen Artillerie Bataillon Nr.9 umgegliedert - 14.August 400 Rekruten aus Rendsburg für das Bataillon Nr.9 passieren den Hungrigen Wolf - am 27.August zieht ein Bataillon Badener Truppen nach Norden - am 04.September 2 Kompanien Hannoveraner Infanteristen nach Norden. Wie schon im Kriegsjahr 1848, so war auch im deutsch-dänischen Krieg von 1864 die Straße nach Rendsburg eine der Hauptmarschstraßen. Seit Ende Januar marschierten die Truppen an die Front. Nach Unterzeichnung des Waffenstillstandes am 20.Juli benutzen viele Einheiten die Straße von Rendsburg nach Itzehoe zum Rückmarsch in die Standorte oder Anmarschweg für den Weitertransport per Bahn ab Itzehoe. Die steigende Nutzung der Chaussee durch schwere Fuhrwerke erfordert eine erneute Reparatur derselben. Per öffentlicher Ausschreibung wurde bekannt gemacht, daß die Chaussee im Rechnungsjahr 1865/66 ausgebessert werden muß, dazu wären 162 Cubicfaden Schlagsteine und 52 Cubicfaden Kies notwendig. (Cubicfaden ein Raummaß zwischen 1,74 und 4,03 Kubikmeter) 1867 bewohnte der Käthner und Gastwirt Hermann Dierks († Juni 1883) die "Zweikathenstelle Hungriger Wolf" (ehemals Neuenkrug). Mit der preußischen Staatsreform, vom 22.September 1867, übertrug Preußen dem Dorf Schlotfeld die Verwaltung des "Hungriger Wolf". (In der Postanschrift der Soldaten vom Hungrigen Wolf, mußte bis zur Gebietsreform von 1970 die Ortsangabe "Post Schlotfeld" enthalten sein.) Das IX.Armeekorps sah sich auftragsgemäß bereits seit geraumer Zeit nach einem anderen, für sie besser geeigneten Artillerie-Übungsgelände um. Der Artillerieschießplatz „Loher Heide“, südlich von Rendsburg, wurde am 17.Juni 1867 zum erstenmal vom Feldartillerie Regiment Nr.9 zu Schießübungen genutzt. Vorher hatten auf der Heidefläche noch keine Schießen stattgefunden. Die Mannschaften und Pferde wurden in den umliegenden Orten einquartiert. Bis zur Aufgabe des Schießplatzes ist dieser den Erfordernissen nicht gerecht geworden.(6) In die engere Wahl kam das in Militärkreisen schon bestens bekannte Heidegebiet bei dem bis 1867 zum Amt Rendsburg gehörenden Dorf Lockstedt. In der Folgezeit erschienen immer öfter amtlich Bekanntmachungen in den „Itzehoer Nachrichten“, die Übungsvorhaben auf diesem Gelände bekannt machten. Das Landratsamt des Kreises Steinburg informierte 1870 seine Bürger erstmals öffentlich in den „Itzehoer Nachrichten“, bezüglich militärischer Herbstübungen im Jahre 1870. In dem Artikel hieß es, daß die Übungen des X.Armeekorps denen des IX.Armeekorps voraufgehen würden und somit die Anwesenheit des Königs von Preußen bei den letzteren vom 11. bis 18.September zu erwarten wäre. Für die Übungen wäre das Terrain nördlich der Stör zwischen Itzehoe, Hademarschen und Kellinghusen nunmehr definitiv in Aussicht genommen. Zu den angekündigten Übungen kam es aber nicht mehr, weil am 16.Juli 1870 die Mobilmachung des Heeres, also auch des IX.Armeekorps, angeordnet worden war. Die Soldaten zogen in den Deutsch-Französischen Krieg. Graf Kuno zu Rantzau ließ in den Jahren 1871 bis 1879, der Tradition seit Heinrich Rantzau (1526-1599) folgend, Teile des Ridderser Holzes ostwärts der Rendsburger Chaussee mit Nadelholzbäumen aufforsten. An diese Aktion erinnert noch ein Gedenkstein. Das gleichzeitig gebaute Forsthaus wurde in Karten vielfach als "Forsthaus Ratzeburg" bezeichnet. Am 12.September 1872 formierten sich erstmals wieder nach dem Krieg starke Truppeneinheiten des IX.Armeekorps im Gebiet um Looft, die am 13. in das Übungsgefecht in Richtung Ridders und Lockstedter Lager geführt wurden. Das große Schlußmanöver mit Feldparade fand im LoLa in Anwesenheit des Kommandierenden Generals v.Manstein statt. Vom 02. bis zum 05.September 1873 beide Tage eingerechnet wurden die gemeinschaftlichen Truppenmanöver der 18.Schleswig-Holstein Division in der Gegend von Drage und Hohenaspe bis Schlotfeld hin abgehalten. „Die gesamte konzentrierte Stärke betrug reichlich 8.000 Mann, die auch in der Gegend bivouacirte". Das große 1881 stattfindende Kaisermanöver schloß auch die Gebietsteile des heutigen Flugplatzes ein. Auf der extra für das Manöver gefertigten Karte ist die erste kartographische Darstellung des Artillerieschießplatzes Lockstedter Lager dokumentiert. Und zum ersten Mal steht der Begriff Hungriger Wolf allein ohne den Zusatz Neuenkrug. Das heutige Flugplatzgelände war einst ein Exerzierplatz des Truppenübungsplatzes Lockstedter Lager. Der Reichsmilitärfiskus erwarb von den Gemeinden Schlotfeld, Hohenaspe und Ridders 1896-1898 die von ihm benötigten Ländereien, um den zu klein gewordenen Truppenübungsplatz erweitern zu können. Auf dem angekauften Gelände gingen später schwere Batterien des Feldartillerie Regiments Generalfeldmarschall Graf Waldersee (schleswigsches) Nr.9 in Stellung. Sie schossen in Richtung Schierenwald und Ridders. In der Karte des Übungsplatzes Lockstedter Lager aus 1900 wurde ein Teil des heutigen Flugplatzes durch eine militärische Geländetaufe mit Frankenberg Haide bezeichnet.
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1896 war der Hungrige Wolf noch Teil des Gutes Bücken. Der Gutsbesitzer wurde im Rahmen der Übungsplatzerweiterung vom Staat de facto enteignet. Zum Zeitpunkt der Übernahme des Geländes durch den Fiskus stand hier ein Bauernhof mit 1 Wohn- und Wirtschaftsgebäude und zwei Scheunen. Dazu kam das Forsthaus auf der ostwärtigen Seite der Rendsburger Chaussee. In den Jahren 1897/98 fanden auf dem vom Staat neu erworbenen Gelände, am ostwärtigen Rande des Tütmoores,(7) bei den Negenbargen, archäologische Grabungen statt. Der an den Ausgrabungen maßgeblich beteiligte Offizier (Lt.Burckhardt aus Itzehoe), ließ auf dem heutigen Flugplatzgelände einige Hügel, unter denen er Gräber vermutete, untersuchen. Aufgrund der dabei gefundenen Gegenstände ordneten Sachverständige die Gräber in die Stein- oder Bronzezeit ein. Die ausgegrabenen Gegenstände wie Flintdolche, Spiralarmringe oder Bernsteinperlen sind im Kieler Museum unter der Fundstelle Hohenaspe inventarisiert. 1938 untersuchte Prof. Dr. H.Schwabedissen einen bis dahin noch erhaltenen Hügel, konnte aber keine Grabbeigaben mehr zu Tage fördern. Hinweis auf den Flugplatz Hasenheide Nach dem Krieg wurde der Exerzierplatz nicht als Siedlungsland verkauft. Diesen Umstand nutzte Herr D.Beek aus Hohenaspe und pachtete kurzerhand das Areal für seine Schafzucht. Er hatte hier ständig einen Bestand von 200 Schafen. Einen Teil des Geländes ließ er nicht abweiden, sondern ließ das Gras abmähen und verkaufte es als Futter für die Pferde an Reichswehrtruppenteile in Itzehoe. Daneben gestattete er einem Familienmitglied, seine Bienenvölker in die Nähe des Waldes zu stellen. Als der Exerzierplatz doch Siedlungsland werden sollte, wurde Herrn Beek vorgeschlagen, daß er sein Pachtrecht gegen einen unbelasteten Hof mit 70 Tonnen Land in Ridders eintausche. Auf diesen guten Tausch ging Herr Beek nicht ein. Er schöpfte alle gerichtlichen Möglichkeiten aus und verlor. Der Pachtvertrag des Herrn Beek wurde noch während des laufenden Gerichtsverfahrens wegen militärischer Anschlußnutzung gekündigt. Herr Beek erhielt keine Entschädigung. Letztendlich wurde der Exerzierplatz nicht an Siedler veräußert. Das Ende des Ersten Weltkrieges und das Inkrafttreten des Versailler Vertrages beendete zunächst alle militärischen Aktivitäten, es zog Ruhe auf dem Übungsplatz ein, jedoch nur solange, bis die III.Abteilung des Preußischen Artillerie Regiments Nr.2 und das Artillerie Regiment Nr.225, die als Reichswehrtruppenteile in Itzehoe stationiert waren, das etwa 200 ha große, öde Gelände zum Exerzieren nutzten. Es durfte infolge der politischen Veränderungen und der Umwandlung des restlichen Truppenübungsplatzes in Siedlungsgebiet nicht mehr scharf geschossen werden. Die bespannte Truppe führte ausschließlich Fahr- und Protzübungen(8)auf dem Exerzierplatz durch. Das faszinierende Schauspiel für zuschauende Kinder und begeisterte Zivilisten waren die Fahrübungen, die allgemein "6er lang" genannt wurden. Hierbei handelte es sich um das Feldexerzieren mit einem sechsspännigen Pferdezug vor der Feldkanone. Dort wo heute das neue Offiziersheim steht, war zu damaliger Zeit ein Wurfstand für Übungshandgranaten. In heißen Sommern kann man noch heute auf dem Flugfeld des Flugplatzes das Grabensystem erkennen, in dem die Soldaten damals Verteidigung und Grabenkampf übten. Ab 1922 errichtete die Siedlungsbehörde, auf den neu geschaffenen Siedlerstellen, südöstlich des Exerziergeländes, die ersten Bauernhöfe und ab 1923 die typischen "Fliegerhallen".(9) Um 1900 wurde die Gaststätte "Neuenkrug" von dem Ehepaar Lange gepachtet. Das Gebäude wurde 1907 von Landstreichern, so vermutete man, in Brand gesteckt, es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Das Gebäude wurde wieder errichtet, aber erst ab 1922 gab es eine Gaststätte, die den Namen "Krug zum Hungrigen Wolf" trug. Sie wurde von Adolf Gräber gegründet.
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1 Der Name Pogwisch, Powisk oder Pogwysch ist irgendwann nicht mehr im
Kreisgebiet vorhanden. In der Schlacht bei Lutter am Barenberge am 17.08.1626 fiel der unter
Christian IV. kämpfende königliche Geheimrat und Generalkommissar Poggewisch. Der Name Pogwisch
ist auch in Verbindung mit J.W.v.Goethe bekannt geworden. Henriette von Pogwisch (1776-1851)war die
Mutter von Goethes Schwiegertochter Ottilie Freifrau von Pogwisch.
2 Daß im Jahre 1797 Steinburger Pferdehändler 5.947 dänische
Pferde ins Ausland verkauften, ist anhand von Zollisten nachzuweisen.
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Aus: Quellen zur Geschichte Schleswig-Holsteins Teil I
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1561 zogen 10 Herden mit 500-999 Stück Vieh keine über 1.000 auf dem
Weg 1565 zogen bereits 15 Herden mit 500-999 und 4 mit mehr als 1.000 Stück Vieh 1610 zogen bereits 21 Herden mit 500-999 und 3 mit mehr als 1.000 Stück Vieh 1620 zogen bereits 17 Herden mit 500-999 und 1 mit mehr als 1.000 Stück Vieh (Der 30jährige Krieg hatte begonnen und schränkte den Handel ein). |
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4 Eine Hufe ist kein exakt bezeichnetes Flächenmaß. Es ist im
wesentlichen abhängig von der Bodenqualität und dem Ertrag des Bodens, jedoch kann die
Hufe zwischen 10 und 23 ha angesiedelt werden.
5 Eine Tonne ist ein Landstück, auf dem 1 Tonne (Faß) Korn gesät wurde. Es entsprach in Schleswig-Holstein 240 Quadratruten oder 5.046 Quadratmeter. Die Tonne (Faß) war ein Raummaß zwischen 100 und 200 Liter. Ebenso unterschiedlich war das Volumen eines Scheffels. In Mecklenburg Vorpommern wurde ein Scheffel mit aufgerundet 40 Litern angegeben.
6 Durch die, besonders für militärische Zwecke bahnbrechenden
Erfindungen des schwedischen Erfinders Alfred Nobel, wurde die Schießpulver- und
Sprengstofftechnik revolutioniert, was nicht nur der Artillerie die Vergrößerung der
damals üblichen Höchstschußweiten ermöglichte. Dynamit (1866), Sprenggelatine
(1875).
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Im Westteil des Flugplatzes, zwischen der westlichen Ringstraße und
dem Flugplatzzaun, Anflugrichtung 09. (09 steht für 90°) Der Name soll bedeuten: Hier war der
Tütvogel, die Schnepfe oder Regenpfeifer zu Hause.
8 Geschützexerzieren, noch 1933 von der 7.Batterie des Artillerie
Regiments Nr.2 auf dem ehemaligen Exerzierplatz durchgeführt.
9 Das Aussehen der Häuser erinnerte an die Bauweise der Zeppelin- und
Flugzeughallen. Einige umgebaute Fliegerhallen stehen noch im Ortsteil Neubücken.
Im Itzehoer Wochenblatt vom 01.11.1829 stand folgende Anzeige: Verlorener Ochse.
Ein rothbunter Ochse, auf dem linken Knöchel mit HH gemerkt, ist mir am
26sten Octobr. d. J. zwischen Hohenwestedt und Itzehoe aus der Trift verloren gegangen. Ich ersuche daher
jeden, dem dieser Ochse zugekommen, solches beim Herrn Jürg. Wulff in Itzehoe anzuzeigen, der die
Abholung beschaffen und etwaige Kosten vergüten wird.
Hans Hög aus Hadersleben. |