| Auf dem ungenutzten Rollfeld wollten
motorsportbegeisterte Menschen der Gegend mit ihren
Motorrädern Grasbahnrennen durchführen. Die
Motorradfahrer aus der Gegend, allein aus Reher drei Rennfahrer,
brachten zu den Rennen eine große Fangemeinde mit.
Das nächste Rennen war für den September vorgesehen.
Bis zum Juli hatte man allerdings noch nicht den dänischen
Kommandanten von dem Vorhaben in Kenntnis gesetzt demzufolge auch noch
nicht die Bitte an ihn herangetragen in den Monaten August und
September keine Ausbildung und Fahrübungen der
dänischen Soldaten mehr zu gestatten. Auch den
Schäfer hatte man noch nicht gebeten, das Gras vor dem Rennen
noch einmal zu mähen. Der Steinburger Motorsport-Club
veranstaltete unter der Leitung von Dr. P.O.Hube am 13.09.1953 das
2.Grasbahnrennen auf dem Feldflugplatz. 90 Maschinen zeigten in 22
Rennen packende und spannende Kämpfe. Besonderes Interesse
zeigten die fast 10.000 Zuschauer beim Rennen der 750 ccm Seitenwagenmaschinen.
Fahrer des Tages war W.Ewers
aus Neumünster, der in den beiden Rennen der 500 ccm Spezial
und "Handicap der Matadoren" als Erster über die Ziellinie
fuhr. Die Veranstaltungsplanung erhielt im April einen
mächtigen Dämpfer. Panzer der dänischen
Besatzungsmacht hatten tiefe Panzerspuren auf der geplanten Rennstrecke
hinterlassen und man befürchtete, daß ein
reibungsloser Rennablauf nicht gewährleistet werden konnte.
Eine gut präparierte Bahn war aber wichtig. Die verschiedenen
Grasbahnrennen in Schleswig-Holstein wurden als Vorläufe
für den Endlauf auf dem Hungrigen Wolf gewertet. Ein weiterer
Grund für die Verlegung der Rennen nach 1954 war,
Anfang 1955 sollte eine Fliegerschule auf dem
Flugplatz eröffnet werden. Für zwei Rennen nutzte der
Veranstalter die Pünstorfer-Koppel, danach fanden die
Grasbahnrennen noch einige Jahre am "Blauen Lappen" statt. Am
03.September 1967 wurde nach aufwendiger
Ankündigung auf Plakaten und in der Zeitung noch einmal ein
Rennen mit großer Beteiligung ausgetragen, es war
meines Wissens die letzte Großveranstaltung dieser Art beim
Blauen Lappen an der B 77.
Auf Wunsch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer trafen sich vom 03.- 06.10.1950 Offiziere der ehemaligen Wehrmacht in der Abtei Himmerod (Eifel), um über die Möglichkeiten eines deutschen Wehrbeitrages in Europa nachzudenken. Grundlage dieser vertraulichen Konferenz war ein Memorandum, das General a.D. Dr.Hans Speidel im Auftrag des württembergischen Wirtschafts- und Bundeswohnungsbauministers Wildermuth verfaßt und am 07.August vorgelegt hatte. Es trug den Titel "Gedanken über die Frage der äußeren Sicherheit der deutschen Bundesrepublik". An dieser Konferenz nahmen überwiegend Personen mit militärisch geprägtem Werdegang teil. Vom Heer die Generale Heusinger, Foertsch, von Senger und Etterlin, Röttiger, Oberst i.G. Graf Nostitz und Major i.G. Graf Baudissin, von der Luftwaffe die Generale Meister und Dr.Knauss sowie Oberst Krüger und von der Marine die Admirale Gladisch und Ruge, dazu Kapitän zur See Schultze-Heinrich. Daneben referierten der Ministerialdirigent Blankenhorn über die
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New Yorker Konferenz. Über das Völkerrecht sprach Prof.Kaufmann, Major Oster über die "Nationale Volkspolizei" der Sowjetzone und General Reinhardt steuerte einen Beitrag über die deutschen Dienstgruppen bei den Alliierten, z.B. "FAMA" bei den Franzosen bei. Die Ergebnisse der Tagung faßten die Teilnehmer in einer Denkschrift mit dem Titel "Denkschrift über die Aufstellung eines deutschen Kontingents im Rahmen einer internationalen Streitmacht zur Verteidigung Westeuropas" zusammen. Die am 06.10.1950 einstimmig gebilligte "Himmeroder Denkschrift" gilt als eines der Basisdokumente für Planung und Aufbau der Bundeswehr. Seit Errichtung des Amtes Blank am 23.10.1950 war eine Planungsgruppe (PG) damit beschäftigt, die ersten Pläne für die als Deutsches Kontingent aufzustellenden EVG-Einheiten zu fertigen. In der Planungsgruppe finden wir Oberstleutnant i.G.a.D. H.Pape. Er war in der PG Leiter der Gruppe "Versorgung und Materialwesen der Luftwaffe."(1) Er sollte die Vaterfigur der neuen Heeresfliegertruppe werden. Erstmals sprach man 1951 offiziell von der Aufstellung von Fliegerverbänden für das Heer und die Erkenntnis wuchs, daß für diese Aufgabe eine ausreichende und weitverzweigte Bodenorganisation aufgebaut werden mußte. In der Zukunftsplanung wurde davon ausgegangen, daß die Heeres-Fliegerverbände alle anfallenden Aufgaben der Luftaufklärung und des Eingreifens in den Erdkampf übernehmen. Die Heeresflieger sollten in drei Gruppen (West, Süd, Nord) und sechs Generalkommandos aufgeteilt werden. Die Gesamtzahl der zu beschaffenden Flugzeuge ergab sich aus der Aufgabenverteilung und Planung:
Am 13.Februar 1952 ertrank im Alter von acht Jahren Klaus Kruck. Er spielte trotz Verbot durch den Lagerverwalter Herrn Vogt auf der dünnen Eisfläche des Feuerlöschteiches. Beim Springen auf dem Eis muß das Unglück geschehen sein, er brach durch die Eisfläche ins eiskalte Wasser. Lagerbewohner, die kurze Zeit später die Hand des Jungen aus dem Teich ragen sahen, ahnten fürchterliches. Sie konnten den Jungen nur noch tot bergen. Die Gemeinden Hohenaspe und Lockstedter Lager planten eine Verbindungsstraße zwischen Hohenaspe und der B 77. Die Trasse sollte weitestgehend dem Langstückener Weg folgen. Die Wehrbereichsverwaltung hatte den Plänen schon zugestimmt, ehe alle Grundstücksfragen für die Verbreiterung der Fahrbahn geklärt waren. Der Streit zwischen einem Grundstückseigentümer und der Gemeinde Lockstedter Lager/Hohenlockstedt, bei dem es sich um einen Streifen von 3x300 m Land handelte, zog sich unnötigerweise bis 1965 hin. Durch die Inbetriebnahme des Flugplatzes war eine Änderung der geplanten Linienführung notwendig geworden, die Straße wurde jetzt südlich vom Flugplatz geplant und gebaut. Zwei Schäfer hatten mit der Bundesvermögensverwaltung einen unbefristeten Pachtvertrag über die Nutzung des Flugplatzgeländes abgeschlossen. Die Schafherden sollten sich später für die Segelflieger als nützlich erweisen, da sie das Gras immer kurz hielten. Die Namen der Schäfer werden mit Gerstand und Beek angegeben. Am 18.12.1952 war das Thema einer Besprechung zwischen Luftwaffe und Heer die Organisation, Gliederung, Ausbildung und das Aufgabengebiet der Heeresflieger. Herr Heuser von der Luftwaffe gab einen kurzen Überblick über die bisher im Verlauf des 1. und 2.Weltkrieges übliche Zusammenarbeit zwischen Heer und Luftwaffe und besonders über die Aufgabenstellung der ehemaligen Heeres-Aufklärer. Er umriß in seinem Beitrag die Aufgaben der Heeresflieger in der amerikanischen Armee wie folgt: "Artillerieaufklärung, Aufklärung der vorderen Spitzen, eventuell durch Schrägaufnahmen, Verbindungswesen und fallweise Versorgung."
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Die Aufgaben der Heeresflieger in der EVG stellte man folgendermaßen dar: "Artilleriebeobachtung und Feuerleitung, Aufklärung der Frontlinie, eventuell durch Schrägaufnahmen, Verbindungswesen und Marschüberwachung und Fernmeldeeinsatz." Ein Teilnehmer der Luftwaffe gab zu bedenken, daß alle diese Aufgaben nicht mit einem einzigen Luftfahrzeugtyp zu bewältigen seien. Zu Beginn des Jahres 1953 wurde es offensichtlich, daß das Konzept -Heeresflieger als Luftwaffentruppe- verlassen wurde. Im Februar benutzte die Abteilung Luft des Koordinierungsausschusses in Paris zum erstenmal den Begriff der Artillerieflieger.(2) Hier hieß es zum erstenmal, daß die Artillerieflieger den Landstreitkräften unterstehen müßten. Es wurde richtungsweisend für die spätere Aufstellung der Heeresflieger darüber referiert, daß die Artillerieflieger Spezialschulen für die Ausbildung des fliegenden Personals und gewisser Spezialisten benötigten. Aber wie so oft in dieser Zeit, sollte der Begriff Artillerieflieger bald durch die Bezeichnung "Aeronautik des Landheeres" ersetzt werden. Begründet wurde die Umbenennung damit, daß man dadurch das Landheer mit jedem Flugmaschinentyp ausstatten könnte. Doch damit nicht genug. In einem Schreiben vom 09.03.1953, das die Artillerieflieger zum Inhalt hatte, wurde die Meinung der Abteilung Luft hinsichtlich der Benennung der Luftmittel der Landstreitkräfte erneut dargelegt. "Der Ausdruck des Koordinierungsausschusses >Flugwesen der Landstreitkräfte< scheint nicht zu passen, da er Verwirrung hervorrufen könnte. Diese Benennung ist zu allgemein und sagt nicht klar was sie umfaßt. Unter diesem Wort könnte man ohne Unterschied alle Unterabteilungen der Flugwaffe aufteilen. Bei den Luftstreitkräften erfolgt die Bezeichnung immer genau. So spricht man von der taktischen Flugwaffe, der strategischen Flugwaffe, der Verteidigungsflugwaffe, der Transportflugwaffe u.s.w. So wird für die Flugmittel der Landstreitkräfte, die keine Kampfmittel sind, die folgende Bezeichnung vorgeschlagen. >Leichte Beobachtungs- und Verbindungsflieger der Landstreitkräfte<." In einem Entwurf "Gedanken über die Entwicklung einer Fernmeldeschule" vom 23.06.1953 schloß der Verfasser auch die Heeresflieger mit ein. "Die truppenfernmeldetaktische Ausbildung findet demnach bis zur Realisierung der Schule bei der Luftwaffe statt, später an der Fernmeldeschule." Nach diesem Entwurf war eine enge Zusammenarbeit der Heeresflieger mit dem Fotodienst der Fernmeldetruppe angestrebt. Im Auftrag des Bundesministerium für Finanzen untersuchte im Juni/Juli 1953 eine Erkundungsgruppe alle für sie zugänglichen Flugplätze in der Bundesrepublik Deutschland und beurteilte sie nur nach fliegerischen Gesichtspunkten. So wurde Hohenaspe beschrieben. "Hohenaspe: 7 km nördlich von Itzehoe - Schleswig-Holstein, ehemaliger E-Hafen. Kleines Rollfeld 500x500 m, nur einige Unterkunftsbaracken, von Flüchtlingen bewohnt. Keine weiteren Anlagen, Platz war nicht ausgebaut. Falls das Rollfeld ausreichend ist, ist der Platz sofort anfliegbar.(3) Startbahnausbau auf 3.000 m möglich. Gesamtanlage muß als Neubau geplant werden." Durch eine weitgehende Umgliederung innerhalb des Amtes Blank waren die Heeresflieger am 03.08.1953 eine Waffengattung geworden. Die Generalinspektion/Inspektion der Infanterie und Panzertruppe wurde unterteilt. Es entstand eine Inspektion für Heeresflieger. Die Planung war wieder geändert worden. Das Landesverkehrsministerium bescheinigte am 11.Dezember 1953 die Freigabe des Hungrigen Wolf als Segelfluggelände. Am 05.09.1954 fand das letzte groß angekündigte Grasbahnrennen auf dem Hungrigen Wolf statt. Der Itzehoer Segelflugverein hoffte, daß er an diesem Tag den neuerworbenen Schulgleiter SG-38 zum erstenmal vor der großen Menschenansammlung auf dem Gelände starten lassen könnte. Im Kreis Steinburg war die Kreisverwaltung auftragsgemäß bemüht Wohnraum für die in den Lagern untergebrachten Heimatvertriebenen zu beschaffen. Das Kreisvertriebenenlager am Hungrigen Wolf mußte geräumt werden, es war bekannt geworden, daß sich das Militär für diese Anlage interessierte und bereits eine Gutachterkommission das Gelände in Augenschein genommen hatte. Am 30.09.1954 wurde die erste Baracke geräumt.(4)
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Die überarbeiteten Konturen der Heeresflieger sollten im Laufe des Jahres dargestellt und veröffentlicht werden. Die Mitglieder der Planungsgruppe brachten Überlegungen und Erfahrungen der amerikanischen Heeresflieger aus dem Koreakrieg ein. Konkrete Vorstellungen über Größe und Ausrüstung der Heeresflieger hatte die Planungsgruppe Heer im Dezember 1954 entwickelt. Es waren vorgesehen: a) Divisionen
b) für Armee- und Korpsstäbe
c) 6 - 7 Heeresflieger-Versorgungskompanien
"Alle Heeresfliegerstaffeln und Versorgungskompanien sind in ihrer Gliederung und Stärke nur auf die Aufgaben des rein technischen Staffelbetriebes zugeschnitten. Sie bedürfen daher einer zusätzlichen wirtschaftlichen und bodentechnischen Betreuung. Diese wird wahrgenommen durch die Flugplatz-Kommandos (Heer). Im Frieden betreut ein Flugplatzkommando 2 Heeresfliegerstaffeln bei gemeinsamer Benutzung des Flugplatzes. Es sollen 19 Flugplatzkommandos mit einer Stärke von je 101 Mann aufgestellt werden." Auf den sich häufenden internationalen Zusammenkünften wurde auch über die finanziellen Aufbesserungen für Soldaten des fliegenden Personals gesprochen. Hätte sich die deutsche Konzeption für die Zahlung von Fliegerzulagen durchgesetzt, dann wäre diese Zulage ein fürstliches Entgelt für die damalige Zeit gewesen. Für die Soldaten war nachfolgende Staffelung vorgesehen.
Andere, die zur Erhaltung der Flugtüchtigkeit verpflichtet waren und Flugschüler gemäß der o.g. Reihenfolge 100 DM, 130 DM, 160 DM und 190 DM pro Monat. Die für die Aufstellung einer Heeresflieger-Staffel erforderlichen Flugzeugführer sollten sich aus den Wiederauffrischern (Piloten des zweiten Weltkrieges) und jüngeren Schülern rekrutieren, die durch die Luftwaffe eingezogen und ausgebildet werden müßten. Gefordert wurde, daß sämtliche Flugzeugführer auf den Drachenflugzeugen ausgebildet werden. Für einen kleinen Teil der Flugzeugführer in Verbindungsstaffeln mit mehrsitzigen Drachenflugzeugen, war der "C2-Schein" (voll blindflugtauglich) gefordert. Die Ausbildung zum Hubschrauberpiloten konnte erst nach dem Erwerb des Militär-Flugzeugführerscheins erfolgen.
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Die mitfliegenden "Beobachter" sollten wie früher Heeresoffiziere sein, die von den die Luftaufklärung anfordernden Truppengattungen gestellt werden müßten. Sie wären während des Einsatzes in der Luft die Kommandanten des Flugzeuges. Ihre Spezial-Beobachterschulung sollte teilweise bei der Luftwaffe durchgeführt werden." Es folgt die anfängliche Zeitplanung für die Aufstellung der Heeresfliegereinheiten, Aufstellungsbeginn: 01.01.1956.
Abschließend eine Zusammenfassung des damals geplanten Flugzeugbedarfs. Es handelt sich hierbei um die Friedenslösung ohne Ersatzquoten. Aufklärungsflugzeuge
Die Personalstärke der Heeresflieger wurde auf 6.057 Mann errechnet. Die grundsätzliche Einteilung der Truppengattung des Heeres vom 27.10.1954 sah vor, daß die Heeresflieger eine eigene Truppengattung waren. Die Truppenart war eingeteilt in Heeresaufklärungsflieger und Heerestransportflieger. Begriffsbestimmungen:Heeresaufklärungsflieger:Heeresfliegereinheiten zur Durchführung von Nahaufklärungs-, Erkundungs-, Beobachtungs- und Verbindungsaufgaben im Rahmen der Verbände des Heeres, Ausstattung und Ausbildung entsprechend dem Verwendungszweck.Heerestransportflieger:Einheiten und Verbände von Heeresfliegern zur Durchführung von Transportaufgaben im Rahmen der Verbände des Heeres. Ausstattung und Ausbildung entsprechend dem Verwendungszweck.Auf der zweiten Uniformvorführung am 18.01.1955, die vor dem Dienststellenleiter der Planungsgruppe stattfand, gab die PG die Richtlinien für die weitere Bearbeitung der Uniformfrage vor. Von den vorgestellten Tuchfarben wählte man die dunkelgraue (mausgrau). Zum Dienstanzug sollte eine Bluse getragen werden, die aber dem Schnitt der Wehrmachtsbluse 44 nicht ähnlich sein durfte. Das von den Soldaten geforderte, fortschrittliche Modell des Ausgehrocks mit vier aufgesetzten Taschen wurde noch zurückgestellt.
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Im Februar machte die Luftwaffe den letzten Versuch die weitere Entwicklung der Heeresflieger zu beeinflussen. In einem Arbeitspapier der Luftwaffe war zu lesen: "Das Heer ist für die Aufstellung der Heeresfliegertruppe verantwortlich. Die Luftwaffe hat diese Aufstellung durch die Ausbildung des fliegenden und fliegertechnischen Personals und die Ausstattung und Versorgung mit fliegerischem Material zu unterstützen." Das Heer erklärte daraufhin, daß der Luftwaffe zwar die Durchführung der Versorgung der Heeresflieger mit luftwaffeneigentümlichem Gerät obliege, daß aber die Beschaffungsforderungen und die Modellauswahl Sache des Heeres wären. 23.05.1955. "....unter dem Gesichtspunkt der Brauchbarkeit als Schulflugzeug ist die P-149 als >genügend bis mangelhaft< einzustufen. Vom Gesichtspunkt der Brauchbarkeit als Reisemaschine >gut bis genügend<. Die Einstufung erfolgte nach festgelegten Kriterien. Kriterien der Testreihe: Seitenwindempfindlichkeit, Trudelverhalten, Steigleistung, Bremsverhalten, technische Ausstattung, Bauchlandung u.s.w. In den Tests hatte die Saab "Safir" am besten abgeschnitten, gefolgt von der Beechcraft "Mentor" und der P-149. Die Entscheidung, welches Flugzeug gewählt werden sollte, überließen wir ganz der politischen Ebene. Sie hat sich für die P-149 entschieden." In der Stellungnahme zur Auswahl von Schul- und Verbindungsflugzeugen wurde davon ausgegangen, daß die Ausbildung der Heeresflieger nicht so anspruchsvoll sei und man deshalb gut auf die P-149 zurückgreifen könne auch im Hinblick darauf, daß die P-149 gleichzeitig als Reise- und Kurierflugzeug genutzt werden sollte. Es wurde betont, daß das Einverständnis von II/Pl/H HFlg, zu Formel II(5) wie zum Vorschlag Piaggio P-149 als Reiseflugzeug vorliege. Die Beechcraft "Mentor" für die Ausbildung der Heeresflugzeugführer vorzuschlagen, wäre erst sinnvoll, wenn das Einsatzflugzeug der Heeresflieger höhere Anforderungen, als das bisher vorgesehene, stellen würde oder gar Strahltriebwerkflugzeuge zum Einsatz gelangen würden. Von Itzehoe und anderen Orten des Kreises aus richteten flugbegeisterte Bürger ihren Blick erwartungsvoll auf den Flugplatz Hungriger Wolf. 1949 gründeten sie eine Interessengemeinschaft für Segelflug in Itzehoe. Sie betrieben in der ersten Zeit Flugzeugmodellbau, später, nach Aufhebung des alliierten Verbotes Flugsport zu betreiben, Modellflugbetrieb. 1951 wurde das Flugplatzgelände für den Segelflugbetrieb freigegeben. Während 1952 der erste Schulgleiter für den Verein in einer Baracke der Firma Biel in der Helenenstraße in Itzehoe in Heimarbeit hergestellt und nebenbei die theoretischen Grundbegriffe des Fliegens gelehrt wurden, dachten andere Menschen bereits an den Motorflugsport. 1954 beschlossen die Mitglieder des Itzehoer Luftsportvereins auch den Motorflug am Hungrigen Wolf aufzubauen. Der Direktor der Alsen-Beitenburger Zementwerke Herr Müller soll maßgeblich den Bau einer Flugzeughalle und des Towers mit den notwendigen Windanzeigen veranlaßt haben. Die Firma BP richtete eine Tankanlage für Flugbenzin ein. Als erste Maschine schaffte sich der Verein eine Piper Supercub an, die längere Zeit mit einer Zulassung der Schweiz geflogen wurde. Der 25.Mai 1955 war für die Chronik des Flugplatzes Hungriger Wolf ein wichtiger Tag. Als erster Sportflugplatz in Schleswig-Holstein und einer der ersten der Bundesrepublik Deutschland wurde er feierlich eingeweiht. Graf Hardenberg aus Donaueschingen übernahm mit seiner Motorflug G.m.b.H. den Schulbetrieb und die Ausbildung der Flugschüler. Ständig waren hier 15-20 Flugschüler in der Flugausbildung, die auf einer der vier zur Verfügung stehenden Luftfahrzeugen den Flugschein erwerben oder auffrischen konnten. Der Vorsitzende des ILV war an die Familie Vogt herangetreten und fragte ob es ihnen nicht möglich wäre, eine kleine Gastronomie zu eröffnen. Frau Vogt richtete daraufhin in ihrem Haus eine kleine Gastwirtschaft und Pension ein. Bis zu zehn Flugschüler konnten für die Dauer des Fluglehrganges bei der Familie Vogt Quartier nehmen. Der Übernachtungspreis mit Vollpension betrug 25,00 DM pro Person und Nacht. Später zauberte die Wirtin für die Bundeswehrsoldaten blitzschnell Bratkartoffeln mit Spiegelei als Standardessen.
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Herr Pape nahm am 01.06.1955 als Leiter der Gruppe "Allgemeine Truppenfragen Abteilung Heeresflieger" an einer Besprechung der Allied Forces Group und USAREUR teil. Diese Besprechung hatte u.a. zum Ziel, mit den anwesenden Amerikanern den gedachten Ausbildungsverlauf und die Ausbildungsdauer der deutschen Heeresflieger in den USA zu erörtern und, soweit wie möglich, zu regeln. Am 27.08.1955 erschien in der Norddeutschen Rundschau folgender Artikel. "Flieger und Schaf vertragen sich wunderbar."Ein paar Kilometer hinter Itzehoe überholen wir einen Milchwagen auf der Landstraße, die sich durch das flache holsteinische Land zieht. Es ist noch sehr früh am Morgen aber schon jetzt glüht die Sonne unbarmherzig auf die blinkenden Kannen, das müde Vieh auf den Weiden und den ebenso müden Mann auf dem Kutschbock. Er hat seinen verblichenen Strohhut in den Nacken geschoben und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Plötzlich schnurrt ein seltsamer Vogel über die Chaussee und verschwindet hinter den Baumwipfeln. Das Pferd wird ein bißchen unruhig. Der Mann auf dem Milchwagen schüttelt den Kopf und murmelt etwas auf Platt, das wie "narrschen Krom" klingt. Der seltsame Vogel hoppelt derweil schon über die weite Grasfläche und rollt vor einer kleinen Halle aus. Er entpuppt sich als eine lustig gestrichene zweisitzige Sportmaschine, eine der winzigen "Piper Cubs" der Motorflugschule vom Hungrigen Wolf. Schon über zweihundert Sportflieger erwarben am Hungrigen Wolf während der letzten Wochen ihren "Luftfahrerschein für Privatflugzeuge". Wir können den Betrieb manchmal kaum bewältigen, erklärt Schulleiter Schieferstein und sein Fluglehrer Kunz stöhnt: "Vor allem Sonntags ist hier der reinste Zirkus". Zur Zeit läuft ein Kursus, an dem 15 Fluglehrer aus allen Gegenden Deutschlands teilnehmen. Es sind alte Hasen darunter, die ihre Kenntnisse erneuern. In den Landesgruppen werden sie dann nach bestandener Prüfung ihre Erfahrung an ungezählte flugbegeisterte weitergeben. Aber zunächst sitzen sie noch brav auf der Schulbank in der primitiven Baracke: der einstige Geschwaderkommodore, der Landarzt und der Einflieger eines großen Flugzeugwerkes............" Dieser Artikel, so meinten später Soldaten, wäre mitentscheidend gewesen für die Stationierung der Heeresflieger auf dem Hungrigen Wolf. Aufgrund der Aktenlage ist es als wahrscheinlich anzunehmen, daß die Heeresfliegerführung im Amt Blank bereits 1952/53 den Flugplatz Hohenaspe "Hungriger Wolf" in ihre Standortplanungen einbezogen hatte. Von der Planung für den Aufbau solcher Heeresfliegerverbände wußte zu diesem Zeitpunkt in der Bevölkerung niemand etwas. Am 29.August 1955 ereignete sich der erste Flugunfall auf dem Hungrigen Wolf. Eine Bücker-Bestmann war in das Gebüsch an der B 77 gekracht. Pilot und ein Flugschüler wurden leicht verletzt nach Itzehoe ins Krankenhaus gebracht. An der Maschine entstand Totalschaden. Über die Unfallursache ist nichts bekannt. Anfang Oktober mußte Herr Pape zur behelfsmäßigen Bekleidungskammer in der Ermekeilkaserne in Bonn. Dort wurden seine Körpermaße für die neue Uniform genommen. Ein mausgraues, einreihiges Blouson mit altgoldenen Offizierssternen und altgoldenem Eichenlaubbalken für den Oberst, eine silberfarben paspelierte Dienstmütze und eine Dienstmütze für Offiziere mit einem Metallabzeichen. Aus politischen Rücksichten sah der Schnitt und die Farbe der Uniform so aus. Es sollte jeder Vergleich mit der alten Wehrmachtsuniform vermieden werden. General Heusinger genehmigte am 01.11.1955 eine der ersten Vorschriften für die Bundeswehr. "Die Anzugsordnung für die Streitkräfte." Danach bestand der Arbeitsanzug aus: "Arbeitsmütze oliv, Arbeitsjacke oliv, Arbeitshose oliv, Schnürschuhe, Wickelgamaschen, Diensthemd graublau und Langbinder grau. Je nach Dienst und Witterung kann zum Arbeitsanzug getragen werden: Stahlhelm, Helm, etc.." Die einberufenen Heeresflieger erhielten ab dem 12.11.1955, dem Tag, an dem der Bundesverteidigungsminister Blank den ersten 101 Freiwilligen die Ernennungsurkunden aushändigte, ihre Truppengattungsabzeichen. Die Heeresflieger trugen nun am Jackenrevers eine metallene Doppelschwinge, ähnlich der Form, wie sie heute auf den Ärmelbändern ist. Die Dienstgradabzeichen der Offiziere waren goldfarben, Stabsoffiziere hatten zusätzlich einen goldfarbenen Eichenlaubbalken auf der Schulterklappe.
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Im November 1955 hatten sich in der Organisationsplanung einige Änderungen und Ergänzungen ergeben. Beschafft werden sollten jetzt:
Nach 1½jähriger Versuchszeit würde die Auffüllung der Aufklärungsstaffeln bzw. die Aufstellung der restlichen Transportstaffeln mit jeweils einem einheitlichen Hubschraubermuster durchgeführt. Entsprechend des von II/6 festgelegten Aufstellungszeitplanes und des geplanten Ausbildungssystems der Flugzeugführerschule "S" Memmingen ergab sich nunmehr ein zusätzlich geänderter Aufstellungszeitplan für die Heeresfliegereinheiten." Im Dezember war die Planung für die Ausbildung des Heeresfliegerpersonals an der Luftwaffenschule Memmingen abgeschlossen. Die Festlegung der ATN für die einzelnen Ausbildungen erfolgte in Übereinstimmung mit PA Nr. P/30/55 v. 30.Juli 1955. Der Bundesminister für Finanzen stimmte dem Vorschlag des Haushaltsausschusses bezüglich der Fliegerzulagen zu. Festgelegt ab 01.01.1956 nachfolgende Beträge:
April 1956. Die neueste Planung für den Bedarf an Flugzeugen wurde vorgelegt. Danach erhielten die Heeresflieger für 22 Heeresaufklärungsstaffeln leichte Aufklärungsflugzeuge vom Typ Do-27. Für die 5 Hubschrauber-Versuchsstaffeln, die für Aufklärungs- und Transportzwecke aufgestellt werden sollten, waren unterschiedliche Typen zu erproben. Insgesamt waren beim Heer 426 Flugzeuge vorgesehen. Der Aufstellungszeitplan des Feldheeres wies in der Kriegs- und Friedensgliederung vom 30.04. eine HFlgStff 6 aus. Mit einer Stärke von: 6 Offz, 54 Uffz, 12 L.d.M. und 19 K.d.M. war sie der 6.Grenadier Division unterstellt. Bei der Anzahl der aufzustellenden Einheiten hatten sich Verschiebungen ergeben. Aufgestellt werden sollten: 1 HFlgKdo, 25 HFlgAufklStff, 12 HFlgTrspStff, 6 HFlgVersKp und 43 HFlPlKdo. Die Gesamtstärke der Heeresflieger war gegenüber den ersten Ansätzen auf 5.176 Soldaten reduziert. Das Wehrbereich-Kommando I erhielt vom BMVtg den Auftrag, für die HFlgStff 6, die der 6.Grenadier Division unterstellt werden sollte, einen Flugplatz zu erkunden. Daraufhin besichtigte Vorauspersonal des Wehrbereichs-Kommandos I am 17.05.1956 den Flugplatz Hohenaspe und fertigte eine Niederschrift über die vorgefundenen Gegebenheiten an. Die infrastrukturellen Planungen für die Stationierung einer fliegenden Heeresfliegereinheit in Schleswig-Holstein mußten in Angriff genommen werden.
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Ein Pilot des ILSV flog den Schulgleiter SG-38 in die Fichtenschonung, die direkt neben dem Tower war. Die Maschine ging zu Bruch, wurde aber von Vereinsmitgliedern in vielen freiwilligen Stunden wieder aufgebaut und von der Prüfungskommission für den Flugbetrieb freigegeben. Folgende Flugplätze waren im Juli 1956 für die Heeresflieger vorgesehen: "Hohenaspe, Hoya, Münster-Handorf, Bonn-Hangelar, Malmsheim, Dortmund-Brackel, Detmold-Land, Niedermendig, Trier-Euren." Nebenbei wurde Flensburg-Weiche in Betracht gezogen. Von diesen Flugplätzen standen allerdings einige unter dem Vorbehalt der Stationierungsstreitkräfte, so daß eine Nutzung für die Heeresflieger zweifelhaft war. Die Dienstgradabzeichen der Offiziere veränderten sich ab 01.08.1956 in ihrem Aussehen. Die goldene Farbe war der Generalität vorbehalten. Offiziere und Stabsoffiziere trugen jetzt chromfarbene Dienstgradabzeichen, der altgoldene Eichenlaubbalken wich einem chromfarbenen, halbkreisförmigen Eichenlaubabzeichen. Gleichzeitig wurde das Metallabzeichen an der Schirmmütze durch ein gesticktes Teilstreitkraftabzeichen ersetzt. Die schleswig-holsteinische Landesregierung beschloß am 14.August 1956 die Gemeinde Lockstedter Lager mit Wirkung vom 01.Oktober 1956 in Hohenlockstedt umzubenennen. Der Name LoLa wird dennoch immer in der Bevölkerung zu hören sein. Als sich Herr H.Rühlmann bei der Freiwilligenannahmestelle in Kiel zu einem Einstellungsgespräch als Luftfahrzeugführer einfand, wurde ihm vom Sachbearbeiter gesagt, er sei zu alt für die Bundeswehr. Nach dieser für ihn niederschmetternden Auskunft wollte er sich bei der Post bewerben, war aber zu bequem um neue Bewerbungsunterlagen zu erstellen und fuhr deshalb wieder nach Kiel, um die Unterlagen abzuholen. Auf dem Geschäftszimmer bat er darum, daß man ihm seine Papiere aushändige. Das könne der Sachbearbeiter nicht allein entscheiden, er wolle den Chef fragen. Nach einer Viertelstunde kam er zurück und sagte zu Herrn Rühlmann, er möge doch bitte in den ersten Stock gehen und sich im Zimmer 121 melden. Das hat Herr Rühlmann dann auch getan. Als er die Tür öffnete war er mächtig erstaunt, dort war eine neue Prüfungskommission. Er wurde von Oberst Pape und Oberst Häring geprüft. Im Zimmer anwesend war auch Hauptmann K.Wulff. Herr Rühlmann befand sich, als ehemaliger Nahaufklärer der Luftwaffe gleich in bester Gesellschaft. Oberst Pape war eine Zeit Gruppenkommandeur der Nahaufklärungsgruppe (H)/21, dann bis Kriegsende Quartiermeister bei verschiedenen Luftwaffenkommandos. Oberst i.G.Häring führte eine Luftlandebrigade in Rußland, vorher war er Ia beim II.Flieger-Korps und Ia bei der 7.Flieger-Division (zugl. 7.Fallschirmjäger Division) (Oberst i.G.Häring war einer der wenigen Stabsoffiziere der Wehrmacht, die den Generalstabslehrgang des Heeres und der Luftwaffe erfolgreich besucht hatten. Am 01.01.1943 zum Oberst befördert. In der Bundeswehr wollte er seine Fähigkeiten in den Aufbau der Fallschirmjägertruppe einbringen aber die von Dezernatsleitern betriebene Personalauswahl durchkreuzte seine Pläne) Pape, Häring und Wulff kannten sich von verschiedenen Begegnungen und Lehrgängen. Herr Rühlmann kannte Hauptmann Wulff aus seiner Dienstzeit bei der Reichsluftwaffe.(7) Als die Prüfung positiv beendet war, fragte Oberst Pape Herrn Rühlmann, ob er noch Kontakte zu anderen ehemaligen Piloten der Nahaufklärer hätte und wenn das so wäre, dann solle er ihnen sagen, daß sie sich schleunigst in Kiel bei ihm melden sollten wenn sie wieder fliegen möchten. Die Anwesenden sollten sich alle bei den Heeresfliegern in Niedermendig wiedersehen, Hauptmann Wulff wurde für einige Jahre Herrn Rühlmanns Staffelchef. Die Neuplanung des Heeres, die mit der Reduzierung der Streitkräfte von 325.000 auf 195.000 Mann notwendig geworden war, präsentierte am 06.11.1956 eine erneut veränderte Heeresfliegerplanung. Nach dieser Planung sollten: 1 HFlgKdo, 5 HFlgAufklStff, 5 HFlgTrspStff, 4 HFlgVersKp und 26 HFlPlKdo aufgestellt werden. Die Personalstärke der Heeresflieger war drastisch auf 2.840 Mann verringert worden.
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Der 05.12.1956 war für die Bundeswehr, also auch die Heeresflieger, ein bedeutsamer Tag. Der Tag, an dem die Kragenspiegel die als häßlich empfundenen, aus Metall geprägten goldfarbenen Sanella-Abzeichen(8) ablösten. Die Kragenspiegel für Offiziere waren nun handgestickt auf versteifter Tuchunterlage, für Unteroffiziere und Mannschaften gewebt und kartonversteift. Die Soldaten der Heeresflieger (hellgrau) mußten sich seitdem oft fragen lassen, ob sie bei der Militärmusik (weiß) seien. Der farbliche Unterschied zur Militärmusik war nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Die erste Do-27 für die Heeresflieger wurde am 19.01.1957 in Oberpfaffenhofen an den Staffelkapitän der HFlgStff 811 übergeben. Die Do-27 war bereits in Spanien, von im Dienste des Amtes Blank stehenden zukünftigen Soldaten, gründlich erprobt und geflogen und auf Brauchbarkeit getestet worden. Bereits im Januar 1957 zeichnete sich ab, daß sich bis zum 31.03.1958 bei Planung und Aufbau der Armee- und Korpstruppen Verschiebungen in der Anzahl der aufzustellenden Einheiten ergeben würden. Am 16.Januar wurde die "Grundsätzliche Weisung Nr.3/56 für die Aufstellung des Heeres" außer Kraft gesetzt. Die "Grundsätzliche Weisung Nr.4/57 für die Aufstellung des Heeres", gültig ab 01.04.57, vermerkte, daß die Aufstellungsstärken insbesondere der Versorgungstruppen wesentlich unter den STAN-Personalstärken liegen werden. Bei den „Fechtende Truppen“, zu denen die Heeresflieger gehörten, war eine umfassende Nachprüfung des geforderten Bedarfs als notwendig erachtet worden. Bis zum o.a. Termin sollten aufgestellt werden: 1 HFlgKdo (801), 6 HFlgAufklStff (811-816), 2 HFlgTrspStff (822-823), 11 FlPlKdo (H) (841-851) und 2 HFlgVers/ErsKp (834-835). (Geländeerwerb und Aufstellungsplanung für Niedermendig im Januar 1957.) Angehörigen der Bundeswehr, die Inhaber eines vor dem 08.Mai 1945 ausgestellten Flugzeugführerscheines der früheren Luftwaffe waren, konnte der Militärflugzeugführerschein der Bundeswehr ausgestellt werden, wenn sie eine Flugpraxis von mindestens 300 Flugstunden als VLF nachwiesen und mindestens 30 Übungsanflüge in zehn Flugstunden innerhalb von höchstens sechs Monaten vor dem Antrag auf Ausstellung des Militärflugzeugführerscheines geflogen hatten oder eine praktische Flugprüfung und theoretische Prüfung vor Beauftragten des Bundesministers für Verteidigung abgelegt hatten. Hubschrauberpiloten des Heeres und der Luftwaffe mußten sich ab Januar 1957 bei der "Hubschrauber Vertriebs G.m.b.H." auf dem Flugplatz Hummerich bei Kretz/Andernach zur Schulung einfinden. Das erste Kontingent bestand aus 12 Flugzeugführern, die bereits Erfahrung auf Flächenflugzeugen hatten. Sie kamen auf der Bell-47G in die Ausbildung zum Fluglehrer. Jeder einzelne Flugzeugführer erhielt eine 130 Flugstunden dauernde Ausbildung. 100 Stunden Normalausbildung und 30 Stunden Fluglehrerausbildung. Die Gebirgsflugeinweisung fand an der Flugzeugführerschule "S" auf dem Fliegerhorst Memmingen statt. Zur Pilotenausbildung zog das BMVtg auch die Firmen "Motorflug G.m.b.H" in Karlsruhe und die Firma "Ernst Lüdt KG" in Hartenholm heran. Diese Firmen bildeten bis März 1959 Piloten für die Bundeswehr aus. Mit Wirkung vom 01.04. trat die neue Wehrdiziplinarordnung (WDO)in Kraft. Sie löste die ZDv 10/10 Merkschrift "Anwendung der Bundesdisziplinarordnung durch die militärischen Vorgesetzten in der ab 01.04.1956 geltenden Fassung" ab. Hatte ein Leutnant mit 23 Jahren bisher die Besoldungsgruppe A4 c2, das einem Gehalt von 361,68 DM entsprach, so hatte er ab 01.04. die Besoldungsgruppe A 9, mit einem Gehalt von 448,00 DM. Der Flieger, vorher in A 12 mit 235,58 DM, war jetzt in die Besoldungsgruppe A 1 eingestuft, Gehalt 260,00 DM. Die Dienstanweisungen, die sich auf die Stufen der Disziplinargewalt bezogen, waren überarbeitet worden. Im ersten Erlaß über die Disziplinargewalt von Offizieren vom 02.04.1957 wurde festgestellt, daß der Chef einer HFlgStff und auch der Flugplatzkommandant (H) die Disziplinargewalt eines Bataillonskommandeurs hatte. Der Kommandeur des HFlgKdo war mit der Disziplinargewalt eines Regimentskommandeurs ausgestattet.
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Um die Verwirrung um die Heeesfliegerplanung zu komplettieren, hieß es am 27.04.1957: "Die Heeresflieger stellen infolge der nicht ganz so rigorosen Personalkürzung folgende Einheiten auf: 1 HFlgKdo, 2 HFlgAufklStff, 10 HFlgTrspStff, 5 HFlgInstKp und 36 FlPlKdo (H). Geplante Personalstärke jetzt 4.461 Mann." Kaum hatten sich die Soldaten mit der neuen Fassung der WDO beschäftigt, die letzten Unterrichte waren noch nicht gehalten worden, da kam schon ein neues Gesetz auf die Bundeswehr zu. Am 30.03.1957 war das Wehrstrafgesetz beschlossen worden und wurde mit Wirkung vom 01.05. in Kraft gesetzt. Das hieß für alle: "Noch mehr im Unterrichtsraum sitzen und an den Haaren herbeigezogene Disziplinarfälle behandeln." Anfang 1957 wurde, nach vielen Diskussionen und Eingaben von Soldaten und deren Ehefrauen, die Beschaffung neuer Uniformen für die Bundeswehr beschlossen. Es waren vor allem die Ehefrauen, die sich über den schlechten Zuschnitt und sie Qualität der Uniform erregten. Es wurde argumentiert: „Mit dem Affenjackenschnitt und Flatterhosen kann man jeden Soldaten als Kofferträger im Hotel „Vier Jahreszeiten“ unterbringen, ohne daß er als Soldat erkannt wird.“ Die derzeitige Dienstbluse war als Uniformteil in der Tat sehr unbeliebt. Sie verlor bei feuchtem Wetter verhältnismäßig rasch die Paßform und war als Ausgehanzug nicht sonderlich ansprechend. Dieses Uniformstück wurde von allen als unpraktisch bezeichnet, weil sich die Dienstbluse beim Sitzen infolge der zwei Knopfreihen hochschob und aufbauschte. Sie wurde daher allgemein beim Sitzen unten umgekrempelt, was zwar nicht schön, aber bequem war. Ende April schien es gesichert, daß die HFlgStff 814 aufgestellt werden sollte. Die Personalstärke der Heeresflieger stabilisierte sich bei 4.461 Soldaten. Auf einem Symposium, das die "Deutsche Studiengemeinschaft Hubschrauber e.V." veranstaltete, sollten folgende Programmpunkte erarbeitet werden:
Die Mindestbedingungen bei Sichtflugregeln sollten auf 500 m Sicht und Wolkenuntergrenze 100 m festgelegt werden. Mindestflughöhe 50 m. Starten und Landen sollten Hubschrauber auf jedem zugelassenen Fluggelände und Hubschrauber-Arbeitsplatz dürfen. Bei Veranstaltungen nur auf besonders genehmigtem Gelände. Es war vorgesehen, Hubschrauberführern bis zum Erreichen von 100 Flugstunden eine Beschränkung aufzuerlegen: Sicht 1.500 m, Wolkenuntergrenze 150 m und Mindestflughöhe 100 m. Die Einrichtung von Hubschrauber-Flugstraßen wurde gefordert. Freude herrschte unter der Soldaten. Endlich konnten sie in der Öffentlichkeit zeigen, welche Tätigkeit sie bei der Bundeswehr ausübten. Die Tätigkeitsbereiche, die man durch Abzeichen kenntlich machte, waren eng gefaßt. Seit dem 04.05.1957 durften Schirrmeister, Funkmeister, Flugsicherungs- und Flugeinsatzpersonal sowie die Rechnungsführer ihre Tätigkeitsabzeichen an den rechten Ärmel der Jacke nähen lassen. Die Piloten trugen nach bestandener Ausbildung eine Doppelschwinge als Tätigkeitsabzeichen an der rechten Brustseite. Vom 01.05.-01.11. sollten bei den schon aufgestellten Flugplatzkommandos je 14 Flugbetriebsmeister (Turmkontrolle ATN 303-7541) und 14 Flugbetriebswarte (Abfertigung ATN 303-7571) den Dienst antreten. Für alle Flugplatzkommandos zusammen waren nur 38 Planstellen je Fachrichtung vorgesehen, Lehrgänge für diese Fachrichtungen waren noch in der Planung. Am Dienstag, 23.07. ereignete sich in der Nähe des Flugplatzes ein Flugunfall. Der Fluglehrer des Luftsportvereins Rolf Ernst und ein Fluggast stürzten mit einem doppelsitzigen Segelflugzeug, einer "Laister Kauffmann", ab. Rolf Ernst wurde getötet, der Fluggast wurde schwer verletzt. Die Bundeswehr hat seit dem 26.07.1957 einen neuen Dienstgrad, den Hauptfeldwebel. Er ist an dem Kopfwinkel als Dienstgradabzeichen zu erkennen. Der Kopfwinkel ähnelt der Odal-Rune "O" aus dem germanischen Runenzeichensatz (sie bedeutet: festes Eigentum, ererbter Besitz). Damit ist die Dienstgradlücke zwischen dem Oberfeldwebel und dem Stabsfeldwebel geschlossen, die Dienststellung Hauptfeldwebel gibt es nicht mehr.
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1
Es ist als sicher anzunehmen, daß Oberstleutnant i.G.a.D.
Horst Pape 1952 zum Amt Blank kam. Er war als Mitglied des deutschen
Militär-Ausschusses in der Abteilung
Luftstreitkräfte Leiter der Gruppe
"Versorgung und Materialwesen der
Luftstreitkräfte". Nach der Umorganisation des Amtes
Blank wechselte er in die Abteilung II/Pl/H H/G3 Org/Hf.
Daraus ging das Referat II/5/76 Heeresflieger hervor,
dessen Leiter er wurde. Sein Dienstort war Bonn, die Dienststelle in
der Ermekeilkaserne. Er war vom "Amt des Beauftragten des
Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten
Truppen zusammenhängenden Fragen" als
Angestellter im technischen Dienst eingestellt und in die
Gruppe I eingruppiert worden. Er erhielt einen
sechswöchigen Arbeitsvertrag, der sich
automatisch verlängerte. Vor seiner
Übernahme in die Bundeswehr wurde er von dem
Personalgutachterausschuß
überprüft und als Oberst eingestellt. 1956
wurde seinem Referat Hauptmann Langer zugeteilt. Der
spätere Kommandeur des HFlgBtl 6 war für die
Versorgung zuständig.
2 Der Begriff wurde
im I.WK in den Feldfliegerabteilungen geprägt.
Artillerieaufklärung und Einschießen der
Artilleriebatterien war zu Beginn des Krieges Aufgabe der Feldflieger.
3 Sofort anfliegbar
bedeutete, daß der Platz nur rollfeldmäßig
geeignet war, es fehlten die technischen Anlagen und
Unterkünfte.
4 Die letzte Baracke
des Lagers wurde von Herrn Schwarzkopf aus Hohenlockstedt, Produzent
von Tierpharmazeutika, gekauft und an der B 206 beim
Geflügelhof Schmahbeck wieder aufgebaut. Sie ist noch
heute, nach einigen Modifikationen, als
Multifunktionsgebäude im Gebrauch.
5 Ausbildungsgang
für alle Luftfahrzeugführer, die nicht auf Jagd- oder
Jabo-Maschinen ausgebildet werden, bedeutet, 100 Flugstunden
auf P-149 und 60 Stunden auf dem Einsatzmustertyp P-149,
anschließend leichte Helikopterausbildung oder
mittlere Helikopterausbildung.
6 In der
fortgeschrittenen Planung vom 20.Dezember 1954 wurde keine Staffel mit
Alouette ausgerüstet. Der damalige Verteidigungsminister Franz
Josef Strauß soll später einmal gesagt haben,
daß er die Alouette trotz vieler Widerstände
eingeführt hätte. Der Chef der Heeresflieger, Oberst
Horst Pape, hätte Hubschrauber als Kampfflugzeuge strikt
abgelehnt und sie als bedingt brauchbar bezeichnet. Hubschrauber seien
zu störanfällig, leicht zu bekämpfen und zu
wartungsaufwendig. Strauß meinte aber, die Franzosen
wären aufgrund der in Indochina gemachten Erfahrungen der
Auffassung, daß Hubschrauber in Zukunft eine
große Rolle auch auf dem Gefechtsfeld spielen
würden.
7 Hauptmann Wulff war
in der 2.(H)/13 Oberleutnant. HFw Rühlmann in der 5.(H)/12
Oberfeldwebel.
8 Sanella war der Markenname einer Margarine, die in goldfarbener Metallfolie eingepackt war. Von Sannela gab es beim Kauf eines Margarinepäckchens Bilder für Sammelalben. (z.B. Afrika) |