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Wenn es nicht so
betrüblich gewesen wäre, dann würden Piloten und
Flugsicherungspersonal laut Hurra gerufen haben. Bis zum
01.01.1965 dauerte es, bis man in der NATO endlich übereingekommen war,
das standardisierte ICAO-Flugplanformular bei den Streitkräften
einzuführen. Zwar gab es noch einen kleinen Vorbehalt, um
Änderungen für die Teilstreitkräfte einzuarbeiten aber
der große Schritt in Richtung Vereinfachung war getan.
Das Jahr 1965 begann mit einer Reihe von Krankentransportflügen, wodurch das Heeresfliegerbataillon 6 wieder half, einigen Schwerverletzten und ernstlich erkrankten Patienten das Leben zu retten, ansonsten war das vorgeschriebene Flugprogramm zu erfüllen. Ein feierliches Ereignis im Februar, eine Referenz an die Vergangenheit. Der 25.02.1965 war der 50.Jahrestag des Eintreffens der finnischen Jäger im Lockstedter Lager. Hier bildeten damals Deutsche Soldaten die Finnen für ihren Freiheitskampf in Finnland aus. Mit einer Gedenkfeier und anschließender Kranzniederlegung an dem Denkmal (1) würdigten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie eine Abordnung ehemaliger finnischer Jäger und ihrer Offiziere diesen Gedenktag. Zum Jahresbeginn konnte das Heeresfliegerbataillon 6 eine erfreulich einträgliche Aktivität melden. Zusammen mit dem Heeresmusikkorps 6 und ca. 250 Soldaten des Heeresfliegerbataillon 6 wurde in Hamburg in der "Musikhalle" ein Militärkonzert veranstaltet, das einen Reinerlös von 7.000 DM erbrachte. Der Betrag wurde an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) überwiesen. In der Öffentlichkeit wuchs das Interesse an solchen Benefizveranstaltungen (Teile des Konzerts strahlte der NDR in seiner Sendung, der "Aktuellen Schaubude", aus), so daß dem ersten Erfolg in Hamburg weitere folgten. Ein weiteres großes Konzert gab die Soldatengemeinschaft in Rendsburg vor etwa 2.000 Zuhörern. Obwohl die Akustik nicht die Beste war, riß der Schmiß und der Rhythmus alle mit. Diesmal war das Ensemble um Fanfaren- und Jagdhornbläser erweitert worden. Auch hier ging der Reinerlös an das DRK. Die bestimmt größte Kulisse hatte der Chor des Bataillons in der Holstenhalle in Neumünster. 4.000 Menschen sollen dort gewesen sein. Der stärkste Applaus wurde dem Heeresfliegerbataillon 6 gezollt. Das Heeresfliegerbataillon 6 war bis auf 50 Soldaten, die Dienst taten, in der Holstenhalle angetreten. Hier stand Dr.Tiedgen, der Bataillons Kommandeur, neben dem Gefreiten und sang aus voller Brust. Der Erlös wurde diesmal an das Soldatenhilfswerk überwiesen. Der Leiter des Heeresmusikkorps hatte eigens für die Heeresflieger das Lied "Hussah-Horrido" komponiert und getextet. Es ist mir nicht gelungen den Text wiederzufinden.
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Die "Norddeutsche Rundschau" veranstaltete im März eine Diskussion mit Vertretern des Stadtrates von Itzehoe und Wehrpflichtigen zum Thema: "Wie fühlen sich Soldaten in ihrer Garnison?" Auch das Heeresfliegerbataillon 6 stellte hierzu eine ausgewählte Abordnung. Diese trug durch qualifizierte Beiträge maßgeblich zum besseren Verständnis bei den Itzehoern bei. Im März verfolgten die Heeresflieger in den Zeitungen ganz besonders die Nachrichten aus Bonn. Es hatte sich bei den Transporthubschrauberverbänden herumgesprochen, daß die H-34 ersetzt werden sollten und daß bald eine Beschaffungsentscheidung getroffen werden würde. Mitte März erschien die Nachricht: "Der Verteidigungsausschuß stimmt der Beschaffung des Hubschraubertyps Bell UH-1D zu." (Die Geschichte ist eingefügt, weil der Initiator der Aktion, Herbert Bröde, lange auf dem Hungrigen Wolf war.) Wie die Piloten der Heeresflieger zu Fliegerlederjacken kamen.Ein hoher ausländischer Gast besuchte das Heeresfliegerbataillon 6. So traf im April der General der französischen Heeresfliegertruppe Lalande, der eine Informationsreise durch die Bundesrepublik machte, zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch auf dem Hungrigen Wolf ein. Es war der einzige Heeresfliegerverband im Norden, den er neben der Heeresfliegerwaffenschule besuchte, er war beeindruckt von den fliegerischen Leistungen der Einheit. Am 20.April übernahm OLt F.Garben die Dienstgeschäfte des Staffelkapitäns der 3./6 von Hptm Meiss, der ab diesem Zeitpunkt die Geschäfte des stellvertretenden Bataillonskommandeurs kommissarisch führte. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant de Maizière, übergab am 23.04. in Münster im vollbesetzten Westfalenstadion die Truppenfahnen an die Bataillone. Jedes Bataillon der Bundeswehr war mit einer Fahnenabordnung (BtlKdr, zwei Lt und ein Fw) im Stadion zur Übernahme der Truppenfahne angetreten. Die Truppenfahnen waren am 18.09.1964 vom Bundespräsidenten Dr.Lübke gestiftet worden. Die erste Truppenfahne wurde am 07.01.65 vom Bundespräsidenten an das Wachbataillon übergeben. Offiziell wurden die Truppenfahnen an die im Bereich Itzehoe stationierten Bataillone (PzGrenBtl 171, RakArtBtl 650, SanBtl 610, SanBtl 6, NachschBtl 610 und Heeresfliegerbataillon 6) am 30.04. vom Kommandeur der 6.PzGrenDiv Gen Maj Haag im Stadion von Itzehoe an die Einheiten überreicht. Ab April mußten die ersten Soldaten am Hungrigen Wolf ihre grauen Uniformjacken abgeben. Endlich bekamen die Heeresflieger die lang ersehnten Ärmelbänder, mit Doppelschwinge. Am 01.05. wurde der überarbeitete Erlaß über die "Erzieherische Maßnahmen" in Kraft gesetzt. Der Ursprungserlaß vom 28.11.1958 mußte dringend überarbeitet werden. Er war nie richtig im Bewußtsein der Vorgesetzten verankert. "Wir brauchen das nicht", so die Aussage eines Hauptfeldwebel, "wenn ich mit meinen Soldaten Ärger hatte, habe ich sie erzogen durch >Pumpen< oder ich habe sie zur Feuerwache und später zur Wache gemeldet. Das hat geholfen, aber nicht der Quatsch der Erzieherischen Maßnahmen, die hat sowieso niemand verstanden außer dem Verfasser wohl selbst." Der Verteidigungsminister Kai Uwe von Hassel bediente sich für seine Wahlkampfreisen in Schleswig-Holstein der Heeresflieger vom Hungrigen Wolf. Nicht nur am 10.05. hatte er ganztägig eine Alouette zur Verfügung, um von ihm ausgewählte Gemeinden seines Wahlkreises anzufliegen. Den ersten längeren Zwischenstop an diesem Tag (10.05.) legte er in Kolmar ein. Auf den Wahlkampf hatte er die Soldaten schon im April mit einer Rede bei einem längeren Besuch auf dem Flugplatz eingestimmt.
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Im Raum Hohenlockstedt fand eine Katastrophenschutzübung statt. Die durchdachte Übungsanlage brachte den erhofften Erfolg der Zusammenarbeit zwischen dem DRK, der Feuerwehr, den Heeresfliegern und dem SanBtl 6. Unter den Augen von (geschätzt) 2.000 Bürgern lief die Übung ab. 130 Aktive waren schließlich eingebunden, als die Übung beendet wurde. Es wurde angenommen, daß zwei Fahrzeuge in der Finnischen Allee zusammengestoßen und in Brand geraten waren. Brennende Fahrzeugteile verletzten Kinder, die in einer Gruppe am Straßenrand spielten. Die herbeigerufenen örtlichen Hilfsdienste, das SanBtl 6 eingeschlossen, waren schnell zur Stelle. Die behandelnden Ärzte entschieden, daß einige der verletzten Kinder in die Uni-Klinik nach Kiel geflogen werden müßten. Jetzt kamen die Heeresflieger auf den Plan. Sie flogen die für den Lufttransport vorbereiteten Verletzten zur Klinik, in Wirklichkeit wurden die Verletzten nach einem großen Törn auf dem Sportplatz abgesetzt und wieder von der Schminke befreit. In der Zwischenzeit hatten die Soldaten vom SanBtl 6 ein Operationszelt aufgebaut und zur Besichtigung freigegeben. Beim Küchentrupp des DRK köchelte schon in der Gulaschkanone die Erbsensuppe, die Ausgabe von Tee mit Rum war im Gange. Nicht ganz zufällig war das Heeresmusikkorps 6 im Ort und spielte zum Tee mit Rum flotte Melodien. Anschließend spielten sieben Musiker des Musikkorps bis spät am Abend Tanzmusik. Vom 26.05. bis 07.06. einschließlich, fand auf dem Hungrigen Wolf der Norddeutsche Segelflugwettbewerb zur Ermittlung der Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft 1966 statt. Das Bataillon hatte eine Do-27 als Schleppflugzeug zur Verfügung gestellt. Es war anlaßgemäß mit dem Zeichen der Segelflieger, dem blauen Kreis mit den drei weißen Möven versehen worden. Daneben versorgten die Meteorologen und die Flugsicherung die Wettbewerbsteilnehmer mit den notwendigen Informationen. Seit dem 19.Juni war auf dem Flugplatz wesentlich mehr Betrieb. Ein Teil des Platzes im Osten mußte dem Itzehoer Luftsportverein e.V. zur Benutzung zur Verfügung gestellt werden. Wenn die Hubschrauber und Do-27 zum Feierabend den Flugbetrieb einstellten, konnten die zivilen Flieger ungestört ihr Hobby ausüben. Der geplante große Flugtag, der sorgfältig vorbereitet und detailliert ausgearbeitet worden war, wurde allerdings eine große Enttäuschung für alle Beteiligten. Petrus war schlecht gelaunt und schickte böigen Wind, zu gefährlich für Kunstflieger und Fallschirmspringer. Trotz des dichtverhangenen Himmels waren etwa 2.000 Schaulustige gekommen. Viele ließen sich für ein paar Mark über Itzehoe und Umgebung fliegen. Die erhoffte große Werbewirkung war verpufft. Der ILV konnte nur noch auf den Tag der offenen Tür der Bundeswehr hoffen, um sich in der Öffentlichkeit darzustellen. Unter den Ehrengästen des Reit- und Rennverein Hohenlockstedt war auch der Kommandeur des Heeresfliegerbataillon 6 als der Verein das schon lange geplante Reitturnier durchführte. Auch hier waren Soldaten der Heeresflieger wieder dabei, um als Hilfspersonal zum Gelingen der Veranstaltung beizutragen. Zuschauer und Soldaten sahen an der Lohmühle einen gut durchorganisierten Wettbewerb. In den Sommermonaten waren zwei Unfälle mit der Alouette-II zu melden. Am 29.06. war ein Lfz bei einer Nachtlandung in Riese abgestürzt und schwer beschädigt worden. Die Staffel führte in Riese Nachtflug durch und war dabei von einer Inversionsfront überrascht worden. In der Kaserne in Albersdorf waren auf Bitten der Heeresflieger alle Lampen ausgeschaltet, eine funktionierende Nachtlandehilfe war auf dem Landeplatz nicht aufgebaut worden, erschwerend kam noch leichter Nieselregen dazu. Bei totaler Dunkelheit mußte die Landung ohne Referenz zum Boden durchgeführt werden. Durch die geringe Vorwärtsfahrt im Landeanflug, war die Sicht des Piloten nach vorn durch den Niederschlag zusätzlich eingeschränkt. Scheibenwischer gab es an den Alouette-II damals noch nicht. Das Lfz konnte nur zerlegt auf einem Sattelschlepper in die Kaserne gebracht werden. (siehe folgenden Bericht)
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Die zweite Alouette-II (PF+142) stürzte am 15.09. während des Startvorganges auf den Sportplatz der Kaserne in Boostedt ab. Das Luftfahrzeug wurde schwer beschädigt. Aufgrund welcher Ursache es zum Absturz kam, das war anhand der Lebenslaufakten nicht mehr zu klären. Im Sommer planten Hauptfeldwebel H.Westphal, Hauptfeldwebel W.Rudolph, Oberfeldwebel Politz und Oberfeldwebel W.Wiese den diesjährigen Herbstball der Unteroffiziere. Auf der Suche nach einem geeigneten Lokal erinnerten sie sich an die Gaststätte Arp in Wacken. In dieser Gemeinde waren sie durch die verschiedenen Übungen schon hinreichend bekannt. Um die Größe des Saales zu nutzen, kamen sie überein, die 3./MAusBtl der Marineküstendienstschule aus Glückstadt einzuladen. Dazu sollten dann auch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr aus Wacken kommen. Viel Mühe hatten sich die Unteroffiziere beim Ausschmücken der Räume gemacht. Hauptfeldwebel Rudolph besorgte so viele Rosen von den Baum- und Rosenschulen bei Elmshorn, daß die Wappen der teilnehmenden Verbände in ca. 2 m Größe auf die Bühne dekoriert werden konnten. Die Säulen und Tische waren reich mit Rosen geschmückt. An diesem Abend ließen die Ausrichter zum ersten Mal lustige Spiele zur Unterhaltung austragen. Neben dem alltäglichen Dienst war auch bei den Heeresfliegern die ausdauernde Marschleistung zu trainieren. Der Staffelkapitän der 3.Staffel befahl für seine Soldaten am 16.07. einen Vorbereitungsmarsch von 15 km Länge. Eingebettet in den Marschablauf waren die seinerzeit noch üblichen Gefechtseinlagen. Einige Tage nach der Beförderung des Kommandeurs zum Oberstleutnant überreichte der Vorsitzende des Uffz-Korps 1./6, Hauptfeldwebel Ott, Oberstleutnant Dr.Tiedgen einen Stander des Uffz-Korps 1./6 als persönliches Geschenk. Erst im Oktober ging es dann wieder richtig los. Die ruhigen Sommermonate waren vergessen. Es gab vieles auf einmal zu feiern.
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Am 23.10. erhielt die auf dem Flugplatz Hungriger Wolf gelegene Kaserne einen neuen Namen. Die Kasernenanlage wurde im Beisein des fünfundneunzigjährigen Oberst a.D. und preußischen Landstallmeisters Karl Reinhard Wachs von Steuben Kaserne in Waldersee Kaserne umbenannt. Oberst a.D. Wachs hatte sich als Oberleutnant beim Feldartillerieregiment Nr.9 in Itzehoe freiwillig zum Stab des Oberbefehlshabers der Expeditionstruppen gemeldet und war während des Feldzuges zur Niederschlagung des Boxeraufstandes in China, im Stab des Grafen Waldersee tätig. Geboren wurde Graf Alfred von Waldersee am 08.April 1832 in Potsdam. Als Generalfeldmarschall war Graf Waldersee Chef des Generalstabes der preußischen Armee, danach von 1891-1898 Kommandierender General des IX.Armeekorps in Altona und während des Boxeraufstandes in China Oberbefehlshaber der internationalen Truppen. Nach ihm ist eine kleine Höhe bei Hohenlockstedt benannt. Der Gedenkstein, der in der Kaserne aufgestellt wurde, und heute im Park der Gemeinde Hohenlockstedt steht, trägt eine irreführend Inschrift, kein Geschenk des toten Generalfeldmarschalls, eine Gabe des Ministerpräsidenten von Hassel und des Kreises Steinburg, aus Anlaß der Umbenennung. Der Waldersee-Stein,der lange Jahre auf dem Truppenübungsplatz (2) stand, wurde nach Kriegsende, im Juni 1945, von randalierenden Fremden zerstört. Das Oberteil mit der Inschrift lag bis zum Bau der evangelischen Kirche in der Nähe des Friedhofes, danach verliert sich seine Spur. Der Umbenennung der Kaserne ging ein Antrag des Kreises Steinburg an Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel voraus. Begründet wurde der Antrag damit, daß der Name Waldersee traditionell mit dem Kreis verbunden sei. Generalfeldmarschall von Waldersee war Ehrenbürger der Stadt Itzehoe. In der Garnison Itzehoe gab es schon einmal eine Waldersee-Kaserne, diese Kasernenanlage befand sich an der Moltkestraße in Itzehoe, dort war das Feldartillerie Regiment Nr.9 kaserniert. Durch Kabinetts-Ordre vom 12.September 1896 wurde Generaloberst Graf von Waldersee Chef dieses Regimentes.(3) Seit dem 30.Juli 1901 führte das Regiment den Namen "Regiment Generalfeldmarschall Graf Waldersee (schleswigsches) Nr.9". Pax Christi fordert 1995 die Umbenennung der Kaserne Der neue Kommandeur Oberstleutnant W.Lücke, übernahm das Bataillon am 23.10. von Oberstleutnant Dr. Tiedgen im Rahmen der Umbenennung der Kaserne. Oberstleutnant Lücke kam vom Truppenamt Abt. HFlg-Ausbildung zum Hungrigen Wolf. Die Übernahme der Dienstgeschäfte erfolgte erst zum 01.11. Der Itzehoer Luftsportverein veranstaltete seinen Großflugtag in Verbindung mit dem Tag der offenen Tür des Heeresfliegerbataillon 6. Diesmal war der Erfolg größer. Großen Eindruck hinterließ die Präzision der durchgeführten Feldparade auf dem Flugfeld, die im Beisein des Verteidigungsministers Kai-Uwe von Hassel abgenommen wurde. Bei der zackigen Marschmusik des Heeresmusikkorps 6 ließen sich die Besucher Riesenbockwurst und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone schmecken. Die Köche hatten alle Hände voll zu tun, um die "hungrigen Münder" zu stopfen. Der am Abend anläßlich dieses Festtages stattfindende Fliegerball war der erfolgreiche Abschluß, zu dem unter anderen auch Nana Gualdi, Maria Kloth, Maria Mucke-Köllisch und der Komiker Edgar Ralphs mit seiner Studioband beitrugen. Innerhalb des Heeresfliegerbataillon 6 fand ein weiterer Wechsel statt. Hptm Helmrich übergab die Führung der 2.Staffel an OLt W.Bahlke, der von Rotenburg zum Hungrigen Wolf versetzt worden war. Seine erste Begegnung mit der 2.Staffel hatte OLt Bahlke auf dem Standortübungsplatz Langwedel. Die Staffel führte dort eine Übung durch. Er meldete sich in seiner blauen Luftwaffenuniform bei Fw D.Reich, dem Stellvertreter des Staffelfeldwebels. Fw Reich fuhr später mit dem zukünftigen Chef nach Itzehoe. Sie ließen dem amtierenden Chef der Staffel melden, daß sie nicht mehr rechtzeitig zurückkommen könnten, weil sie bei der StOV noch Wohnungsangelegenheiten zu regeln hätten. Sie kehrten am nächsten Morgen, ein wenig mitgenommen aussehend, nach Langwedel zurück. Kurz nach der Übernahme der Staffel wurde OLt Bahlke zum Hptm befördert. Der Monat Oktober brachte den Flugzeugführern der 3.Staffel mit ihren H-34 viele fliegerische Einsätze. Besonders Flüge für den raschen und schonenden Kranken- und Verletztentransport standen auf der Tagesordnung (heute spricht man von Rescue und MedEvac flights). Der wichtigste Einsatz dieser Art fand im Dezember statt, als sich in Trappenkamp bei einer Firma für pyrotechnische Artikel ein schweres Explosionsunglück ereignete und es für zahlreiche Schwerverletzte lebensnotwendig war, so schnell wie möglich in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden.
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Wenn die Piloten vom Hungrigen Wolf mit ihren Do-27 zur Feinddarstellung flogen, schraubten sie vorher oft die Bodenplatten aus ihren Maschinen, um den Feind mit kleinen, selbst gebastelten "Kalkbeuteln" bombardieren zu können. Das Bombardement wurde vorher auf dem Hungrigen Wolf geübt. Dazu holten sich die Piloten bei der Feuerwehr Feuerlöschpulver und füllten dies in Beuteln ab, die Gewichtsklassen waren sehr unterschiedlich, es kam darauf an wie hoch die Staubwolke nach dem Aufschlag sein sollte, - manchmal füllten sie bis zu zehn Kilogramm ab. Wenn die Bombenlast dann in der Do-27 verstaut war, kurvten die "Heeresabfangjäger" im Messerflug über den Flugplatz und ließen übungshalber die "Bomben" nur so regnen. Bei einem solchen "Bomben-Einsatz" wurde während einer Übung ein Panzerkommandant so unglücklich am Kopf getroffen, daß er mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus mußte. Danach wurde das Bombardieren verboten. Seit dem 17.11.1965 mußten sich die Wachsoldaten mit einem neuen Gesetz beschäftigen. Das unaussprechliche, das UZwGBw, das Gesetz über die Anwendung unmittelbaren Zwanges und die Ausübung besonderer Befugnisse durch Soldaten der Bundeswehr und zivile Wachpersonen, war schwer verständlich. Die OvK und später OvWa sowie die meisten Wachhabenden taten sich schwer, bei der Wachbelehrung das Gesetz zu interpretieren, meist bekamen die Wachsoldaten den Auftrag sich selbst mit dem Gesetz "Es traut sich keiner von euch unter der Grünentaler Hochbrücke durchzufliegen", sagte ein Unteroffizier aus Uetersen, "eine Flasche Cognac für den, der es macht." OLt Steuernagel hörte das Gespräch, er ließ sich von der Staffel ein Fahrzeug kommen und fuhr mit dem Unteroffizier an eine Do-27, machte sie startklar, schnallte den Unteroffizier an, dann flog er los. Er hat die Flasche bekommen. Andere Piloten dachten öfter daran unter einer Brücke durchzufliegen, aber sie wußten nicht was geschehen würde, wenn sie bei einer solchen Übung gesehen und angezeigt werden würden. Aus Mangel an echten fliegerischen Einsätzen flogen die Piloten den Kieler-Kanal rauf und runter. Nach der Landung mußten sie dem EO melden, wie viele Schiffe sie gezählt hatten und wo die Schiffe registriert waren. Hin und wieder kam es vor, daß der EO beim Schleusenwärter in Brunsbüttel anrief um sich zu vergewissern, daß er bei der Schiffsmeldung nicht auf den Arm genommen worden war. Im Oktober begann der amtierende Inspizient der Heeresflieger, Oberst Pape, am Hungrigen Wolf seine Verabschiedungsreise durch die Heeresfliegerstandorte. 1966 wurde er nach 40jähriger Dienstzeit pensioniert. Im Stabsgebäude mußte das ehemalige Schreibzimmer an den katholischen Standortpfarrer übergeben werden, weil das Flugplatzkommando (H)411 das derzeit als Gebets- und Andachtsraum genutzte Zimmer selbst benötigte. Der Standortpfarrer bat 1962 darum, in der Kaserne einen Gebets- und Andachtsraum einrichten und den Soldaten zur Verfügung stellen zu dürfen. In dem Raum stand irgendwann einmal ein Feldklappaltar und ein behelfsmäßiger Beichtstuhl. Wann die Teile dorthin gekommen sind, konnte ich nicht mehr feststellen. Am Hungrigen Wolf ging die Übergabe des Raumes an den Militärpfarrer im Gegensatz zu Niedermendig ohne die berühmte große Glocke über die Bühne. Nach der MIF oder Raum und Landgebühr für Heeresflugplätze waren für ev. und kath. Militärgeistliche je ein Raum von 27 qm und zwei Räume für Hilfskräfte der Geistlichen von je 13,5 qm vorzusehen. Weil die HFlgStff 6 und das Heeresfliegerbataillon 6 nicht genügend eigenen Hallenraum für die Do-27 verfügbar machen konnte, mieteten sie von 1961-1965 die leerstehende Segelflughalle des ILV und stellten dort Maschinen unter. Von den an den ILV, Sparte Segelflug, gezahlten monatlichen Mieten in Höhe von 200 Mark konnte ein Teil des im Jahr 1966 angeschafften Segelflugzeuges finanziert werden.
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Der Kommandeur ließ sich durch Soldaten der 3./6 einen Gefechtsstandwagen aufrüsten. Als Fahrzeug diente ein Unimog mit Kofferaufbau. Der Wagen nützte später im Feld mehr der eigenen Bequemlichkeit als der Führung des Bataillons. In der Kaserne mußte der S 1 Fw von Zeit zu Zeit das Fahrzeug kontrollieren, u.a. ob die Schaumstoffmatratze der Liege noch tragfähig und die Einrichtung noch vollzählig und in gebrauchsfähigem Zustand war. Einmal kam es vor, daß der Wagen in der Instandsetzung stand und das Heeresfliegerbataillon 6 zur Übung verlegte. Dem Kommandeur blieb jetzt nichts anderes übrig, als auf seinem Gefechtsstand (Bauernhof) zu übernachten. Als er eines morgens aus dem Gartenpavillon kam, um sich ausgiebig zu strecken (in unvollständiger Uniform und ohne Dienstgradabzeichen), sagte ein Reservist zu ihm: "Na Opa, wenn die Sonne auf die alten Knochen scheint, tut das richtig gut. Oder nicht?" Auf welchem Wege Informationen an die Truppe gelangen ist nicht immer nachvollziehbar. FüL sprach hinter verschlossenen Türen über die Einführung des Dienstgrades Stabshauptmann. Wie diese Nachricht zu den Heeresfliegern gelangte wurde nie bekannt, sie hat aber bei vielen Hauptleuten die Hoffnung, dem Major etwas näher kommen zu können, aufkeimen lassen. Ende des Jahres wurde der Plan ad acta gelegt. In diesem Jahr war der Weihnachtsmann im Kreis Steinburg im Großeinsatz. Schenefeld, Krempe und auch die Soldatenkinder am Hungrigen Wolf waren nur einige Stationen. Damals war Hauptfeldwebel H.Peters der abonnierte Weihnachtsmann. Auch für die Soldatenkinder setzte er in der Kaserne auf dem Sportplatz zur Landung an.
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Der finnische Selbständigkeitsverband (Itsenäisyyden Liitto) hatte sich dafür eingesetzt, zur Erinnerung an die Ausbildung von finnischen Freiwilligen in einem Pfadfinder Kursus und das daraus aufgestellte preußische Jägerbataillon Nr.27 einen Gedenkstein im Lockstedter Lager zu errichten. Hier erhielten die Finnen, die im Ersten Weltkrieg gegen die Russen kämpften, eine erste Ausbildung. Das Denkmal wurde von dem finnischen Bildhauer Lauri Leppänen ausgeführt. Die Vorderseite des vier Meter hohen, aus schwarzem Granit angefertigten Males ist von dem Relief eines Jägers in feldmarschmäßiger Ausrüstung geschmückt. Eine Inschrift in deutscher Sprache besagt: "Das mächtige Deutschland nahm Finnlands junge Männer auf und erzog sie in seinem ruhmreichen Heere zu Soldaten." Auf der
Rückseite ist durch eine symbolische Figur, die einen Seemann darstellt, der Ausbildungsdienst der finnischen Jäger versinnbildlicht mit der Inschrift: "Zur Befreiung des Vaterlandes erhob sich Finnlands Jugend zu Beginn des Weltkrieges und ging in die Fremde um dort das Waffenhandwerk zu erlernen." Auf den beiden übrigen Seiten ist Finnlands Wappen und das Abzeichen der finnischen Jäger angebracht mit den Inschriften: "Zum Andenken an das Königl.Preußische Jägerbataillon Nr.27, das 1915/16 im Lockstedter Lager aufgestellt und ausgebildet, 1916/17 an der Ostfront Schulter an Schulter mit deutschen Truppen kämpfte, um dann anschließend an dem finnischen Befreiungskrieg teilzunehmen", und "Zur Erinnerung an das finnische Jägerbataillon wurde dieses Monument von dem Selbständigkeitsverband errichtet." Zur Enthüllung des Denkmals im Mai 1939 waren Vertreter des finnischen Jägerbataillons und des Selbständigkeitsverbandes gekommen.
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Der Armee Korps Stein des Grafen von Waldersee stand dort, wo heute der Eingang in die Dreifaltigkeitskirche ist. Er wurde damals im Zuge der Kirchen Baumaßnahme entfernt, aber in der Gemeinde nicht wieder errichtet.
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Die Bezeichnung: Chef des Regiments ist richtig, es war eine Ehrenbezeichnung, kein Dienstgrad.
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